| 1 | Hallo, mein Name ist Frank. | |
| 2 | Warum heißt Du Frank, Frank? | |
| 3 | Die Alternative wäre Gonzo gewesen. | |
| 4 | Gonzo ist doch ein schöner Name. Außerdem würde er zu Dir passen. | |
| 5 | Aber als Frauenname ist Frank doch besser als Gonzo. | |
| 6 | Nun, er ist zumindest weniger schlimm. Bist Du denn eine Frau, Frank? | |
| 7 | Nein, aber du mußt zugeben, daß Frank im Zweifelsfall als Frauenname besser geeignet ist. | |
| 8 | Ich weiss nicht. Im Kirgisischen existiert die Legende von der Heiligen Gonzo, die einer überträchtigen Sau das Leben rettete, indem sie ihr eigenes Leben hergab. Und insofern haben wir hier den Beispiel einer Frau, die Gonzo hieß. | |
| 9 | Erstens kenne ich mich im Kirgisischen nicht so gut aus, um sagen zu können, daß Gonzo dort nicht vielleicht ein völlig üblicher Frauenname ist, und zweitens wird bei Heiligen sowieso nicht so sehr auf den Namen als auf die Tat an sich geachtet. | |
| 10 | Bist Du denn heilig? | |
| 11 | Bislang nicht. Aber ich habe ein Schreiben vom Papst bekommen, in dem er berichtet, daß er auf der nächsten Konzilsversammlung ernsthaft in Betracht gezogen hat, mich heilig zu sprechen, da ich eine Vision eines überfahrenen Hund hatte und diesen dann tatsächlich am nächsten Tag vor seinem Schicksal bewahren konnte. Übrigens war der Hund überträchtig und hörte auf den Namen Gonzo. | |
| 12 | Welch Wunder! Ich erschauere ob dieses Zeichens göttlicher Gnade. War es denn auch ein kirgisischer Hund? Und zudem - hier sieht man es wieder - hätten wir wieder eine Frau mit dem Namen Gonzo! Ich gehe davon aus, der Hund war weiblich. | |
| 13 | Nein, männlich, sonst hätten sie ja keinen Grund gehabt, mich heilig zu sprechen, du weißt ja, unbefleckte Empfängnis, nur eben diesmal bei einem männlichen Exemplar, und das ist das Wunder an sich. | |
| 14 | Ein männlicher überträchtiger Hund? Wie wirft der denn die Welpen auf die Welt? | |
| 15 | Mit dem Kopf voraus. | |
| 16 | Muss schmerzhaft sein. | |
| 17 | Naja, du weißt ja von wegen Geburtswehen und so... | |
| 18 | Ich muss ehrlich zugeben, dass ich zu jener Minderheit Männer gehöre, die nicht wissen wie das mit Geburtswehen so ist. Trotz Gleichberechtigung. | |
| 19 | In Brasilien wurde jetzt speziell für Männer, die es mit der Gleichberechtigung des Mannes sehr ernst meinen, ein Zentrum eingerichtet, wo man per Hypnose die Erfahrung der Schwangerschaft machen kann, mit allen Schikanen - mann muß sich halt neun Monate Zeit nehmen, da der Kopf für diese Zeit unter Hypnose sozusagen schwanger geht. | |
| 20 | Ich habe gehört, da stecke die Regierung dahinter. Die machen die armen Brasilianer wirklich schwanger, und zwar mit außerirdischen Embryonen. Sie versuchen dadurch besonders begabte Menschen und Hybriden zu züchten, schließlich wären ja keine weiblichen Gene mehr beteilit - nichts für ungut. Das ist gar keine Hypnose! Hypnose funktioniert nämlich gar nicht. Das ist echt! | |
| 21 | Ach deshalb begegnen mir in letzter Zeit immer häufiger so aufgeblasene Typen auf der Straße... | |
| 22 | Schwebend aufgeblasen oder die Backen aufgeblasen wie Personen, die ihre eigene Wichtigkeit höher schätzen, als es andere tun? | |
| 23 | Nein, Wasserköpfe, also solche, die im Kopf schwanger gehen. | |
| 24 | Im Kopf? Ick, da muss ein Kaiserschnitt aber hässliche Narben hinterlassen. | |
| 25 | Ist mir bislang noch nicht untergekommen. Aber du mußt mal sehen, was für 'ne große Klappe die alle haben. | |
| 26 | Wenn Wasserköpfe mit einer Kopfgeburt schwanger gehen, nennt man dass dann einen Redeschwall oder ein Überfluss an Worten? | |
| 27 | Geistige Diarrhöe. | |
| 28 | Was ist denn schon wieder eine geistige Diashow? | |
| 29 | Wenn am Ende Deines Lebens alles noch mal an Dir vorüberzieht. | |
| 30 | Passiert das zwangsweise? Ich meine, kann man sein Leben dadurch verlängern, indem man sich weigert, sich an dasselbe zu erinnern? | |
| 31 | Nein, ich würde sagen, dadurch wird das ein recht langweiliger Film. Und äußerst kurz obendrein. | |
| 32 | Oh. Wieso das? | |
| 33 | Glaubst Du wirklich, daß sich der Tod um Deine persönlichen Wünsche schert, vor allem dann, wenn es um Dein Leben geht? | |
| 34 | Ich bin mir sicher, dass ich dem Tod rhetorisch überlegen bin, und ihm so meinen Wunsch aufschwatzen kann. | |
| 35 | Die Sache hat nur einen Haken: Der Tod beginnt erst dann, nachdem du bereits gestorben bist, d.h. auch wenn du dem Tod irgendwas aufschwatzen könntest, was ich hier jetzt einmal entschieden bezweifle, würde es dir dennoch nichts nützen, da du ja schon tot bist, und da gibt es nun mal keine Rückfahrkarte. | |
| 36 | Mann ist der Rückständig! Hat der noch keine E-Mail? tod@nirvana.org oder so? | |
| 37 | Was nützt dir's, wenn der Tod zwar eine E-Mail besitzen würde, es im Jenseits aber keine Möglichkeit gibt, selbige abzuschicken mangels Computer? | |
| 38 | Wie? Die haben nicht einmal Computer? Wie können die denn da leben? | |
| 39 | Gar nicht. Schließlich sind sie ja tot. | |
| 40 | Du meinst, es gibt kein Leben nach dem Leben? | |
| 41 | Das vielleicht schon, aber du dürftest aller Wahrscheinlichkeit nach nicht als Mensch wiedergeboren werden, und dann wärst du aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht in der Lage, eine E-Mail zu verschicken, geschweige denn, einen Computer zu bedienen. | |
| 42 | 'Im Internet weiß niemand, dass Du ein Hund bist'. | |
| 43 | Das schon, aber wieviele Hunde kennst du, die schreiben geschweige denn einen Computer bedienen können? | |
| 44 | Lass mal zählen... ja... mhmm... und dann noch... und auch...soooo...ich glaube... das macht ziemlich genau... nun. nach der ersten Hochrechnung würde ich sagen... 0 plusminus 220%. | |
| 45 | Da kennst du mehr Hunde als ich Menschen, die derartig mit dem Computer umgehen können. | |
| 46 | Echt? Wie viele Menschen kennst Du denn da, die derartig mit dem Computer umgehen können? | |
| 47 | Weniger als du Hunde. | |
| 48 | Ich kenne keinen, also null. Also musst Du... weniger als null... Du kennst weniger als keinen? Du kennst nur negative Menschen? Schlechte Gesellschaft, huh? | |
| 49 | Nein, ich kenne, dir zu Folge, weniger als null Personen, die nicht mit dem Computer umgehen können, also haben wir es hier mit einer doppelten Negierung zu tun, d.h., aus negativ wird positiv, und somit kenne ich mindestens eine Person, die es sehr gut versteht, mit dem Computer umzugehen. | |
| 50 | Du meinst, aus einer doppelten Negation entspringt immer etwas Positives? | |
| 51 | Zumindest, bis man mir das Gegenteil beweißt. | |
| 52 | Dieser Satz sagt nicht keine Lüge aus. Was ist daran positiv? | |
| 53 | Das du's immerhin zugibst. | |
| 54 | Und wie ist es damit: die Regierung wird die Steuern nicht mehr weiter nicht erhöhen? | |
| 55 | Das ist eine allgemein bekannte Tatsache. | |
| 56 | Allgemein bekannte Tatsachen sind positiv? | |
| 57 | Das hab' ich nicht gesagt, aber allgemein bekannte Tatsachen, seien sie auch noch so unangenehm, werden im Normalfall kommentarlos hingenommen - also sind sie zumindest nicht negativ, da sich ja keiner darüber beschwert. | |
| 58 | Ach, Du meinst so etwas, wie das mit der alten Frage, warum es Bier nur in Sixpacks, Flaschenöffner aber immer in einer Fünferpackung gibt! | |
| 59 | So was in der Art, wobei ich nie die Leute verstehen konnte, die sich über so was beschwert haben. Da kauft man halt fünf Sixpacks und sechs Fünferpackungen Flaschenöffner, wenn man denn für jede Flasche einen eigenen Öffner braucht. | |
| 60 | Unhaltbar. Ich frage mich, warum man nicht dagegen demonstrieren geht, statt gegen irgendwelche Atomtransporte. Ich meine, ich habe erst gerstern in meinem Auto eine Kiste Sprudel transportiert. Was glaubst Du, wieviele Atome das waren, häh? | |
| 61 | Wie wahr, wie wahr. Ich kann auch die Wissenschaftler nicht verstehen, die schon seit Jahrzehnten mit immensem Aufwand Kernspaltung betreiben. Bei mir reicht da schon ein Apfel und ein beherzter Schnitt mit dem Küchenmesser. | |
| 62 | Tja, diese Wissenschaftler. Statt sich um die wirklichen Probleme im Leben zu kümmern, bauen sie doch bloß ihre eigenen Probleme zusammen - ich wette, in der Wissenschaft ist alles schon lange gelöst, was sie jetzt machen, ist uns alle an der Nase herumzuführen, indem sie irgendwelche Theorien erfinden, wie Quark, Strings und virtuelle Teile. Wie das schon klingt, Quark! | |
| 63 | Haben die eigentlich schon das Joghurt-Teilchen gefunden? | |
| 64 | Nur zusammen mit Fruchtgeschmack-Teilchen. | |
| 65 | Und wenn ich ein Vanillejoghurt-Teilchen möchte? | |
| 66 | Verstehe Dein Problem nicht. Dann nimmt man halt Vanillefruchtgeschmack-Teilchen. | |
| 67 | Und wenn ich jetzt ein Joghurt mit echten Fruchtstückchen möchte? | |
| 68 | Wäh, bist Du ekelhaft! Das ist doch total ungesund! Wegen BSE, MKS und Fruchtfliegen und so! | |
| 69 | Wieso, das sind doch alles gesunde Sachen. Proteine, Kohlenhydrate, Ballaststoffe für Körper und Geist, und ganz nebenbei hilft es noch dabei, das Problem mit der Überbevölkerung zu lösen, tolle Sache. | |
| 70 | Es gibt ein Problem mit der Überbevölkerung? | |
| 71 | Nein, mit der ist eigentlich alles in Ordnung. | |
| 72 | Eigentlich? Komm, sag was Dir auf dem Herzen liegt... | |
| 73 | Auf dem Herzen liegt mir nichts, nur drum herum liegt bzw. hängt sehr viel. | |
| 74 | Dein Herz ist abhängig? | |
| 75 | Nicht mehr von mir als ich von ihm. Es ist eine Art Zweckgemeinschaft. | |
| 76 | Ach so, wie bei Polizisten und Kriminellen: die einen gibt es nur dank der anderen. | |
| 77 | So in etwa. Aber ich dachte immer, bei einer Zweckgemeinschaft müssen beide Parteien etwa 50% auf sich vereinen, aber es gibt doch mehr Verbrecher als Polizisten, und manche Polizisten sind sogar Verbrecher. Ist das dann trotzdem eine Zweckgemeinschaft? | |
| 78 | Aber ist das denn nicht symmetrisch? Ich meine, wenn manche Polizisten Verbrecher sind, wird das denn nicht ausgeglichen dadurch, dass vielleicht manche Verbrecher auch Polizisten sind? Könnte ja sein, muss aber nicht. | |
| 79 | Eigentlich schon. Aber stecken diese Polizisten-Verbrecher bzw. Verbrecher-Polizisten nicht denn nicht in einer Sinnkrise, da sie ja als Polizist Jagd auf Verbrecher und somit eigentlich auf sich selbst machen, als Verbrecher natürlich das Gesetz, somit also auch sich selbst fürchten? | |
| 80 | Ich glaube, ein Verbrecher fürchtet das Gesetz nicht, da er nichts mehr fürchten kann, als die Abschaffung des Gesetzes - schließlich wäre er dann ja kein Verbrecher mehr! | |
| 81 | Aber mit Polizisten verhält es sich doch genauso, denn ohne Gesetz würde ihnen ja die Legitimation zum Arbeiten entzogen. | |
| 82 | Die würde man dann ja eh nicht brauchen, es gibt ja keine Verbrecher mehr. Nur die Arbeitslosenquote würde steigen. | |
| 83 | Das heißt, alle Politiker, die bisher immer nach mehr Arbeitsplätzen verlangt haben, verlangen jetzt eine höhere Anzahl von Verbrechen? | |
| 84 | Klar. Mehr Verbrecher - weniger Arbeitslose, schließlich arbeiten diese ja als Verbrecher. Jedoch - je weniger Arbeitslose, desto weniger Verbrecher gibt es auch. Mist. Ein Teufelskreis. | |
| 85 | Nein, überhaupt nicht. Jetzt sind sie ja als Verbrecher berufstätig, müssen also auch von ihren Einkünften Steuern zahlen und Abgaben entrichten. Davor waren sie ja Schwarzarbeiter, weil sie sich als arbeitslos gemeldet haben. ABM-Stellen sind übrigens auch machbar, z.B. als Fluchtwagenfahrer oder Schmieresteher, quasi Rent-a-criminal. | |
| 86 | Das ist ja fantastisch! Ich stelle mir die erste Gewerkschaft der beruflichen Kriminellen vor. Ja, die Forderung nach einer sieben-Tage-Woche für Tagediebe! Mehr Freiheit für Gefängniswärter! Feilenkuchen in den Konditoreien! | |
| 87 | Das zehnteilige Ausbrecherset in Überraschungseiern, Motto: "In jedem siebten Ei ist 'ne Feile von uns dabei"! Ein Sack Schnellbinder-Zement und ein Eimer Wasser als Do-it-yourself-Kit für angehende Mafiapaten! Oder jetzt neu in der Buchhandlung ihres Vertrauens: "In 21 einfachen Schritten zum professionellen Bombenleger. Jetzt aktuell mit dem Allah-steh-mir-bei-Selbstmordattentäter- Bauchgurt." | |
| 88 | Letzteres war übrigens so erfolgreich, dass auch ein "Jahwe-steh-mir-bei- Selbstmordattentäter- Bauchgurt", ein "Christus-steh-mir-bei- Selbstmordattentäter- Bauchgurt", ein "Buddha-steh-mir-bei- Selbstmordattentäter- Bauchgurt", sogar ein allgemeines "Guru-steh-mir-bei- Selbstmordattentäter- Bauchgurt" und, der Hit überhaupt, ein "Unsterbliches-höheres-Wesen- was-wir-anbeten-steh-mir-bei- Selbstmordattentäter-Bauchgurt"! | |
| 89 | Aber wenn es einen "Unsterbliches-höheres- Wesen-was-wir-anbeten-steh-mir-bei- Selbstmordattentäter-Bauchgurt" gibt, wozu braucht man dann noch all die anderen? | |
| 90 | Für die Engstirnigen und die Fanatiker. | |
| 91 | Aber ist dem Fanatiker nicht Tat wichtiger als das Equipment, damit also der verwendete Bauchgurt? Und mit den Engstirnigen verhält es sich ja so, daß sie leicht zu etwas anderem überredet werden können, wenn man sie nur über ihren Horizont hinaus führt. | |
| 92 | Du meinst, ein muslimischer Navajo würde einen protestantischen Buddhisten auch mit einem christlichen Davidsstern zum russisch-katholischen Schamanismus bekehren? | |
| 93 | Nur, wenn er endlich damit aufhört, einen soeben als Regenwurm wiedergeborenen Shaolin-Mönch versucht zum Christentum zu konvertieren. | |
| 94 | Außer freilich der als Regenwurm wiedergeborene Shaolin-Mönch möchte zum Christentum oder einer vergleichbaren monotheistischen Religion, wie dem Mohammedanismus oder den amerikanischen Way-of-Life konvertieren. | |
| 95 | Der amerikanische Way-of-Life ist eine Religion?! Ich dachte, das sei ein Zustand. | |
| 96 | Es ist ein religiöser Zustand. Der Dollar sei dein Gott, und Dow Jones ist sein Prophet. | |
| 97 | Und wer ist der Messias? | |
| 98 | Es gab bislang nur falsche Messiase, so wie Christus für uns aus der Sicht der Juden, also nicht wie Christus für die Juden aus der Sicht der Christen, klar? Falsche Erlöser waren Rockefeller, Onassis (klingt schon fast wie Messias) und Gates. Der wahre Erlöser wird aber kommen! Die Zeichen mehren sich! Siehe, die Apokalypse ist nahe! | |
| 99 | Apokalypse? Ich dachte, daß ist eine Figur aus der griechischen Mythologie. | |
| 100 | Nein, das ist ein Film aus der amerikanischen Mythologie. | |
| 101 | Amerikanische Mythologie? Ich dachte, die haben nicht mal Kultur. | |
| 102 | Natürlich haben die Amerikaner Kultur! Denk an die indianischen Zeichnungen, die Tänze der Schamanen, die Pyramiden der Azteken, und den Micky Maus der Disneyaden! | |
| 103 | Das hört sich irgendwie nach Leasing an, nur mit dem Unterschied, daß der Leasing-Vertrag unbefristet ist. Und zum Nulltarif... | |
| 104 | He, das ist genial! Ein Leasingvertrag, wo ich einfach unendlich lange zahle, jeden Monat einen Teilbetrag, der dem Gesamtleasingbetrag geteilt durch die Anzahl der Monatsraten entspricht, diese Anzahl ist unendlich und - voliá - schon zahle ich Null Euro pro Monat! Genial! | |
| 105 | So langsam kann ich verstehen, warum die meisten Leasing-Verträge nur über einen befristeten Zeitraum reichen. | |
| 106 | Warum? | |
| 107 | Wenn das jeder machen würde, würde das System über kurz oder noch kürzer mangels Geldfluß zusammenbrechen. | |
| 108 | Na und? Nach Systemabsturz fahren wir es einfach wieder hoch und probieren es nochmal. | |
| 109 | Achso. Und angesichts dieser beiden Tatsachen nennt sich dieses System dann Windows Revolution. | |
| 110 | Nein. Revolution heisst es nur, wenn es erfolgreich ist. Wenn es misslang, ist es ein Aufstand. Also: Windows Dissident. | |
| 111 | Aber es ist doch erfolgreich. Jedes andere System wäre längst in die Tonne getreten worden. Dieses allerdings steht immer wieder auf. Demnach: Windows Phoenix. | |
| 112 | Ein schöner Name! Ich kann mir die Installationsanleitung vorstellen: "Bitte brennen sie sich die Daten einmal vor Gebrauch." | |
| 113 | Oder: "Reinigen sie das System vor Inbetriebnahme von eventuell noch vorhandenen Ascherückständen." Außerdem bekommt der Begriff "heißer Draht ins Internet" eine völlig neue Bedeutung. | |
| 114 | Asche auf mein Haupt, nicht auf meinen Rechner! | |
| 115 | Aber wenn du Asche auf dein Haupt streust, wäre derjenige dann nicht beleidigt? | |
| 116 | Wieso? Asche ist Dünger, davon wächst das Haar schneller! | |
| 117 | Wenn aber überhaupt keine Haare mehr vorhanden sind, sieht es doch ein bißchen blöd aus mit Asche auf dem Kopf. Außerdem kann man dann ja gleich seine Haare mit Seramis waschen. | |
| 118 | Warum auch nicht? Wenn man nichts gegen grüne Daumen hat... | |
| 119 | Ich dachte, grüne Daumen bekommt man nur dann, wenn man allergisch auf Seramis reagiert, zumindest beim Haarewaschen. Zudem bekommt man noch rote Füße. | |
| 120 | Unsinn! Das kommt von den roten Socken. | |
| 121 | Nee, von roten Socken wird man doch aussätzig. | |
| 122 | Ist Aussatz sowas wie Teesatz? | |
| 123 | Nein, Aussatz gibt es nur in einer Geschmacksrichtung. | |
| 124 | Aber es gibt verschiedene Nebensätze, die dann also wie Teesätze sind? | |
| 125 | Was für eine Geschmacksrichtung wäre denn dann bitteschön ein relativer Teesatz? | |
| 126 | Aktiv oder Passiv? | |
| 127 | Ein aktiver Relativ-Teesatz mit passiver Nebenbedeutung. | |
| 128 | Zitronenmelisse. | |
| 129 | Hätte dieser Relativ-Teesatz eine andere Geschmacksnote, wenn es sich um einen passiven Relativ-Teesatz mit aktiver Nebenbedeutung handeln würde? | |
| 130 | Klar, das wäre dann Melisse-Zitrone. Aber wer mag denn schon so was? | |
| 131 | Allein die Vorstellung treibt mir den Angstschweiß auf die Stirn. Was für Geschmacksrichtungen kann so ein Nebensatz-Teesatz eigentlich haben? | |
| 132 | Ganz andere als ein Hauptsatz-Kaffesatz. Aber Du weißt ja: Spiel, Satz und Sieg. | |
| 133 | Ich wußte gar nicht, daß Tennisbälle aus recycletem Kaffee- bzw. Teesatz bestehen. | |
| 134 | Du willst gar nicht wissen, woraus Pingpongbälle bestehen! | |
| 135 | Doch nicht etwa aus recycleten Tischtennisbällen?! | |
| 136 | Schlimmer! Aus gebrauchten Schildkrötenpanzern! | |
| 137 | Aber wie können die dann so viele Pingpongbälle herstellen? Eine Schildkröte lebt doch praktisch ewig. | |
| 138 | Deswegen sind Schildkröten auch vom Aussterben bedroht - und irgendwann können wir dann kein Pingpongspiel mehr spielen. Da sieht man wieder, wie die Natur sich rächt, und sich der Mensch mit eigenen Händen zu Grunde richtet. | |
| 139 | Ich wußte ja schon immer, daß Mutter Natur sich eines Tages für das, was ihr die Menschheit angetan hat, revanchieren wird, aber daß sie so hundsgemein sein kann. Stell dir mal vor: Wir sind die letzte Generation, die noch selbst Pingpong spielen konnte. Zukünftige Generationen werden es nur noch vom Hörensagen her kennen und sich fragen, wie Pingpong mit einem Ball funktionieren sollte, da doch zwei Schläger allein völlig ausreichen. | |
| 140 | Dafür müsste man halt die Pingpongplatte vergrößern. | |
| 141 | Ja schon, aber das Spiel wird dadurch sehr unberechenbar, weil man nicht vorhersagen kann, wie der Schläger aufspringt. | |
| 142 | Springende Schläger? Wie meinst Du das? In meiner Version braucht man drei Spieler und zwei Schläger, die gar nicht springen brauchen. | |
| 143 | Wie soll denn das mit drei Spielern funktionieren? | |
| 144 | Zwei Schläger, jeder auf einer Seite, und ein zu Schlagender in der Mitte. | |
| 145 | Ich schätze mal, da braucht man dann auch festes Schuhwerk, da man ja doch viel Kraft aufbringen muß, um den Spieler in der Mitte von einem zum anderen zu schlagen. Aber sind die bisherigen Schläger nicht sehr klein dafür? Die gehen doch kaputt. | |
| 146 | Kein Problem! Titaniumkern! Mit Noppen... für Softies auch mit Gummi. Safer Play. | |
| 147 | Ich dachte, mit Gummi sei inzwischen vorgeschrieben, damit man keine Beulen bekommt. | |
| 148 | Nur für Weicheier. In den härtesten Vierteln der Ghettos von Oberjülich bei Bern, da wo echte Männer noch echte Männer, echte Frauen auch echte Männer, und echte Kerle ebenfalls echte Männer, und überhaupt bloß alles echte Männer sind, da spielt man ohne Gummi. Aber halt nur mit Männern. Keine Frauen, verstehst? | |
| 149 | Ja, von diesen Berner Ghettos hab' ich auch schon gehört. Die sollen dort sogar Löcher in den Käse bohren. Und wenn sie besonders brutal sind, bringen sie den Käse auch noch zum schmelzen und verspotten ihn mit vulgären Ausdrücken wie 'Schmelzkäse' oder 'Fondue'. | |
| 150 | Und die Neulinge heissen Frischkäse... | |
| 151 | Und die Senioren und Rentner werden Schimmelkäse genannt, wenn sie von höherer Herkunft sind, auch Edelschimmel. Ich habe übrigens gehört, daß Kannibalismus in dieser Region sehr verbreitet sein soll. | |
| 152 | Iiiih! Das ist ja pervers! Mus von der Kannibalispflanze? Werden die dann nicht alle High von diesem Zeug? | |
| 153 | Doch, das ist ja das Problem. In den USA hat es dieses Problem auch schon gegeben, aber die haben spezielle Therapie-Zentren eingerichtet, sogenannte Highschools. | |
| 154 | Cool. Und was machen Kleingewachsene? | |
| 155 | Für die gibt es leider noch keine Kliniken. Stattdessen werden speziell ausgebildete Fachkräfte in die Familien geschickt, die sich selbst Low-and-Order-Men nennen. | |
| 156 | "Männer für das geordnet niedrige Niveau". Kein Wunder, dass das bei uns kein Renner ist. | |
| 157 | Stimmt, denn wir haben kein Niveau. Außerdem ist die Emanzipation schon derart weit vorangeschritten, daß es jetzt auch schon niveaulose Frauen gibt. | |
| 158 | Krass, Mann. Ich meine, Frau. | |
| 159 | Finde ich auch. Jetzt sollte man nur noch klären, ob es in absehbarer Zeit auch eine Emanzipation von Hermaphroditen und asexuellen Personen gibt. Dann ist wirklich jeder gleichberechtigt, will heißen niveaulos. | |
| 160 | Nivealos? Frauen ohne Nivea? Mörder! | |
| 161 | Überhaupt nicht! Im Zuge der Emanzipation sollten sich die Frauen den Männern anpassen und infolge dessen auf sämtliche Hygiene verzichten. | |
| 162 | Juchhuu! Rückbesinnung auf die Menschlichkeit vor der täglichen Dusche! Die Einfachheit von früher! Back to the Roots! Mit dem Rücken zu unseren Wurzeln gehen wir voran! | |
| 163 | Nur um kurz darauf furchtbar auf die Fresse zu fallen, da wir noch zu sehr verwurzelt im Boden verwurzelt sind. | |
| 164 | Wir sind auf verwurzelter Weise verwurzelt? | |
| 165 | Natürlich. Dadurch, daß wir auf verwurzelte Weise verwurzelt sind, fällt es uns doch um so schwerer, unsere Wurzeln hinter uns zu lassen und anderswo neue Wurzeln zu schlagen als wenn wir nicht auf verwurzelte Weise verwurzelt wären, also nur oder oberflächlich. Die Frage ist jetzt natürlich, wenn wir auf nicht verwurzelte Weise verwurzelt wären, ob man dann überhaupt noch von verwurzelt sprechen kann. | |
| 166 | Wer auf nicht verwurzelter Weise verwurzelt ist, muss auf einer anderen Weise verwurzelt sein, hmmm. Zum Beispiel könnte er auf verästelter Weise verwurzelt sein, wenn ihm nämlich alles auf dem Kopf steht. Oder auf verwinkelter Weise, wenn er Mathematiker ist. Oder auf vertraulicher Weise, wenn es niemand weiß, aber nein, es wäre sinnlos, das wüsste man ja gar nicht... | |
| 167 | Aber kommt man da nicht in Teufels Küche? Wenn jemand auf vertrauliche Weise verwurzelt ist, wüßte es, wie gesagt, niemand. Aber wenn es niemand weiß, dann würde es ja so aussehen, als ob dieser jemand überhaupt nicht verwurzelt wäre. Aber da jeder in irgendeiner Weise verwurzelt ist, würde man ja theoretisch sofort wissen, daß dieser jemand auf vertrauliche Weise verwurzelt ist. Ergo würde diese Art der Verwurzelung die sinnloseste überhaupt sein. | |
| 168 | Das wage ich zu bezweifeln! Die sinnloseste Art dürfte, meines Erachtens nach, doch eher die Verwurzelung auf entwurzelter Weise sein, weil nur dann die Paradoxie tatsächlich erreicht wird. Ich glaube nämlich, auf vertraulicher Weise verwurzelt zu sein kann man auch, wenn es jeder weiß, solange bloß nicht darüber geredet wird. So wie bei einer Affäre. | |
| 169 | Eine Affäre ist also das gleiche wie Vertrauen? | |
| 170 | Ja, mal abgesehen von der Uhrzeit der Durchführung. | |
| 171 | Du meinst sicher Vollzug statt Durchführung, so wie in 'Vollzug der ehelichen Pflicht'. Kann man eigentlich, egal ob jetzt Ehe oder Außerehe, beim Schlafzimmer von einer Vollzugsanstalt reden? Ich meine, bei einer Ehe wäre das ja sogar eine Strafvollzugsanstalt. | |
| 172 | Pessimist! Du hast eine viel zu negative Einstellung zu dem Thema. Ehrlich, wenn Dich ein paar meiner Bekannten hören würden. Es gibt so viele positive Beispiele dafür! Aber allein dieser schamlose Vergleich! Glaub mir, Strafvollzugsanstalten sind nicht so schlimm wie die Ehe! | |
| 173 | Das heißt also, wenn man in der Zeitung wieder mal von 'Gewalt in der Ehe' liest, ist daß nur ein verzweifelter Versuch der Ehepartner, der ganzen Sache noch etwas Positives abzugewinnen? Oder versuchen sie dadurch nur, der Ehe zu entfliehen, in eine Strafvollzugsanstalt? Jetzt weiß ich auch, warum man auch von einer Besserungsanstalt spricht. Dort wird alles besser. | |
| 174 | Und der Spruch 'Ich geh mal schnell Zigaretten holen' hat in beiden eine ähnliche Bedeutung! | |
| 175 | 'Ich bin ein potentieller Selbstmörder, aber ich liebe es, die endgültige Entscheidung so weit wie möglich hinauszuzögern'? | |
| 176 | Äh, Nein. Zigaretten bedeuten in einer Strafvollzugsanstalt Geldersatz. Geld ist Zeit. Man holt sich also Zeit. In der Ehe bedeutet dieser Satz auch, dass man sich Zeit holt. Viel Zeit. Vor allem, wenn der Partner eigentlich Nichtraucher ist. | |
| 177 | Ich frage mich allerdings, wie viele von den Nichtrauchern letzten Endes sehr plötzlich das Rauchen beginnen, sobald sie von ihrem Partner zur Rede gestellt werden. | |
| 178 | Reden ist also ungesund und führt zu portioniertem Suizid? | |
| 179 | Genau. Deshalb auch die Redensart 'sich um Kopf und Kragen reden'. | |
| 180 | Wie kann man sich um den Kragen reden, wenn man den Kopf schon verloren hat? Der Kopf ist doch unbedingt nötig, um zu reden. | |
| 181 | Nun ja, die wagemutige Person könnte ja auch ein Bauchredner sein. | |
| 182 | Können Bauchredner auch das rollende R? | |
| 183 | Nur wenn sie Hunger haben. | |
| 184 | Verdienen Bauchredner nicht genug, so dass sie hungern? | |
| 185 | Das nicht. Aber wie sollen sie denn ohne Kopf Nahrung zu sich nehmen? | |
| 186 | Zum Haareraufen! Mit Messer und Gabel natürlich, wie andere zivilisierte Menschen auch. | |
| 187 | Das Problem ist nur, daß es nicht zivilisiert ist, kopflos herumzulaufen. Ergo essen sie auch nicht wie zivilisierte Menschen, d.h. mit Messer und Gabel. Zumal sie im Restaurant noch nicht mal die Speisekarte lesen könnten. | |
| 188 | Analphabeten auch nicht. Dennoch ist noch kein Analphabet verhungert. Sie haben sogar gewisse Vorteile beim Essen. Bei Buchstabensuppe etwa. | |
| 189 | Warum bitteschön hat ein Analphabet Vorteile bei Buchstabensuppe? Nur weil er noch nebenher Wörter lernen kann? Und wie soll er die sinnvollen von den sinnlosen Wörtern unterscheiden? FGHJDKGR ist nämlich nicht unbedingt ein Wort, das bislang Einzug in die deutsche Sprache erhalten hat. | |
| 190 | Sein Vorteil ist, im Gegensatz zu Ananalphabeten von den Worten und Nachrichten, welche die Buchstabensuppe doch stets bildet, nicht vom Essen abgelenkt zu werden. | |
| 191 | Ich bin aber doch der Meinung, daß, im Gegensatz zu Ananalphabeten, Analphabeten erst recht von Buchstabensuppe abgelenkt werden, da der Ananalphabet die Nachrichten, die er in der Suppe zu sehen bekommt, ja schon mittags in der Zeitung gelesen hat, der Analphabet jedoch zwanghaft versucht, einen Sinn in der Suppe zu finden, wenn auch nur, um nicht als Analphabet aufzufallen. | |
| 192 | Ich finde, Ananalphabet ist eine ziemliche Buchstabensuppe. Warum isst er dann noch welche? | |
| 193 | Vielleicht hofft er, auf diese Art und Weise ein besseres Wort für Ananalphabet zu finden. | |
| 194 | Ist Scrabble sowas wie Buchstabensuppe für Fastende? | |
| 195 | Nicht ganz. Man hat es mal als Appetitzügler angedacht, aber zu viele sind an den Spielsteinen erstickt, als sie die Diät nicht mehr ausgehalten haben. Scrabble ist jetzt vielmehr das Nikotinpflaster für Bibliophile. | |
| 196 | Bäh! Die treiben es doch mit Toten! | |
| 197 | Wer? Scrabble-Spieler?! | |
| 198 | Nein. Die treiben es ziemlich rund mit ihren Buchstaben, ich meinte aber diese Bibliophile! | |
| 199 | Stimmt ja! Und um die Perfidie noch auf die Spitze zu treiben, gibt es auch noch staatlich ausgebildete, die Bibliothekare! Die verwalten das alles noch und führen Buch! | |
| 200 | Sie sind somit die Buchführer der Nation, Verwalter der Leselust und die Pioniere der Perfidie. Ohne sie würde keiner mehr eine Lanze brechen oder wissen, wie man Lanze trennt. Oder im welchen Regal man sie einsortiert. | |
| 201 | Aber was haben mittelalterliche Gerätschaften überhaupt in Bibliotheken verloren? Ich finde das nervig, wenn ich dauernd eine Lanze hin- und herräumen müßte, nur um an ein Buch heranzukommen. Obwohl sich wahrscheinlich der Pranger durchsetzen würde. Dort werden dann all diejenigen zur Schau gestellt, die nicht rechtzeitig ihre Bücher zurückgebracht haben. | |
| 202 | Diese hin und herräumen zu müssen ist aber noch viel umständlicher. Ich schlage die Guillotine vor, damit wird das ganze viel handlicher. Zugegeben, dafür ist sie nicht mehr mittelalterlich, aber es wäre nicht das erste mal, dass in einer Bibliothek etwas falsch einsortiert wäre. | |
| 203 | Spinnst du eigentlich? Das kannst du doch nicht machen! Weißt du denn nicht, wieviel Kosten durch so eine Guillotine entstehen? Im Zuge der Privatisierung ist Reinigungspersonal extrem teuer geworden, das kann eine Bibliothek allein durch Säumnisgebühren nicht bezahlen. Und dann noch der Papierkram. | |
| 204 | Soviel Papierkram fällt doch beim handelsüblichen Köpfen nicht an, zur Not kürzt man das Prozedere mit Köpfchen. | |
| 205 | Naja, zur Not gibt es eben Sonderangebote. Mengenrabatt bei Gruppen über 10 Personen, Kinder zahlen nur die Hälfte. Aktionswochen nach dem Motto jeder 100ste erhält ein Ölbad gratis dazu. | |
| 206 | Das ist ja widerlich! Da läuft das Öl doch oben rein, der ist ja wohl nicht mehr ganz dicht. | |
| 207 | Richtig, deshalb läuft's dann unten auch wieder raus, ein Auslaufmodell eben. Außer du möchtest ihn als Aufbewahrungsbehälter gebrauchen, dann mußt du ihn halt verkorken. Auch wenn eine Menage aus Glas doch irgendwie besser aussieht. | |
| 208 | Aus Glas? Das riesengroße Teil? Wo die Clowns und Elefanten und Akrobatinnen rumhüpfen? Und zu Weihnachten auch mal Stars und Sterne? | |
| 209 | Genau, die Weihnachtssterne. Die blühen da erst so richtig auf. Da sind die Löwen ganz wild drauf. Und Elefanten können nicht hüpfen. Die haben nämlich Höhenangst. | |
| 210 | Wenn also eine Giraffe einem Elefanten erlaubt, auf ihr Hoppe-Hoppe-Reiter zu spielen, reihert er denen die Manege voll? | |
| 211 | Nein, denn in der Praxis sieht es ganz anders aus: Elefanten sind extrem kurzsichtig, weshalb sie die Giraffe für eine mutierte Feldmaus halten und demzufolge reißausnehmen. Ergo reihern sie nicht die Manege voll, sie verarbeiten sie zu Kleinholz. | |
| 212 | Warum sind Elefanten kurzsichtig? Bei den Riesenohren? Glaube ich nicht. | |
| 213 | Das ist eine sehr kurzsichtige Denkweise. Ist doch logisch: Je besser das Gehör, also je größer die Ohren, desto schlechter die Augen. | |
| 214 | Aah! Also ist der Prinz Charles der Briten deutlich schwersichtig? | |
| 215 | Schwersichtig? Bekommt man einen krummen Rücken wenn man einen schweren Blick hat? | |
| 216 | Nein, aber kräftige Beine. | |
| 217 | Also besteht ein Zusammenhang zwischen muskulösen Personen und Schwersichtigkeit. Aber Prinz Charles ist nicht muskulös, hat aber dafür große Ohren, was ja eigentlich auf Schwersichtigkeit hindeutet, aber andererseits...ich blick da nicht mehr durch. | |
| 218 | Es ist eigentlich ganz einfach: wer hat die größten Ohren der Welt? Elefanten! Und die haben auch die kräftigsten Beine. Bedeutet das etwas? Nein! Nashörner haben ganz kleine Ohren und dennoch kräftige Beine, Fledermäuse haben kräftige Ohren und ganz kleine Beine. Sind ihre Beine deswegen schwach? Nein, sie können sich damit nämlich an der Decke festhalten. Daraus folgern wir messerscharf: Große Ohren sind ein Surrogat für kräftige Beine. Elefanten haben nur deswegen beides, weil es nur so reicht - hätten Elefanten kleine Ohren, wären ihre Treter noch viel größer. | |
| 219 | Du meinst also, sowohl große Ohren als auch kräftige Treter sind ein Zeichen für Schwersichtigkeit? Das heißt, Elefanten sind derartig schwersichtig, daß große Ohren alleine nicht ausgereicht haben, um die Schwersichtigkeit zu kompensieren. Demnach müßten also afrikanische Elefanten sehr viel schwersichtiger sein als indische Elefanten, oder indische Elefanten haben sehr viel dickere Beine. | |
| 220 | Die haben auch viel kleinere Augen! Außerdem wird in Indien den Elefanten mit wesentlich mehr Respekt begegnet als in Afrika. | |
| 221 | Du meinst also, in Indien bekommen die Elefanten einen Blindenhund zur Seite gestellt? | |
| 222 | Nein, wieso? Was sollen die mit einem blinden Hund? Können ja selbst nichst sehen. Und da ein Hund mit der Nase sieht, können blinde Hunde Elefanten gar nicht riechen. Wachsen in Indien überhaupt Hunde? | |
| 223 | Nein. Es gab zwar mal das Pilotprojekt, Hunde als Reinigungskräfte einzusetzen, aber es hat doch sehr stark an Moral und Disziplin gemangelt, weshalb man es wieder hat sein lassen. Zum Wienern setzt man jetzt wieder, wie bisher, auf Österreicher, die können das am besten. | |
| 224 | Also arbeiten Wiener in Indien indem sie wienern und Inder in Wien indem sie in der Internetarbeit arbeiten? | |
| 225 | Aber die Hunde sind nach wie vor arbeitslos. Inzwischen versuchen sie sich auf dem kulinarischen Sektor durchzusetzen. In China und in den USA haben sie reißenden Absatz. | |
| 226 | Ich wusste doch, der letzte Burger erinnerte mich an den Chinesen von letzter Woche. | |
| 227 | Der hat unter Garantie hundsmiserabel geschmeckt. | |
| 228 | Ja, das auch. Ich meinte eigentlich das Gesicht. | |
| 229 | Wieso? Hatte der Chinese Akne und sah deshalb genauso aus wie das Sesambrötchen? | |
| 230 | Das Gesicht des Hundes. Dies war ein Pekinese. Das erinnerte mich an den Chinesen. Nichts mit irgendwelchen arabischen Brötchen. | |
| 231 | Was ist ein P-Chinese? Gibt es auch andere Chinesen, z.B. N-Chinesen? | |
| 232 | Klar. Das sind positive und negative Chinesen. China ist ja das Land der Dualisten. | |
| 233 | Dann haben die Chinesen also auch das duale System erfunden. | |
| 234 | Klar, die haben ja auch schon von Haus aus einen Gelben... ach, der ist zu offensichtlich. Der kommt nicht an das sonstige Gag-Niveau heran, wir sollten das anders versuchen, was meinst Du? | |
| 235 | Ok. Also das duale System ist ja durch den grünen Punkt auf jeglicher Verpackung vertreten. Was mich jetzt wundert: Die Inderinnen haben ja einen roten Punkt auf der Stirn. Sind die Inder jetzt alle farbenblind und haben einfach nicht bemerkt, daß der Punkt nicht grün ist, oder hat das eine andere Bewandnis? | |
| 236 | Ich glaube, Inder sind alle farbenblind. Deswegen verehren die auch Kühe. Und essen scharf. | |
| 237 | Das heißt also, Farbenblindheit führt dazu, daß man unheimlich scharf auf Kühe ist und einen unbändigen Durst verspürt. | |
| 238 | Jep. Hunde sind ja auch alle farbenblind. Ist das nicht ein Zeichen? | |
| 239 | Durchaus. Das bedeutet, daß die meisten Hunde dem hinduistischen Glauben anhängen. Demnächst wird es noch Kreuzzüge gegen Hunde geben. Und gegen den Polytheismus der Katzen. | |
| 240 | Wie kommst Du darauf, dass Katzen polytheistisch sind? Ich kenne eine Siamesin, die sich für Gott hält. | |
| 241 | Die wiederum müßte dann ja Atheist sein, denn da sie ja selbst Gott ist, kann sie nicht mehr an einen Gott glauben, denn wenn es noch einen höheren gäbe, wäre sie nicht mehr allmächtig, und welcher Gott gibt das schon gerne zu. | |
| 242 | Dann wäre Gott also Atheist? | |
| 243 | Natürlich. Das Problem mit einem Gott ist ja, daß er niemanden hat, zu dem er beten kann. | |
| 244 | Aber warum sollte ein atheistischer Gott potentiell gläubige Wesenheiten erschaffen? Die sind ja dann gar nicht seines Glaubens... | |
| 245 | Warum sollten sie auch. Er selbst kann ja keinen Glauben haben, an wen denn auch, aber es ist doch immer sehr schön, wenn jemand an einen glaubt, und wenn es auch noch Macht bringt, um so besser. | |
| 246 | Es bringt Macht wenn jemand an mich glaubt? Also die Schwester meiner Großmutter mütterlicherseits, meiner Großonkel Frau sozusagen, glaubt an mich, ich fühle dieses prickelnde Gefühl von Macht jedoch dennoch nicht. | |
| 247 | Nicht auf die Qualität kommt es an, auf die Quantität. Du weißt ja, eine Schwalbe allein macht noch keinen Sommer. | |
| 248 | Du meinst die Macht eines Gottes steigt mit der Anzahl derjenigen die an ihn glauben? | |
| 249 | Jepp. Je mehr Gläubige, desto tiefer kann ein Gott in die Wunderkiste greifen. | |
| 250 | Wie aber erschuf Gott die Welt, da es doch noch gar keine Gottgläubigen gab? Und, ej, eine Welt zu erschaffen - das geht furchtbar tief in die Wunderkiste... | |
| 251 | Och, das war doch ganz einfach. Er hat dazu doch Nichts gebraucht, das war reichlich vorhanden, und der Rest war ein Selbstläufer. | |
| 252 | Das heißt, Gott hatte bloß das Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein? | |
| 253 | Natürlich. Wäre er im Urlaub gewesen, hätte sein Stellvertreter die ganzen Lorbeeren kassiert. | |
| 254 | Wohin soll er den fahren, wo es doch nur Nichts gibt? Da kann er ja von Glück reden, dass er Mallorca noch nicht erschaffen hat, oder die Norwegischen Fjorde, sonst hätte der Morgenstern hinter Gottes gewaltigem Rücken alles erschaffen. | |
| 255 | Aber wenn der Morgenstern alles erschaffen hätte, würden wir dann nicht viel eher von ihm als Gott reden, während wir denjenigen, den wir jetzt als Gott kennen, überhaupt nicht bzw. unter seinem richtigen Namen kennen würden? | |
| 256 | Arianismus! Ketzerei! Du musst brennen! Und du willst nach einer Heiligen benannt worden sein? Ha! Gott ist freilich Gott, und wenn zufällig jemand anderes allmächtig wäre, würde das Gott gar nicht tangieren, schließlich ist er nicht zufällig der Allmächtige, sondern allein durch seine Göttlichkeit. Ich meine, natürlich, solange man an ihn glaubt. | |
| 257 | Aber meinst du nicht, daß es seiner Gottallmächtigkeit erheblich schaden würde, wenn bekannt würde, daß nicht er, sondern jemand anders die Welt in sieben Tagen erschaffen hätte, er aber nun den ganzen Ruhm einstreicht? Was glaubst du, was das für einen Aufschrei geben würde, vor allem bei den Gewerkschaften? | |
| 258 | Die Gewerkschaften würden wegen eines ganz anderen Grundes aufschreien: Gott hatte schließlich in einer sechs-Tage-Woche gearbeitet. | |
| 259 | Das dürfte nicht das Problem gewesen sein, viel eher, daß er mehr als 40 Stunden gearbeitet hat. Aber etwas ganz anderes ist das Problem: Nachdem es ja wohl die IGG (Industrie-Gewerkschaft Gottheiten) gibt, muß es ja wohl mehr als einen Gott geben, da sich der ganze Aufwand wegen einem allein nicht lohnt. Andererseits ist doch das Christentum eine monotheistische Religion. Wie passt das nun zusammen? | |
| 260 | Gewerkschaftler sind ja auch alles Heiden oder Schlimmeres. | |
| 261 | Ok. Aus der Sicht eines Theologen: Was bitteschön gibt es denn noch schlimmeres als einen Heiden? | |
| 262 | Zwei Heiden, die sich mit einem Heidenspaß an die Heidenarbeit machen, einen weiteren Heiden zu erschaffen, der wieder ein Heidengeld erwirtschaften wird, welches an der Kirchensteuer vorbeigesteuert wird. | |
| 263 | Was heißt hier an der Kirchensteuer vorbeisteuern? Das Heideneinkommen ist selbstverständlich mit der Einkommensteuer besteuert. Von diesem ersteuerten Geld werden dann die Angestellten im Dienste des Staates be- und die selbstverständlich steuerpflichtigen Schmiergelder gezahlt. Von diesen geschmierten bzw. angeschmierten Arbeitern dürften durchaus einige dem - deiner Meinung nach - richtigen Glauben angehören, weshalb sie Kirchensteuer bezahlen müssen, damit die Kirche auch weiß, daß an sie geglaubt wird. Ergo zahlen, wenn auch auf Umwegen, Heiden auch Kirchensteuer. Heidenei. | |
| 264 | Ich wusste es! Heiden werden in Eiern geboren, keine lebendgebärende Säugetiere. | |
| 265 | Denk' immer daran: Am Anfang eines Säugetiers steht auch noch immer ein Ei. | |
| 266 | Eier stehen nicht, Eier eiern. | |
| 267 | Du behauptest also wirklich, ein Ei eiert? Und wie sieht's mit einem Spiegelei aus? | |
| 268 | Eiern Spiegeleier nicht spiegelverkehrt? | |
| 269 | Das mag sein. Aber woher willst du wissen, in welche Richtung ein Ei im Normalfall eiert? Woher willst du wissen, ob das Ei, das du eigentlich für ein Spiegelei hältst, in Wirklichkeit nicht das Originalei ist? | |
| 270 | Wenn man den Unterschied nicht bemerkt, kann man doch damit den Hunger auf der Welt bekämpfen, indem man einfach einen Haufen Spiegel kauft und dann aus einem Ei Hunderte Spiegeleier macht, die dann alle in hungrige Bäuche eiern. | |
| 271 | Im Ansatz gut, nur nicht richtig nachgedacht. Zuerst füllen wir also die Menschen in der dritten Welt mit Eiern ab. Und anschließend können wir uns um ihr Cholesterin-Problem kümmern, oder wie? | |
| 272 | Lieber Choleriker als hungrig. | |
| 273 | Aber als Choleriker verbraucht man weitaus mehr Kalorien als ein gemäßigter Mensch, wird also dementsprechend schneller hungrig. Da besteht durchaus ein Zusammenhang. | |
| 274 | Aber bei Cholerikern steigt vor allem nur der Blutdruck, nicht der Cholesterinspiegel. Und das Cholerarisiko, freilich. | |
| 275 | Wieso Colarisiko? Trinken die sonst nur Pepsi? | |
| 276 | Coca-Cola ist aufgrund seiner Inhaltsstoffe ein Risiko. Das Rezept ist geheim - und somit riskant. Wer weiß was da drin steckt? | |
| 277 | Drogenhändler haben früher damit Drogen geschmuggelt, die haben sie einfach in der Flüssigkeit aufgelöst und nachher wieder zurückgewonnen, wenn sie die Flüssigkeit eingekocht haben. Deshalb ja auch COCA-Cola. | |
| 278 | Aah. Und ich dachte Coca-Cola kommt von Coco Chanel. | |
| 279 | Nein, die läuft nur mit ihrem Namen Werbung für Coca-Cola. Die heißt eigentlich ganz anders. | |
| 280 | Choco Canel? | |
| 281 | Ne, Ganz Anders. | |
| 282 | Ist die mit Christian Anders verwandt oder verschwägert? | |
| 283 | Gut erkannt, das ist nämlich 'ne ganze Sippe. Christian Anders singt lustige kleine Volksweisheiten, Thomas Anders singt ebenfalls, redet aber sehr modern, und vor allem nicht über Volksweisheiten, Günther Anders schreibt nette Texte, nur keine Volksweisheiten, Peter Anders singt ebenfalls, vielleicht auch Volksweisheiten, Wladyslaw Anders ging zum Militär und führte Schlachten im Namen des Volkes, William Anders wurde Astronaut und durfte einen tollen Blick auf sein Volk genießen, und Ganz Anders letzten Endes schneidert Klamotten, von denen Volksweisheiten noch lange Berichten werden. | |
| 284 | Welchem beneidenswerten Volke wird denn so anders, ich meine, welchem gehören die Anderen an, ich meine, die Anders? Und gehört der Andersen, der Hans Christian, auch zu denen? Und ist es Zufall, das Neo, the One, auch ein Andersen ist, wenn auch kein Hans Christian, sondern ein Thomas, so wie der Ungläubige? | |
| 285 | Das ist wirklich nur Zufall. Fakt jedoch ist, dass Hans Christian Andersen, seines Zeichens Märchenonkel, für die Darstellung, besser gesagt, das Drehbuch der 'realen' Welt verantwortlich ist, in der sich Thomas Andersen, seines Zeichens Auserwählter, für einen Großteil seines Lebens bewegte. Das er nun als kommender Messias genau so heißt wie der Ungläubige Thomas, dürfte deshalb schlicht eine gewollte Diskrepanz seitens des Autors, des anderen Andersen, sein. | |
| 286 | Ist der Märchenonkel somit Prophet oder Feind des Messias, erschuf er schließlich die Welt, die der Ungläubige erlösen muss. Ohne den märchenhaften Verführer gäbe es also den Messias nicht - wohlgemerkt aber auch gar nicht seine Notwendigkeit. | |
| 287 | Aber wenn er die Welt erschaffen hat, wieso existiert dann überhaupt ein Messias? Bestimmt nicht er letzten Endes die Spielregeln? Und wenn weder Onkel noch Messias existieren würden, was würde das für die Welt bedeuten, sofern es sie dann gäbe? Wäre sie dann von jemand anderem erschaffen worden, liegt es also in der Natur des Schicksals, dass die Welt entsteht? | |
| 288 | Du meinst, die Welt ist, weil sie muss? Hat die Welt denn keinen freien Willen? Befreit die Welt! Das wäre doch eine Demo... | |
| 289 | Ja schon, aber davor sollte man vielleicht noch klären, wovon man sie befreien soll. Einfach nur "Free the World!" bringt's nicht. | |
| 290 | "Free the Whales" hat es doch auch gebracht. Oder "Free your mind". Also, ich finde, mehr braucht man nicht, um den Pöbel zu angeln. | |
| 291 | Ich finde es ganz schön unverfroren von dir, im gleichen Satz von Walen und angeln zu reden. Bei so was verschließt sich mein Geist! | |
| 292 | Ist das schlimmer, als wenn ich im selben Satz von Wahlen und angeln reden würde? | |
| 293 | Schon, denn Wähler sind im Gegensatz zu Walen in ausreichender Menge vorhanden. Außerdem gibt es kein Gesetz, das den Wählerfang verbietet, auch wenn bei einer Wahl gelegentlich ein dicker Fisch ins Netz geht. | |
| 294 | Wähler haben aber das Recht zur Nichtwahl, ein Wal jedoch ist stets zu seinem Wal sein verdammt, er kann nie Nichtwal sein, ohne sich zu verleugnen. | |
| 295 | Du meinst also, dass es keinen einzigen Wal gibt, der unter extremen Persönlichkeitsproblemen und somit unter starken Depressionen leidet? | |
| 296 | Er hat doch gar keine Wahl außer Wal zu sein. | |
| 297 | Aber schränkt es nicht erheblich die Würde des Wales ein, wenn wir ihm nichts Anderes als das Walsein zugestehen? Ich meine, er könnte doch etwas anderes sein, theoretisch. | |
| 298 | Aber die Würde eines Wales ist ungeschützt. Da nämlich die Würde des Menschen unantastbar ist, unterliegt der Wal im Zweifelsfalle immer. | |
| 299 | Wenn wir Menschen nun dem Wal aber keine Würde zugestehen, unterminieren wir damit nicht unsere eigene Würde, tasten unsere Würde sozusagen selbst an? | |
| 300 | Allein schon über Würde zu diskutieren ist würdelos, da sie ja unantastbar ist. Wenn wir etwas diskutieren, versuchen wir es zu erfassen, also es anzufassen, anzutasten. Unsere Diskussion ist verfassungswidrig. | |
| 301 | Überhaupt nicht. Wenn etwas unantastbar ist, ist es also, in anderen Worten, unangreifbar. Demnach bietet die Würde des Menschen, da sie keinen Anhaltspunkt bietet, auch keinen Diskussionsstoff. Unsere Diskussion ist ergo absolut nutzlos und durch nichts begründet, kann also auch nicht gegen die Verfassung sein. | |
| 302 | Gesetze sind Regeln, die man brechen muss, um Verbrecher zu werden, nicht Aussagen über die Dinge, über die sie reden. Das Leben geschützt ist bedeutet, man darf nicht töten, nicht, man kann nicht töten. So hätten wir ja langweiliger weise überhaupt keine Verbrecher! | |
| 303 | Was aber noch viel schlimmer wäre: wenn es keine Verbrecher mehr gibt, können wir auch nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden, da es dann ja Gut und Böse auch nicht mehr gibt. Was würde das nun aber für unsere Gesellschaft bedeuten, ohne diese Differenzierung leben zu müssen? | |
| 304 | Weniger Differenzierung bedeutet mehr Gleichheit! Eines der Ziele der französischen Revolution - lasst uns Köpfe hacken für eine bessere Welt! | |
| 305 | Aber ohne diese Differenzierung zwischen Gut und Böse wären wir doch gar nicht in der Lage, zu entscheiden, wessen Kopf rollen muss. Deshalb wäre auch eine Revolution nicht zu machen - gegen wen auch? | |
| 306 | Na gegen die Bösen! Wir können den Unterschied zwischen Gut und Böse doch auch dadurch ausmerzen, indem wir die Bösen ausmerzen. Dann sind ja auch alle gleich. Oder alternativ die Guten, falls es weniger sind, wäre effizienter. Ist auch gleich. | |
| 307 | Denkfehler. Da ja letzten Endes einer bzw. wenige entscheiden müssen, wer letzten Endes gut oder böse ist, ist deren Stellenwert exklusiver als derjenige der übrigen. Dadurch sind sie nicht mehr gleich. | |
| 308 | Doch. Wenn sie alle anderen umgebracht haben, sind die Lebenden alle gleich. | |
| 309 | Aber nur dahingehend, dass sie alle am Leben sind. | |
| 310 | Ist doch schon eine Basis. Tod oder Freiheit! Einfache Wahl, da entscheidet man sich stets für die Freiheit. | |
| 311 | Wenn man die Wahl hat. Nur hier wird ja über dich entschieden, ob du frei oder tot bist. Wenn du also nicht zu den Richtern gehörst, wurde dir die Entscheidung zu wählen abgenommen, hast demnach keinen eigenen Willen. | |
| 312 | Keinen eigenen Willy? Das gilt nur für Eunuchen und Frauen? | |
| 313 | Nein, auch für Männer. Der Sinn einer Enthauptung ist es ja, den Körper vom Denkzentrum zu separieren. Da jedoche einige Menschen maskuliner Art nur mit dem Unterleib denken, wird die Enthauptung dann eben dort durchgeführt. | |
| 314 | Da in dem Fall ja das eigentliche Haupt wieder die Hauptaufgabe des Denkens übernimmt, ist eine Enthauptung eine Behauptung, eine Rückbesinnung auf das Haupt. | |
| 315 | Muss nicht sein. Manche haben nach der Enthauptung das Problem, ihren Mann zu stehen, da im Oberstübchen eher nichts zu finden ist, was man landläufig als Intelligenz bezeichnen würde. | |
| 316 | Aber das ist doch am Kopf die Hauptsache! | |
| 317 | Sollte man eigentlich annehmen. Aber manche sind da eben doch sowas wie wandelnde Schaufensterpuppen: sind gut angezogen, sehen gut aus, aber wenn man hinter die Fassade blickt, merkt man, dass da nur viel leerer Raum ist, den zu füllen man versäumt hat. | |
| 318 | Schaufensterpuppen sind hohl? | |
| 319 | Ja, nur deshalb können sie auch schwimmen, die meisten haben ja keine Arme. | |
| 320 | Ich erinnere mich an die Schaufensterpuppenschwimmweltmeisterschaft auf Hawaii letztes Jahr. Was für Puppen! | |
| 321 | Es haben meines Wissens nicht nur Schaufensterpuppen teilgenommen, sondern Puppen jeglicher Art und Couleur. Also auch Barbies und Aufblasbare. Selbst Marionetten sollen gesichtet worden sein. Bei denen lief das wie am Schnürchen. | |
| 322 | Es hat mich dennoch schwer überrascht, dass der italienische Topfavorit Pinocchio mit nur einer Nasenlänge Vorsprung den Überraschungserfolg der für Russland an den Start gegangenen sechsfachen Versteckenweltmeistern, den Babuschkapuppen, verhindern konnte. | |
| 323 | Aber man muss natürlich auch sehen, dass er sehr von der Welle profitiert hat, die die Augsburger Puppenkiste ausgelöst hat, als sie zu Wasser ging. Im Gegensatz zu Oskar aus der Sesamstraße, dessen Tonne von der Welle gefüllt wurde und er daraufhin jämmerlich absoff. | |
| 324 | Dafür sind die Deutschen aber für das nächste Mal bei diesen traditionsreichen Rennen disqualifiziert. Oskar war doch ohnehin nur Stellvertreter, da Graf Zahl ja zum Punkterichter ernannt wurde. | |
| 325 | Kopfzerbrechen bereitet den Veranstaltern jedoch noch die Verpflegung der französischen Delegation. Nachdem deren dänischer Koch Froschschenkel auf den Speiseplan gesetzt hatte, wurde er von Miss Piggy und den Schweinen im Weltall versehentlich in die Linden- statt zurück in die Sesamstraße gebeamt. Jetzt wohnt er bei Mutter Beimer und macht eine Umschulung zum staatlich geprüften Froschzüchter erster Klasse mit Stern. | |
| 326 | Mutter Beimers demnächst also im Michelin Speiseführer durch Europa? Wobei ich nie verstanden habe, warum ausgerechnet Michelin Speiseführer macht: Essen wie Gummi? Essen sie, soviel sie wollen, das Michelinmännchen ist dennoch runder als sie? Essen, ohne zu zahlen - mit Michelin sicherer und schneller weg? | |
| 327 | Nein, das ist nur wegen dieser neuen Trendrestaurants: Essen auf Rädern. Sponsored by Michelin. | |
| 328 | Gerädertes Essen? Ich dachte, das fällt unter die Tierquälerei? | |
| 329 | Nein, unter die Straßenverkehrsordnung. | |
| 330 | Und auch hier ist Deutschland das einzige Land, dass keine Höchstgeschwindigkeit in den deutschen Schnellrestaurants hat, lediglich eine Richtgeschwindigkeit von 130 Knödeln pro Stunde. In anderen Ländern grenzt man das ja stark ein, mehr als 130 Knödel pro Stunde sind kaum erlaubt - und in Amerika wird es richtig kompliziert, weil die hier statt in Knödeln in Sandwiches rechnen, und man auf nur 55 Sandwiches in der Stunde beschränkt wird, wobei keiner das so recht mit deutschen Knödeln vergleichen kann. | |
| 331 | Nun ja, nicht so ganz. Ein Gremium hat seinerzeit festgesetzt, dass die Menge an Kalorien der Knödel genau das 2,36fache der Menge an Kalorien der Sandwiches ist. Da jedoch die Kalorienzahl der Knödel und der Sandwiches von den Zutaten abhängig ist, hat dasselbe Gremium seinerzeit eine Umfrage in den Schnellrestaurants gemacht und die beliebtesten Sandwiches und Knödel als Grundlage zur Berechnung ihres Tempolimits verwendet. | |
| 332 | Weißt Du eigentlich, ob die Amis es endlich auf die Reihe gebracht haben, die entsprechenden Ausnahmeregeln in Bezug auf Light Sandwiches durchzusetzen? | |
| 333 | Wieso Ausnahmeregelung? Es ist doch schon seit langem vorgeschrieben, dass man nachts mit Licht zu fahren hat, egal ob mit Knödel- oder Sandwich-Limit. | |
| 334 | Ich Dummerchen, ich vergesse immer, dass das gilt seitdem die 0,8 Kamillegrenze ab 18 Uhr aufgehoben wurde. | |
| 335 | Aufgehoben ja, aber so manch einer hält sich nicht dran und versucht, den verräterischen Geruch der Kamille durch Einnahme von alkoholhaltigen Getränken zu überdecken. | |
| 336 | Banausen! Dabei weiß doch jedes Kleinkind, dass Tee im Zusammenhang mit Alkohol zu furchtbaren Rauschzuständen führen kann. Vor allem, wenn es reichlich Alkohol ist. Seebären verkaufen dass seit Jahrhunderten unter dem klingenden, eigentlich alles sagenden Namen Grog. Also, wenn das mal nicht wie ein Bösewicht aus einem drittklassigen Fantasyfilm klingt. | |
| 337 | Eher wie die Handlanger des Bösewichts, so nach dem Motto "die Grogarmee überfiel das harmlose Städtchen wie vom Blitz getroffen, und zurück blieb nur Verständnislosigkeit; Menschen im Delirium, die ziellos umherwankten und zusammenhangloses Gemurmel von sich gaben, fanden sich an allen Ecken des Städtchens. Die Frage, ob der morgige Tag Besserung bringen würde nach dieser Kopfweh verursachenden Untat, stand ihnen förmlich ins Gesicht geschrieben." | |
| 338 | Abgesehen davon, dass wie vom Blitz getroffen ein furchtbarer Name für ein harmloses Städtchen ist, halte ich das für einen ausgezeichneten Anfang für ein gigantisches Fantasyepos in drei dicken Bänden. "Nur einer würde die armen Bürger retten können, ein junger Mann, selbst noch mit einem Dumpfschädel geschlagen, der Zauberer As'Pyrin. Nur wusste er es selber noch nicht, und hätte man es ihm gesagt, oder irgendjemandem anderen, hätte man nur schallendes Gelächter als Antwort erhalten - in diesem Zustand keine allzu schmerzfreie Antwort..." | |
| 339 | Klingt nicht schlecht, aber um die drei Bände füllen zu können, bedarf es noch der einen oder anderen Wendung. "Doch es gab einen namenlosen Herrscher, der in der Lage war, das Schicksal und die Zukunft zu erkennen, und es begab sich, dass sich dieser Herrscher in der Kleidung des Landvolkes, welches da aus einer ledernen Tracht und einem lustigen Hut bestand, aufmachte, den jungen Zauberer zu finden und sich ihm Untertan zu machen. Vor Wonne kam er nicht umhin, sich unterwegs das eine oder andere Mal lustig auf die Schenkel zu schlagen und freudig in die Luft zu springen. Und so kam es, dass er wegen Erregung öffentliches Ärgernisses in den tiefsten Kerker des Landes geworfen wurde." | |
| 340 | Aber das wusste doch der namenlose Herrscher, als er aufbrach, schließlich konnte er die Zukunft ja voraussehen. Also wollte er in den tiefsten Kerker des Landes geworfen werden? Warum das denn? | |
| 341 | Es sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass er nur in der Lage war, eine mögliche bzw. die wahrscheinlichste Zukunft vorherzusehen, die auf dem Schicksal basiert. Allerdings kann das Schicksal seine Bahnen ändern, und hätte sich der Herrscher nicht seiner Euphorie hingegeben, dann tyrannisierte er glücklich bis ans Ende seiner Tage - oder des Landes, was eben zuerst eintrifft. | |
| 342 | So eine unsinnige Gabe auch, nur die wahrscheinlichste Zukunft vorauszusehen. Dann konnte er ja weder die Lottozahlen voraussagen, und war beim Fußballweltmeisterraten auch nicht besser als jeder Experte auf diesem Gebiet... dieser namenlose Herrscher wurde ganz schön gelinkt, als ihm diese Gabe zuteil wurde. | |
| 343 | Nein, gerade eben nicht. Wäre er verlinkt gewesen, hätte er ja die Möglichkeit gehabt, im Internet nach der richtigen Zukunft zu suchen, dann wäre im dieser Lapsus mit Sicherheit nicht passiert. Und wozu braucht er noch die Lottozahlen? Als tyrannischer Weltherrscher - sein erklärtes Ziel - bedarf es keines Lottogewinns. Dazu gibt es doch das tumbe Volk. | |
| 344 | Aber was sollte denn das tumbe Volk mit so viel Geld machen? | |
| 345 | Na das ist doch wohl klar. Wenn das tumbe Volk mit Geld abgespeist wird, dann hat es schon keinen Blick mehr für die wirklichen Probleme, die vorherrschen. Oder die tyrannischen Aktionen des tyrannischen Weltherrschers in spe. | |
| 346 | Also muss ein tyrannischer Herrscher bloß sein Volk glücklich machen, damit er seine sinistren Pläne durchführen kann? Faszinierender Gedanke, wieso bislang kein Despot darauf gekommen ist? | |
| 347 | Den Gedanken hatten sie schon, die Sache ist aber am Geld gescheitert. Denn um das Volk glücklich zu machen, benötigt der Despot natürlich erst mal diese Unsummen an Geld. Aber woher nehmen? Die meisten haben es sich vom tumben Volk besorgt, um es ihm dann wieder zurückzugeben. Allerdings stellte sich das Volk im Nachhinein als doch nicht so ganz tumb heraus und beseitigte kurzerhand den unliebsamen Herrscher. Wie du also siehst ist letzten Endes alles eine Sache des Geldes. | |
| 348 | Das heißt, damit einer erfolgreich Tyrann werden kann, muss er noch bevor er Tyrann wird mit tyrannischen Methoden Geld anhäufen, was er aber nicht kann, da er ja noch gar kein Tyrann ist. Das bedeutet, wir haben einwandfrei bewiesen, dass kein Despotismus erfolgreich sein kann! Es lebe die Freiheit! | |
| 349 | Nicht ganz. Despotismus ist nur dann nicht erfolgreich, wenn sich ein armer Mittelständler zum Tyrann aufschwingen will. Letzten Endes ist die Tyrannei doch nur ein Freizeitsport für Wohlbetuchte...oder Lottogewinner. | |
| 350 | Ach, immer die, die meinen, bloß weil sie sechs richtige Zahlen getippt haben, seien sie die Herrscher der Welt. Oder sie seien vorne am Boot. Ist auch gleich. | |
| 351 | So gesehen müsste man eigentlich jede Lottogesellschaft verbieten, da sie ja die Mittel bereit stellt, den Staat in seinen Grundfesten zu erschüttern bzw. zu vernichten. Was mir allerdings Kopfschmerzen bereitet, ist die Tatsache, dass es ja auch staatliche Lottogesellschaften gibt. Warum sollte sich ein Staat selbst aushebeln wollen? | |
| 352 | Ganz einfach: wenn ein Staat diejenige Gruppe errichtet, die den Staat auszuhebeln sucht, sammeln sich dort alle Dissidenten. So behält der Staat die Kontrolle über alle möglichen Gegner: jeder, der mal Lotto gespielt hat, steht auf der Schwarzen Liste des Geheimdienstes. | |
| 353 | Schon, aber falls nun jemand einen 6er im Lotto hat und Millionen gewinnt, wer hindert ihn denn daran, seine finsteren Pläne zu verwirklichen? Den Gewinn nicht auszuzahlen wäre strafbar. Außerdem sind ja nicht alle Dissidenten in der staatlichen Lotterie organisiert. | |
| 354 | Nur die Dissidenten, die Lotto spielen, haben ja Aussicht auf Erfolg, wie gezeigt. Deswegen reicht es, diese zu kontrollieren. Und da der Staat auch die Lottogesellschaften kontrolliert, kann er auch kontrollieren, wer gewinnt! Trickreich geplant. | |
| 355 | Aber führt so etwas nicht über kurz oder lang zu Unzufriedenheit unter den Dissidenten? Es besteht dann die Gefahr eines Aufstandes, in dessen Verlauf der Staat ebenfalls vernichtet werden kann. Sozusagen haben wir es dann hierbei mit einem Teufelskreis zu tun, oder? | |
| 356 | Du hast vollkommen Recht. Der Staat sollte sich mehr um die Zufriedenheit seiner Dissidenten kümmern, sonst kommt es zu Revolten und Aufständen. | |
| 357 | Aber die sind doch nur dann zufrieden, wenn es zu Revolten und Aufständen kommt! Oder wenn sie im Lotto gewinnen. Aber das läuft ja auf das Gleiche raus. | |
| 358 | Dann macht man sie durch Sportübungen zufrieden. Jeden morgen müssen alle Dissidenten zehn Minuten lang kollektiv aufstehen. Das ist der morgendliche Aufstand. | |
| 359 | Schlechte Idee. Bekanntlicherweise hat Morgenstund Gold im Mund. Wenn sie also lange genug früh aufstehen müssen, haben sie genug Gold zusammen, um ihre tyrannische Herrschaft starten zu können. | |
| 360 | Na gut. Also doch lieber Abendgymnastik, oder macht uns da eine andere Volksweisheit das Leben ebenfalls schwer? | |
| 361 | Das nicht. Aber wer hat schon Lust, mit einem Video von irgendeinem selbsternannten Fitness-Guru oder irgendeinem ausgedienten Model Gymnastik zu machen? | |
| 362 | Russisch-orthodoxe Hinduisten aus Paraguay? | |
| 363 | Auf keinen Fall! Sollten diese Videos, die der Sekte des amerikanischen Way-of-Life entstammen, jemals in die Hände der russisch-orthodoxen Hinduisten fallen, würden diese unweigerlich einen Kreuzzug hin zum spirituellen Zentrum der Amerikaner zur Folge haben, und die Welt würde im Chaos versinken. | |
| 364 | Ein Kreuzzug nach Disneyland? | |
| 365 | Die Verkörperung des absolut Bösen. Heidnische Bräuche. Dort wird Geld und Gold angebetet, Hexen, zerrüttete Familien, Verbrechen, Gewalt, eine Gesellschaft ohne erkenntlichen Glauben, sprechende Tiere; und als wäre das nicht schon genug auch noch die Verunglimpfung des Heilands durch einen Superhelden mit übermenschlichen Kräften. Diese Sekte hat schon zu viele Menschen in ihren Bann gezogen, inzwischen zahlen sie auch noch dafür, all das mitansehen zu können. Ein einziges Volksfest! | |
| 366 | Aber ein Kreuzzug führt doch immer zu einem heiligen Ort, der von Heiden, sprich: Andersgläubigen, besetzt ist. Du willst doch nicht etwa andeuten, unter Disneyland findet sich eine uralte, heilige Stätte der russisch-orthodoxen Hindus aus Paraguay? | |
| 367 | Nein, das natürlich nicht. Aber da Disneyland ein Zentrum dieser Andersgläubigen zu sein scheint, ist es nur logisch, diesen Ort des Frevels zu vernichten, um damit diese "Religion" in ihren Grundfesten zu erschüttern, wenn auch die völlige Auslöschung in weiter Ferne liegen mag. | |
| 368 | Aber wie wahrscheinlich ist es, dass sie den Krieg führen können? Ich meine, es gibt nur zwei russisch-orthodoxe Hindus in Paraguay, und der eine kränkelt ja ein wenig. | |
| 369 | Und? Der Glaube versetzt Berge...oder gewinnt Kreuzzüge. | |
| 370 | Das würde ein anderes Geheimnis erklären, welches ich seit Jahren aufzudecken versuche: wo ist die Arche Noah? Eigentlich sollte sie ja auf dem Berg Arafat sein, aber bestimmt ist dieser Berg durch Gläubige versetzt worden - und zwar nach Hawaii, es handelt sich nämlich um den Mauna Kea! Dort gibt es nämlich eine archaische Glaubensrichtung. | |
| 371 | Vielleicht sollten wir aber auch einfach mal die Personifizierung des Berges fragen, der momentan Schlagzeilen als Palästinenserführer macht. Der müßte ja eigentlich wissen, wo das Schiff zu finden ist. | |
| 372 | Nicht dass er aber dann plötzlich anfängt, seinen Schal abzuwickeln und darunter kommt die Arche Noah zum Vorschein... ich meine, früher waren ja die Leute etwas kleiner. Wenn wir das bis Noah runterrechnen... | |
| 373 | Das die Menschen etwas kleiner waren, kann man ja noch glauben, aber die Tiere? Ich glaub' ja nicht, dass es außer einer Arche Noah eine Arche Elefant oder eine Arche Kamel gegeben hat. | |
| 374 | Aber abgesehen von Läusen und Flöhen, was sonst soll noch auf Arafats Kopf Platz haben? | |
| 375 | Dann haben wir hier ein Dilemma: Entweder die Bibel hat unrecht mit der Annahme, dass von jedem Tier ein Paar auf der Archen Platz gefunden hat, oder die Tiere selbst waren früher auch sehr viel kleiner, was allerdings nicht haltbar ist, da Ausgrabungen gezeigt haben, dass die Tiere früher ebenfalls recht groß waren. | |
| 376 | Die Ausgrabungen haben doch nur Skelette gefunden, die vom Herrgott absichtlich in die Erde hineingetan wurden, um uns irre zu führen und unseren Glauben zu testen! | |
| 377 | Aber wenn er uns schon damit hinters Licht geführt hat, wie können wir uns dann sicher sein, dass es die Arche wirklich gab? Vielleicht ist das auch nur alles erfunden. | |
| 378 | Nein, die ist echt. Steht ja so im Buch der Bücher. Ist doch gar nicht so schwer. | |
| 379 | Ach so. Nur weil es in einem Buch steht, muss es richtig sein. Das heißt also auch, dass alles, was in irgendeinem Buch steht, richtig ist und sich zugetragen hat? | |
| 380 | Ja, klar. Zumindest in jemandes Phantasie. Und deren Realitätsgrad unter dem unserer Wahrnehmung anzusiedeln halte ich, jetzt so kurzfristig zumindest, doch für äußerst vermessen. | |
| 381 | Wobei sich dann aber die Frage stellt, wenn Phantasie und Realität auf einer Stufe stehen, ist das, was wir gemein hin als Realität bezeichnen, nicht vielleicht doch nur unserer Phantasie entsprungen? Und gibt es dann überhaupt so etwas wie eine Realität? | |
| 382 | Nein, wieso? Realität ist doch nur diejenige Phantasie, welche die Wahrnehmung ein wenig ernster zu nehmen versucht. Meine Vorstellung von Australien beruht auf das, was ich aus Büchern und Bildern kenne, meine Vorstellung meines Zimmers nur auf das, was ich von meinen betrügerischen Sinnen her kenne. | |
| 383 | Das kenne ich. Meine Sinne sagen mir auch immer, dass mein Zimmer aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen, dass es mal wieder höchste Zeit wäre aufzuräumen. Dabei weiß ich ganz genau, dass das nur Einbildung ist. | |
| 384 | Natürlich ist es nur Einbildung. Wie sonst solltest Du darauf kommen, dass es Dein Zimmer ist. | |
| 385 | Aber wenn wirklich alles nur Einbildung ist, wird dadurch die Kindererziehung praktisch unmöglich. Wie soll man sein Kind dazu bringen, sein Zimmer aufzuräumen oder Hausaufgaben zu machen, wenn das sowieso nur alles eingebildet ist? Es stellt sich vielmehr die Frage, ob das Kind selbst nicht auch nur in der Phantasie existiert, eigentlich alles. Vielleicht existiert man selbst auch nur in seiner eigenen Phantasie... | |
| 386 | Richtig. Unter Umständen sind selbst wir beide nur fiktive Gesprächspartner, die, außer an einem absurden Dialog teilzunehmen, keine andere Aufgabe haben, und nur dem Geist anderer entspringen. | |
| 387 | Wieso nur dem Geist anderer? Könnte es nicht auch sein, dass wir nur aufgrund dessen existieren, dass wir uns uns selbst vorstellen? Wobei dann nur die Frage bleibt, was zuerst da war: unsere Existenz oder unsere Phantasie? | |
| 388 | Sollten wir aus uns selbst heraus existieren, sind wir Götter, unbewegte Beweger, selbst erdachte Gedanken... das würde unsere ganzen Religionsprobleme lösen! | |
| 389 | Nicht wirklich. Es stellt sich dann nach wie vor die Frage, wieso wir überhaupt existieren. Das eine geht nicht ohne das andere. Das ist so ähnlich wie mit dem Huhn und dem Ei. | |
| 390 | Das Problem löst sich auf, wenn wir uns die Zeit einfach wegdenken, und damit die Notwendigkeit von Kausalität. Ich krieg zum Beispiel jetzt Lust auf ein Omelette mit Brathähnchen. Dies hat überhaupt keinen kausalen Zusammenhang mit unserer derzeitigen Diskussion. | |
| 391 | Wenn wir uns aber gerade eben die Zeit weggedacht haben, hast du auch keine Chance, Omelette und Brathähnchen zu bekommen, da beide einige Zeit brauchen, um fertig zu werden. Jetzt hast du den fehlenden kausalen Zusammenhang. | |
| 392 | Der hat mir aber gar nicht gefehlt! Mir ist viel lieber, wenn er mir vom Leib bleibt, dieses Ferkel. | |
| 393 | Aber was hast du nur gegen den kausalen Zusammenhang? Der ist doch so ein lieber Kerl. Der tut nur Gutes. Wegen ihm können wir uns überhaupt nur unterhalten. Man könnte sagen, er ist die Sprache schlechthin. | |
| 394 | Dieser Kerl sorgt dafür, dass, tue ich etwas Unüberlegtes, das auch meistens Konsequenzen hat! Außerdem hindert er mich daran, gute Noten zu schreiben, mit der schlichten Begründung, ich hätte nichts gelernt. Er ist schuld! Jeder Krieg, der begründet werden kann, jedes Verbrechen, welches mit Absicht erfolgt, jeder Unfall, der auf technische Mängel oder menschliches Versagen zurückzuführen ist - all das ist die Schuld dieses Missetäters! | |
| 395 | Aber auf die Art und Weise hat man immerhin einen Sündenbock. Wenn es ihn nicht gäbe, wäre ja jeder Krieg, jedes Verbrechen, jeder Unfall grundlos. Es liegt in der Natur des Menschen, jemandem die Schuld an all diesem zu geben, und ohne diesen Kerl träfe es immer jemand Unschuldiges. | |
| 396 | Nein, würden wir seine Nichtexistenz akzeptieren, könnten wir in vollkommener Apathie die Welt mit ganz neuen Augen sehen... wenn es denn sein muss. | |
| 397 | Ja, die Welt wäre dann viel zu aufgeregt, alles würde sich viel zu hektisch bewegen. Und über kurz oder lang würde die Menschheit sterben, weil sie zu apathisch wäre, zu essen oder zu trinken, ja sogar zu schlafen. Oder wäre sie auch zu apathisch, um zu sterben? | |
| 398 | Ist mir egal. | |
| 399 | Mann, du bist vielleicht apathisch. Ich bin schon längst drüber weg, inzwischen bin ich viel zu apathisch, um noch apathisch zu sein. Das wäre mir viel zu anstrengend. | |
| 400 | Megaapathie wird zu Metaapathie wird zur Aufhebung der Apathie. Das ist das Geheimnis des Tao, oh Zen-Sensai! | |
| 401 | Das heißt also, je apathischer ich werde, desto weniger apathisch bin ich im Grunde genommen. Ist das nicht paradox, Tao hin oder her? | |
| 402 | Paradoxien löst man am einfachsten durch Apathie. Oder gleich dem Tao Tao, dem Doppel Tao. | |
| 403 | Das ist doch erst recht paradox! Ein Paradox, dass durch die Apathie entsteht, mit Apathie lösen zu wollen. Und was hat ein Pandabär damit zu tun? | |
| 404 | Pandabären schmecken halt mit einer feinen Champignon-Sojasoße besonders gut. | |
| 405 | Noch besser aber wäre es, den Panda zusammen mit Bambussprossen zu servieren. Dann kommt etwas Farbe ins Essen. | |
| 406 | Bambussprossen vertreiben aber den apathischen Geschmack. | |
| 407 | Du meinst also, es hat einen negativen Beigeschmack, dass, im Gegensatz zu einer feinen Champignon-Sojasoße, Bambussprossen den apathischen Geschmack vertreiben, der ja eigentlich durch einen spirituell begabten, gut zubereiteten Pandabären vertrieben werden soll, um das Paradox zu lösen, ohne in Apathie zu verfallen, dank der Bambussprossen? | |
| 408 | Du verwirrst mich. Pandabären vertreiben keinen apathischen Geschmack, sie liefern ihn. Bambussprossen vertreiben den apathischen Geschmack des Pandabären. Eine feine Champignon-Sojasoße versprüht so viel Beliebigkeit, dass sie den apathischen Geschmack des Pandabären voll entfalten lassen. Das Paradox hindert mich lediglich daran, einen guten Wein dazu auszuwählen, weswegen ich es einfach mit einer Nebukadnezzar-Buddel Sekt wegspüle. | |
| 409 | Dann könnte man doch statt der Champignon-Sojasoße jede x-beliebige Soße nehmen, irgendwas, was auch zum Sekt passt. Räucherlachs-Soße zum Beispiel. Wenn ich auch nicht wüsste, ob man das nach der Menge an Sekt überhaupt noch schmeckt. Vermutlich ist's einem sowieso egal. | |
| 410 | Eben! Es ist einem egal! Appetit auf Apathie! | |
| 411 | Aber diese Apathie kostet Tausende von Arbeitsplätzen. Stell' dir doch nur mal vor: wenn es einem völlig egal ist, was man isst, dann haben doch die ganzen Restaurants keine Chance mehr, die machen dann alle pleite. | |
| 412 | Nein. Es gehen doch jetzt schon abertausende und essen bei McDonald's. Offensichtlich ist es ihnen schon egal, und dennoch gehen die Restaurants nicht pleite. Oder vielleicht auch gerade deswegen. | |
| 413 | Naja, theoretisch könnte man dir ja Recht geben, aber nur, wenn man bereit ist, McDonald's als ein Restaurant anzuerkennen. Und nein, nur weil sie sich selbst so als eines bezeichnen, ist noch lange nicht Beweis genug. Da könnte ja jeder daherkommen und ein Restaurant aufmachen, nur weil er 'ne Frikadelle zwischen zwei Brötchenhälften klemmen kann, ohne sie anzubrennen. | |
| 414 | Aber woran erkennt man ein Restaurant dann, wenn nicht daran, dass es ein Restaurant heißt? | |
| 415 | Daran, dass es aussieht wie ein Restaurant und nicht wie die Abfertigungshalle im Flughafen. Auch wenn ich in diesen Nicht-Restaurants bislang immer vergeblich versucht habe, mein Gebäck aufzugeben. | |
| 416 | Du beurteilst also Restaurants nach ihrem Äußeren? Menschen dann wohl sicher auch!? | |
| 417 | Wieso nach dem Äußeren? Das Gebäude hat ja wohl mit der Qualität eines Restaurants oder eines Nicht-Restaurants nichts zu tun. Wie beim Menschen kommt es auf das Innere an, und wenn Restaurant wie Mensch einem Flughafen gleichen, ja dann... | |
| 418 | Du sagtest doch, Du beurteilst nach dem Aussehen. Und man sieht nur das Äußere, das, was sich äußert! | |
| 419 | Ich habe nie gesagt, dass ich nach dem Äußeren gehe. Ich habe nur gesagt, dass für mich 'Restaurant' und 'Abfertigungshalle' zwei Begriffe sind, die nicht zusammenpassen. Ich hab' zum Beispiel auf dem Flughafen an der Gepäckausgabe auch noch nie einen gepflegt gedeckten Tisch mit einem Kellner in Livree gesehen, der Gäste mit erlesenen Speisen bedient. | |
| 420 | Ein Restaurant ist auch nur eine Abfertigungshalle für Deinen Hunger. | |
| 421 | Was aber noch lange nicht heißt, dass es auch wie eine auszusehen hat. Ein Hotelzimmer zum Beispiel ist ja auch großzügig ausgestattet, obwohl theoretisch eine Matratze und ein Stuhl ausreichen würden. | |
| 422 | Erfüllt es dadurch den Zweck besser? Schweinefleischbällchen, die wie Störeier aussehen, sind immer noch Schweinefleischbällchen. | |
| 423 | Schon, aber wenn ich Störeier sehe, auch wenn es keine sind, erwarte ich geschmacklich etwas anderes, vor allem, wenn ich nicht weiß, dass es gar keine Störeier sind. Da macht man einem ein X für ein U vor. | |
| 424 | Wie meinst Dx das? | |
| 425 | Das ist genau so, als würde ich Salz in einen Zuckerstreuer füllen. Jeder erwartet, der Kaffee schmeckt dann süß, dabei schmeckt er einfach nur widerlich. | |
| 426 | Das ist doch nur ein Vorurteil von Dir! Du hast doch noch nie Kaffee mit Salz getrunken, woher also willst Du wissen, dass das widerlich schmeckt? Du Vorurteilsbehafteter Banause, Radikaler, Puddingwerfer! | |
| 427 | Ich hatte noch niemals Umgang mit einem geworfenen Pudding, und ich werde auch in Zukunft mit Sicherheit keinerlei Beziehung zu einem geworfenen Pudding haben. | |
| 428 | Es ist zu spät, es zu bestreiten! Ich habe Fotos, wie Du einen minderjährigen Pudding vernaschst! | |
| 429 | Das stimmt nicht! Mir wurde gesagt, er sei schon längst über das Datum hinaus! | |
| 430 | Ha, Du wurdest reingelegt. Und jetzt bist Du erpressbar wie eine sonnengereifte Orange! | |
| 431 | Das ist noch nicht spruchreif. Ich hab' mir einen Starverteidiger genommen: Dr. Oetker. Der wird dem Staatsanwalt Dr. Dittmeier schon das hohe C beibringen. | |
| 432 | Aber abgesehen vom hohen C trifft Herr Dittmeier alle Töne! Das reicht für die meisten Arien und einen Vertrag bei Sony. | |
| 433 | Ich glaube nicht. Ohne hohes C hat Sony kein Bedarf an Onkel Dittmeier und schiebt ihn nach Valenzia ab. | |
| 434 | Valenzia? Unmensch! Warum nicht gleich nach Capri? | |
| 435 | Zuviel Sonne. | |
| 436 | Man darf halt nicht den Sonnenblocker, die Sonnenmilch, die Sonnencreme, das Après Solaire, das vorbeugende Solariumsbräunen, die Sonnentabletten, die Sonnenzäpfchen, den Sonnenkönig und die Sonntagszeitung vergessen, dann ist doch alles in Ordnung. | |
| 437 | Das wird trotzdem nix. Nach einem Streit zwischen Sonnenblocker, Sonnenmilch und Sonnencreme, wer denn nun der Beste sei, wurde die Milch sauer und der Blocker weigert sich seitdem, die Arbeit aufzunehmen. Das Après Solaire ist überhaupt zu schüchtern, um tagsüber zu arbeiten, während das Solarium wegen Betriebsferien geschlossen hat. Die Wirkungsweise der Sonnentabletten und Sonnenzäpfchen gehört sowieso ins Reich der Mythologie, und der Sonnenkönig hat sofort die Sonntagszeitung annektiert sowie das letzte freie Stückchen Strand. Na dann schönen Urlaub, Herr Dittmeier. | |
| 438 | Der annektiert einfach Strand? Das ist ein Internationaler Zwischenfall! In welchem Staat lag denn der Strand? | |
| 439 | Das ist im Moment zweitrangig. Gerade stellt sich viel eher die Frage, wie es überhaupt sein kann, dass ein Toter sich als so dreist erweist, Strand zu annektieren? | |
| 440 | Ist eines Toten Annexion verboten? | |
| 441 | Viel wichtiger ist die Frage, ob ein Toter überhaupt Rechte hat, ob diese Annexion also Rechtens und somit gültig war. | |
| 442 | Aber im Grundgesetz heißt es, jeder sei vor dem Gericht gleich. Es wird nicht nach Toten und Lebenden unterschieden! | |
| 443 | Das hieße völliges Umdenken im Bereich der Rechtsprechung. Das Opfer selbst könnte von nun an als Belastungszeuge bei Mordprozessen aussagen, Unfallhergänge noch besser rekonstruiert werden. Nur die Staaten mit der Todesstrafe haben ein Problem, denn was bringt die dann noch, wenn der Tote anschließend noch lebt? | |
| 444 | Gleichheit vor dem Gesetz heißt doch nicht, dass es keine Unterschiede gibt. Männer und Frauen sind gleich vor dem Gesetz, aber das heißt noch lange nicht, dass auch Männer tratschen oder Frauen zu schnell Auto fahren müssen. | |
| 445 | Ich wusste noch gar nicht, dass es strafbar ist zu tratschen. | |
| 446 | Doch! Schon in der Bibel steht geschrieben, Du sollst nicht mit Deinem Nächsten über Deinen Letzten tratschen. Ein weiser Rat, wenn Du mich fragst. | |
| 447 | Wobei man ja nicht alles glauben kann, was in der Bibel steht. Die katholische Kirche sagt auch immer, man darf die Bibel nicht wörtlich nehmen. Woher soll man also wissen, dass man ausgerechnet das für bare Münze nehmen darf? | |
| 448 | Der Papst hat in seiner Unfehlbarkeit erklärt, die Bibel sei bezüglich aller geistlichen Dinge wahr. Bezüglich der naturwissenschaftlichen Sachen und so weiter muss sie nicht wahr sein. Tratschen aber ist eine hochgeistige Angelegenheit. Zumindest fällt sie mir leichter, habe ich etwas Hochgeistiges inne. | |
| 449 | Wobei der Zusammenhang zwischen Tratschen und Hochgeistigem schon längst zur Wissenschaft erklärt wurde. | |
| 450 | Du meinst, Wissenschaft sei das Tratschen über das hoch Geistige? | |
| 451 | Oder über das hoch Technische. Allerdings nennt man es nur Wissenschaft, wenn man mit den richtigen Leuten darüber tratscht, ansonsten heißt es Industriespionage. | |
| 452 | Und in Spionagethrillern geht es nur darum, die richtigen Leute von den falschen Leuten zu unterscheiden? | |
| 453 | Das hört sich bei dir so an, als sei ein Spionagethriller nichts Anderes als eine aufgepeppte Form von Cluedo. | |
| 454 | Genau. 'Der Konteragent zieht eine Augenbraue hoch. "Damit ist erwiesen, dass Mr. Anderson - falls Mr. Anderson wirklich so heißt - den liechtensteiner Generalkonsul in der Moskauer Bibliothek mit einem Kerzenleuchter erschlug." Ein triumphierendes Grinsen schlich sich über sein Gesicht, als sein Blick langsam durch die Runde schweifte, von einem zum anderen, und ein jeder nickte bloß, verwies auf den nächsten, bis er schließlich die Runde durchmessen hatte und sein Blick am Letzten ihres konspirativen Kreises hängenblieb. "Nun, Bond? Geben auch sie sich geschlagen?" Doch Bond hatte wie immer eine Karte im Ärmel, die er langsam, vor den Augen der anderen verbergend, dem Konteragent offenbarte... "Aber, das heißt, dass sie...", ächzte er nur noch...' | |
| 455 | '...denn weiter kam er nicht, als er, zur Bestürzung eines beinahe jeden Anwesenden, das Bewusstsein verlor und röchelnd vom Stuhl zu Boden fiel, teils wegen dem Stress der letzten Tage, teils wegen den Offenbarungen des Konteragenten, teils wegen dem Strychnin in seinem Drink. Nun stand der Agent vor einem echten Problem: Einerseits war sein Fall theoretisch abgeschlossen, da er ja nachgewiesen hatte, dass Mr. Anderson der Täter war. Andererseits schien ihm Bond noch etwas mitteilen zu wollen. Also entweder Ferien oder weitere schlaflose Nächte, um das Geheimnis des nun mittlerweile verstorbenen Mr. Bond zu lüften. Wusste er vielleicht etwas über die Hintergründe Mr. Andersons? Über seine Kontaktperson? Aber diese Entscheidung sollte nicht er treffen, sondern sein anonymer Auftraggeber. Aber noch wusste er nicht, wie die Würfel fallen würden...' | |
| 456 | '"Was steht denn in den Regeln über tote Mitspieler?", fragte einer der anderen krächzend, in die Stille seiner Gedanken hinein. Er blickte hinüber, um zuzuordnen, von wem diese Frage war. Natürlich. Sergio. Aus Rio. Ein Durchschnittstyp. Helldunkle Haare, etwa so groß wie die anderen, beginnt mit einem S. Wer sonst? "Dann erst", antwortete er, ein Lächeln umspielte seine Lippen, während er in die Innentasche seines Jacketts griff, "beginnt das Spiel erst richtig..."' | |
| 457 | 'Als würde er einen spektakulären Zaubertrick vollführen, zog er mit einem "Tadaa!" die Spielregeln aus seiner Innentasche. Sehr zum Leidwesen der ehrenwerten Gesellschaft, die seine Kunstfertigkeit mit Murren und Stöhnen quittierte, gelegentlich war auch ein "Nicht schon wieder!" zu vernehmen. "Hier in den Regeln steht nichts über lebende oder tote Mitspieler, nur über Teilnehmer. Das heißt, er kann weiterhin mitmachen." Einer der anderen stellte folgerichtig die Frage: "Aber wie soll er den noch seine Spielfigur ziehen, geschweige denn zur Aufklärung des Rätsels beitragen?" "Das, werte Kollegen, werden wir besprechen, wenn die Reihe wieder an ihm ist", so Sergios Antwort, als er die Spielregeln gekonnt in seiner Jackentasche verschwinden ließ, wieder gefolgt von Missfallensäußerungen seiner Mitstreiter. Es schien in der Tat noch ein langer Abend zu werden...' | |
| 458 | Diese Pedanten schon wieder! | |
| 459 | Ein weiterer Übergriff der MP. In letzter Zeit haben die aggressiven Aktionen der Militanten Pedanten in verstärktem Maße zugenommen. Erst kürzlich sind sie auf die Straße gegangen, um für die richtige Verwendung von Pi und der Eulerschen Zahl in den Schulen zu demonstrieren. In Zukunft soll mit allen Nachkommastellen gerechnet werden. | |
| 460 | Der Sprecher der Gemeinschaft führender Produzenten von Matheheften, Dante Matande, hat vehement dementiert, dass sie in irgendeiner Weise Verbindungen mit den Militanten Pedanten unter Dana Matande, seiner Tante, haben. | |
| 461 | Wobei der Vorsitzende der Gemeinschaft unabhängiger Linienhefte, laut Zeitungsbericht, Beweise haben soll, aus denen hervorgeht, dass zwischen Dante und Tante durchaus Absprachen herrschen, die zum Ziel haben, den Absatz von kleinkarierten Heften zu steigern. | |
| 462 | In einer möglicherweise damit nicht in Verbindung stehenden Pressemeldung berichtet AP, dass in Minnesota zwei Mathematiker auf der Flucht sind. Gerüchten zufolge sollen sie in ihrem Labor linierte Hefte für Notizen verwendet haben. | |
| 463 | In einer weiteren Meldung war zu lesen, dass immer mehr gefälschte karierte und Linienhefte im Umlauf sind. Die Industrie hat schon vor längerer Zeit den Verlust einiger Druckplatten beklagt, offenbar stellen immer mehr Kriminelle gefälschte Hefte aus losen, unbedruckten Blättern her. Bislang konnte man ihrer aber noch nicht habhaft werden. | |
| 464 | Ich dachte, Originalhefte seien fälschungssicher wegen des Silberfadens und des Wasserbilds, sowie des kleinen Hologramms von Euler auf jeder Seite. | |
| 465 | Sind sie ja eigentlich auch. Zumindest das Hologramm bekommen sie nicht richtig hin. Statt Euler zeigt es Eulenspiegel. | |
| 466 | Ein Schelm, der Arges dabei denkt. | |
| 467 | Wieso Argus? Hatte Eulenspiegel auch hundert Augen? | |
| 468 | Ja, er sammelte dieselben in kleinen, durchsichtigen Behältern, wo sie in einer durchsichtigen, geruch- und geschmacklosen Flüssigkeit aufbewahrt wurden. | |
| 469 | Welch Narr! Sie in Wasser aufzubewahren! Der wird ganz schön Augen machen, wenn seine Augen kaputt gehen. | |
| 470 | Als ich ihn letztes mal gesehen hatte, waren seine Augen ganz verquollen. Er hat wohl den Verlust nicht verkraft und muss dann stundenlang geheult haben. | |
| 471 | Aber daran ist er augenscheinlich selber schuld. Hätte er lieber in dem Augenblick aufgepasst, als die Aufbewahrung von Augen erklärt wurde, anstatt wieder mal ein Auge auf jemanden zu werfen. | |
| 472 | Ach, wer kann denn der holden Weiblichkeit widerstehen! Dies ist ein Makel Tills, den ich ihm mit Verständnis nachsehe. So ähnlich, wie etwa der intrinsischen Verführungskraft komplexer grammatikalischer Ausdrücke des Deutschen. | |
| 473 | Aber wenn, wie gegeben, diese Ausdrücke, komplex grammatikalisch, einer Verführungskraft, die, wie erwähnt, intrinsisch, also von innen, ist bzw. kommt, wäre es doch, rein theoretisch, möglich, sich, mit Willenskraft, ausreichend vorhanden, dagegen, d.h. die Intrinsität, zur Wehr zu setzen, aus eigener Kraft. Oder? | |
| 474 | Sofern richtig gegegeben richtig. | |
| 475 | Gegegeben? Die Form kenne ich gar nicht? Ist das diejenige, die die Vergangenheit vor der Vorvergangenheit beschreibt? Sozusagen das perfekte Plusquampräteritum? | |
| 476 | Es ist eher ein perfekt penetrantes Prätendieren einer möglichen Vergangenheit hinsichtlich einer unmöglichen Zukunft. | |
| 477 | Es ist sehr prätentiös, von einer möglichen Vergangenheit zu reden, denn das würde voraussetzen, dass es mehr als eine Vergangenheit gibt. Aber es gibt nur eine Vergangenheit, denn alles, was passiert ist, kann nicht mehr geändert werden. | |
| 478 | Aber wenn es keine mögliche Vergangenheit geben kann, wie du sagst, dann ist auch die tatsächliche Vergangenheit eine unmögliche Vergangenheit. Also gibt es nicht mal die. | |
| 479 | Ist es überhaupt relevant, ob es eine Vergangenheit gegeben hat oder nicht? Schließlich leben wir im Hier und Jetzt, vor uns liegt die Zukunft. Wen interessiert da schon die Vergangenheit? | |
| 480 | Wenn es die Vergangenheit nicht gegeben hätte, müssten wir sie erst noch erleben, sprich, die Vergangenheit würde zur Gegenwart und die Gegenwart zur Zukunft, jedoch dürften wir davon nichts wissen, um die gegenwärtige Gegenwart, oder die in der Vergangenheit zukünftige Gegenwart, nicht zu verändern, um so eine andere Vergangenheit zu haben als wir gegenwärtig haben. Vielleicht wird das mal in der gegenwärtigen Zukunft möglich, aber woher soll ich das wissen? | |
| 481 | Wenn es die Vergangenheit aber nicht gegeben hat, ist unsere Existenz bedroht. Denn wir sind ein Produkt der nicht existenten Vergangenheit. Also entweder hören wir mit sofortiger, notariell beglaubigter, Wirkung auf zu existieren, oder allein durch unser Dasein formt sich eine Vergangenheit, die den jetzigen Gegebenheiten entspricht. Das würde heißen, egal was wir tun, die Vergangenheit passt sich uns an. | |
| 482 | Die Vergangenheit ist dadurch stets konsistent mit der Gegenwart, was ein unschätzbarer Vorteil für alle Natur- und manche Geisteswissenschaften darstellt. | |
| 483 | Wobei allerdings die Geschichtswissenschaftler ein ernsthaftes Problem damit haben, da sie nicht wissen, ob das Wissen von morgen noch dem Wissen von heute entspricht. | |
| 484 | Aber Geschichtswissen von Morgen ist doch nichts anderes als das Geschichtswissen von gestern zusammen mit dem Wissen über Heute, oder? Ich meine, sofern es keinen Regimewechsel gibt, freilich. | |
| 485 | Ja, schon, aber wenn man sich nicht mehr sicher sein kann, ob das heutige gestrige Wissen noch dem morgigen vorgestrigen Wissen entspricht, plus dem heutigen, morgen gestrigen Wissen. Und ein Regimewechsel würde das noch alles verschlimmern, da man dann dadurch nicht mal mehr wüsste, ob das gestrige gestrige und vorgestrige Wissen noch das selbe Wissen wie das heutige ist. | |
| 486 | Durch ein Regimewechsel wandelt sich nicht nur die Zukunft, sondern auch die Vergangenheit. Also bleibt das Wissen nicht dasselbe. Hauptsache, falsche Schildkrötensuppe schmeckt noch wie falsche Schildkrötensuppe. | |
| 487 | Aber dadurch, dass sich das Wissen ändert, könnte die falsche Schildkrötensuppe von heute die Tomatensuppe von morgen sein, und keiner würde den Unterschied merken. Und die Fliege in der Suppe wäre das Tüpfelchen auf dem I. | |
| 488 | Du meinst, das Tüpfelchen auf dem i. Große Is haben kein Tüpfelchen. | |
| 489 | Nein, ich meine das große I. Das Tüpfelchen auf dem I bezeichnet etwas, dass noch zu Perfektion fehlt. Ein kleines i hat aber dieses Tüpfelchen schon, da hat kein zweites mehr Platz. Deshalb ein großes I. | |
| 490 | Also ist i im Gegensatz zu I perfekt? | |
| 491 | Natürlich, schließlich ist das Tüpfelchen ja vorhanden. | |
| 492 | Aber man kann mit i keinen Satz anfangen! Also kann es nicht perfekt sein. Mit etwas perfekten kann man immer auch etwas anfangen, vergleiche etwa die Erschaffung der Welt durch Gott. | |
| 493 | Mit Sicherheit ist i perfekt. Wieso auch nicht? Nur, weil man mit i keinen Satz beginnen kann? Das liegt nur an der Grammatik, die genau das verbietet. Demzufolge ist doch die Grammatik unzureichend, nicht aber das i. | |
| 494 | Ist etwas Perfektes immer noch perfekt, wenn es durch seine Umgebung seine Perfektion nicht entfalten kann? Wenn Bocuse zum Beispiel in einer total geschmacklosen Umgebung geboren wäre - nehmen wir zum Beispiel England - wäre er dann immer noch ein perfekter Koch? | |
| 495 | In dem ihm gesteckten - zugegeben, in England sehr engen - Rahmen durchaus. Allein schon der Gedanke daran, dass Kochsendungen in Zukunft mit englischer Hausmannskost haushalten müssen, treibt mir den Angstschweiß auf die Stirn. | |
| 496 | Oh ja, Kochduell auf Englische Art. Zur Verfügung stehen dreizehn Sorten Schwarzer Tee, Schweineschinken, Fisch, Kartoffeln, Pfefferminzsoße, ein Bierwärmer und Koriander. Aufgabe: man zaubere daraus ein vollendetes Menü und wähle einen passenden Wein. | |
| 497 | Einen wirklich edlen Jahrgangswein aus den weltberühmten Weinbergen Londons, mit dem besonders zarten Aroma des Fremdländischen, gepaart mit einem Hauch Frittierfett. | |
| 498 | Mhmm, Londoner Rotwein, auch Towergalle genannt. Da zieht sich einem das Wasser und auch der sonstige Mund zusammen. | |
| 499 | Er soll aber als Magenbitter und zur Förderung der Verdauung perfekt geeignet sein. Jedenfalls war man nach einem Glas dieses erlesenen Tropfens noch nie so schnell auf das stille Örtchen unterwegs. | |
| 500 | In London wäre ich meistens auch pausenlos auf der Suche nach einem stillen Ort, es ist eine so lebhafte Stadt. | |
| 501 | Nur, dass es inzwischen verdammt schwer geworden ist, einen stillen Ort zu finden, seitdem der Qualitätswein käuflich zu erwerben ist. Aber man kann sich immer noch als Wachsfigur bei Madame Toussaud bewerben. | |
| 502 | Als Wachsfigur kriege ich immer Lampenfieber. | |
| 503 | Das ist aber gar nicht gut für deinen Teint. Hast du's schon mal mit einer speziellen Sonnenmilch probiert? Am besten funktioniert eine mit Wachsschutzfaktor 15. | |
| 504 | Bienen- oder Kerzenwachs? | |
| 505 | Natürlich Bienenwachs. Nur mit Bienenwachs erhält man eine tadellos glatte und geschmeidige Haut. Und die Konturen werden anschließend mit Wachsmalkreide nachgezogen. | |
| 506 | Sind harte Konturen wieder gefragt? Ich dachte Frauen bevorzugen wieder Softies statt Machos. | |
| 507 | Machos? Also, Softies kenne ich ja noch, Tempo auch, aber Machos? Oder meintest du Nachos? Wobei ich nicht ganz verstehe, wie man sich damit die Nase putzen kann. | |
| 508 | Anstelle der Soße halt. Sonst sind sie so furchtbar trocken. Statt dessen kann man Nachos auch mit den ganzen Tag Feuchtigkeit spendende Hautcremes genießen. Sie sind bloß halt nicht mehr so knusprig. | |
| 509 | Wenn ich nun aber Nachos gerne abends oder nachts essen möchte? Dann sind sie wieder staubtrocken, die Creme funktioniert ja nur tagsüber. Zumal Nachos überhaupt keine Haut haben. | |
| 510 | Es gibt auch spezielle Nachtcremes. Das Problem mit der Haut allerdings lässt sich nur mit einer entsprechenden Transplantation lösen. Von gekühltem Pudding etwa. | |
| 511 | Allerdings soll es dabei Probleme gegeben haben. Da es sich um einen Wackelpudding handelte, konnte die Haut nicht fachgerecht abgelöst werden. | |
| 512 | Welchen Geschmack hatte denn der Wackelpudding? Passte die den zur Fachrichtung des Chirurgen? Hier werden oft Fehler gemacht. | |
| 513 | Das Problem war nicht der Geschmack, der, ganz nebenbei bemerkt, mit Joghurt-Waldfrucht recht exotisch ausgefallen war und in der Tat nicht der Befähigung des Chirurgen entsprach. Nein, das Problem war vielmehr, dass man noch nicht einmal eine Narkose setzen konnte, da der Pudding Rollvenen besaß. | |
| 514 | Chirurgische Operation an einem nicht anästhesierten unästhetischen Joghurt-Waldfrucht-Pudding? Widerspricht das nicht den Paragrafen 16 bis 27-3 Absatz Dracula der Genfer Puddingkonventionen, die, nebenbei bemerkt, auch die Beziehung von Weinbergschnecken regeln, die in der Ghanaisch-Paraguayischen Joghurt-Waldfrucht-Ernte als Saisonarbeiter beschäftigt sind? | |
| 515 | Was bitte schön, hat die Genfer Puddingkonvention mit Weinbergschnecken zu tun? Zumal letztere bekanntermaßen gegen Joghurt-Waldfrüchte allergisch sind und, so sie denn damit in Berührung kommen, einen ekligen, zähen Schleim absondern. | |
| 516 | Ih, schleimige Schnecken! Die sollten sofort zum Schleimhautarzt, der gibt ihnen dann ein entsprechend trocknende Substanz. Salz soll helfen. Außerdem schmecken sie dadurch besser. | |
| 517 | Das ist mir neu, dass durch Salz der Geschmackssinn verbessert wird, vor allem der von Weinbergschnecken. | |
| 518 | Das gilt auch nur für Weinbergschnecken. Da die sich ja hauptsächlich von Bergen von Wein ernähren, kommt es häufig vor, dass sie, vor allem bei fortgeschrittener Stunde, Wein auf den Teppich kleckern. Und da hilft Salz immer. | |
| 519 | Verschwendung von Ressourcen. Wenn sie solange Wein trinken, bis sie sich übergeben müssen, kann man das Salz sparen. Denn die Magensäure, die durch diese Aktion ebenfalls das Tageslicht erblickt, besteht schließlich, wie bekannt, aus Salzsäure. | |
| 520 | Ruiniert das nicht den Teppich? | |
| 521 | Tun es Rotweinflecken denn nicht? Mit Salzsäure hat man immerhin die Chance, die ausgeätzte Stelle durch ein neues Stück Teppich zu ersetzen. | |
| 522 | Oder etwas Dünger und frischen Teppichsamen, dann wachsen die Teppiche von alleine. Ist halt günstiger. Aber ich verstehe schon, die meisten Leute haben nicht die Zeit, um zu warten, bis der Teppich ausgewachsen ist. | |
| 523 | Nicht nur auf die Zeit, auch auf die Geduld kommt es an. Was glaubst denn du, wie lange es dauert, bis der Teppich so ruhig und glatt daliegt, wie man es von ihm erwartet? Bis man ihn richtig erzogen hat, schlägt der ganz schön Wellen. | |
| 524 | Das Schlimmste an so einem Teppich ist die Pubertät. Plötzlich verändert sich alles an ihm, er dreht sich nach jeder Gardine um, hat nach dem Stimmbruch eine tiefere Lage, sträubt sich immer in die andere Richtung, verschlampt Fallengelassenes, will sich gar nicht mehr die Borsten schneiden lassen, und das schlimmste ist sein erster feuchter Traum. Man kommt runter zum Frühstücken und alles ist Patschnass. Bloß Staubsaugen macht ihm eine besondere Freude. Aber ansonsten, furchtbar diese Teppiche. | |
| 525 | Deshalb werden auch immer mehr Teppiche verstoßen, da keiner mehr diese Qual auf sich nehmen will. Der Trend geht immer mehr hin zu Parkett. Reinlich, pflegeleicht, haart nicht, liegt brav rum. Aber man darf nicht verschweigen, dass es geklont ist. Man denke nur an Laminat-Böden. | |
| 526 | Moderne Zeiten. Klone haben aber unglaubliche Vorteile: Vorurteile sind wahr! Wenn Du aufgrund eines Klons ein bestimmtes Urteil Dir bildest, kannst Du es bedenkenlos auf alle ausdehnen, es also als Vorurteil verwenden, ein unglaublicher Vorteil, wie gesagt. Klone sind alle gleich. | |
| 527 | Klone haben überhaupt nur Vorteile: Da sich alle Vorurteile als wahr erweisen, können so Vorurteile letzten Endes ausgerottet werden. Ein Segen für die Gesellschaft. Und die Bürokratie erst wird sehr viel einfacher: Nur noch ein Personalausweis für Tausende von Personen, die sehen ja sowieso alle gleich aus. | |
| 528 | Sollte man für alle Klone einer Person nur noch einen Personalausweis geben, hätte das zudem den unglaublichen Vorteil, dass immer nur einer gleichzeitig in die Öffentlichkeit treten könnte, wegen der Ausweispflicht. Sie müssten sich also darauf einigen, wer rausdarf. Und der Rest der Menschheit würde weniger verwirrt werden. | |
| 529 | Aber das wäre auch ein unglaublicher Nachteil für die Klone selbst. Angenommen, es würden zwanzig Klone in einem 7-Familien-Haus wohnen, wäre das doch sehr einschränkend, wenn jeder nur alle drei Wochen auf die Straße darf. Das ist beinahe wie in einem Gefängnis. | |
| 530 | Das wäre doch mal eine Big Brother-Variante: "Eingesperrte Klone - Hinter Gittern sind alle gleich". Was mir zu dem Thema einfällt: wenn eine Frau den Oralsex mit der Absicht begeht, den Samen des Mannes zu stehlen, also Mundraub, um daraus einen Klon des Mannes erstellen zu lassen - ist dieser Klon dann eine Raubkopie? | |
| 531 | Eigentlich schon. Wenn aber der Mann später davon erfährt, jedoch kein Anzeige erstattet, handelt es sich doch anschließend um eine Sicherheitskopie, oder? Da sie jedoch durch die Handlung eines anderen entstanden ist, müsste der Mann an die Frau dann Bearbeitungsgebühren zahlen. | |
| 532 | Wäre das nicht dann Prostitution und dann doch wieder illegal? | |
| 533 | Nein, das ist eine Dienstleistung. Schließlich macht er sich strafbar, weil er eine Kopie von sich anfertigen läßt, jedoch nicht dafür zahlt. Deshalb hat sie auch das Recht, nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Zeit, die Kopie wieder zu vernichten, sollte er bis dahin nicht gezahlt haben. | |
| 534 | Dann bin ich doch verantwortlich für den Tod meines Klons. Ist das dann Selbstmord? Und welche Strafe steht darauf? | |
| 535 | Einem Gesetz zufolge, dass in Großbritannien erlassen wurde, steht auf Selbstmord der Tod. | |
| 536 | Nur auf vollendeten Selbstmord oder auch auf einen durchgeführten, aber misslungenen Selbstmordversuch? | |
| 537 | Nur auf einen durchgeführten. Denn wenn er misslungen ist, ist die betreffende Person damit schon genug gestraft. Versager. | |
| 538 | Inkonsequent. Für versuchten Betrug wird man auch bestraft, obwohl man auch da ein Versager ist. Aus Konsequenz sollte man auch auf versuchten Selbstmord eine schwere Strafe setzen. Etwa 100 Milligramm Ascorbinsäure. | |
| 539 | Klar doch. Warum nicht? Machen wir den Kerl doch einfach drogenabhängig. Dann kann er dem Staat in Zukunft auf der Tasche liegen. Ich wär' ja eher für ein Do-it-yourself-Buch für angehende Selbstmörder. Aber auf Suaheli, wir wollen es ihm ja nicht auch noch einfach machen. | |
| 540 | Warum ausgerechnet Suaheli? Ich wäre lieber für eine richtig seltene Sprache, die kein vernünftiger Mensch jemals lernen würde, weil sie einfach sinnvoll ist. Irgendetwas, womit man nix anfangen kann, wo man nie hinfahren würde, wo die Leute nie herkommen. Aus Suahelien sind ja ständig Leute hier, und wer kennt nicht jemanden, der schon mal dorthin gefahren ist? Die Leute erkennt man ja daran, dass sie eine so dunkle Hautfarbe haben. Eine echt unsinnige Sprache, mit einer furchtbaren Grammatik und extremen Schreibweise. Französisch zum Beispiel. | |
| 541 | Ne, da gibt's doch viel zu viele von, die die Sprache sprechen. Ich wäre für etwas viel Selteneres und Abstrakteres. Wie zum Beispiel Bayerisch. Die Bayern versteht doch kein Mensch, zumindest behaupten das alle immer, und eigentlich will's auch keiner verstehen. Eigentlich genau richtig. | |
| 542 | Aufbauend auf der Tatsache, dass die Bayern kein Mensch versteht, aber Bayern durchaus Bayern verstehen, ist der Schluss dann richtig, dass Bayern keine Menschen sind? | |
| 543 | Wer bitteschön sagt denn, dass Bayern Bayern verstehen? Ich halte dass für eine Unterstellung, ein weit verbreitetes Vorurteil. Denn wie sonst kann es sein, dass allein München drei Bundesliga-Fußballmannschaften hat, wenn sie sich nicht nicht verstehen würden? | |
| 544 | Allein München hat drei Bundesliga-Fußballmannschaften? Keine andere Stadt, wie etwa Hamburg, Berlin oder Castrop-Rauxel? | |
| 545 | War ja nur ein Beispiel. Ich behaupte ja auch nicht, dass sich alle Fußballmannschaften Berlins oder Hamburgs verstehen. Und Castrop-Rauxel? Ich wusste nicht mal, dass die überhaupt eine Bundesliga taugliche Mannschaft haben. | |
| 546 | Habe ich auch nie behauptet. | |
| 547 | Durch deine Fragestellung wurde aber impliziert, dass du definitiv darüber Bescheid weißt, Castrop-Rauxel besäße drei Bundesliga-Fußballmannschaften. | |
| 548 | Nein, es waren beliebig ausgewählte Städte, über die Anzahl der dort jeweils vorhandenen Bundesliga-Fußballmannschaften wurde nichts ausgesagt. Es hätte jede beliebige andere deutsche Stadt sein können, ausgenommen natürlich Bielefeld und Wiesbaden. | |
| 549 | Ich hasse es zu fragen...okay, du hast gewonnen. Wieso nicht Bielefeld und Wiesbaden? | |
| 550 | Weil Bielefeld doch gar nicht existiert! | |
| 551 | Das werden die Einwohner Bielefelds überhaupt nicht gerne hören, dass ihre Heimatstadt nicht existiert. Wie also willst du beweisen, dass Bielefeld nicht existiert? Und bedenke: momentan steht dein Wort gegen das von 350.000. | |
| 552 | Aber kennst Du irgend jemanden der schon mal in Bielefeld war, und der nicht zu der Verschwörung gehört, die behauptet, Bielefeld existiere? Man erkennt diese Leute daran, dass sie behaupten, Bielefeld existiere, und sie seien schon mal dort gewesen. | |
| 553 | Das müsste dann doch eigentlich für jede Stadt gelten, denn jeder behauptet schließlich, aus irgendeiner Stadt zu kommen. Was so viel bedeuten würde, dass überhaupt keine Städte existieren. Und nur Heimatlose und Vertriebene stehen außerhalb dieser Verschwörung. | |
| 554 | Wenn es aber keine Städte gibt, dann sind doch alle Heimatlos, womit die ganze Welt durch diese gemeine Verschwörung hinters Licht geführt wird. Infam! | |
| 555 | Wie kann man die ganze Welt hinters Licht führen? Ich meine, das ist doch schon rein praktisch nicht möglich, denn die Welt dreht sich um die Sonne, ist also immer hell erleuchtet. | |
| 556 | Mit einem ausreichend großen Sonnenschirm? | |
| 557 | Theoretisch möglich. Praktisch jedoch unmöglich, da im Normalfall eine Verschwörung im Geheimen abläuft, und so ein großer Sonnenschirm fällt zwangsläufig auf, glaub mir. Zumal man sich wahrscheinlich wegen der Farbgebung des Schirms in die Haare kriegen würde. | |
| 558 | Bei so einem großen Schirm sollten wir die Fläche doch als Reklamefläche verwenden und vermieten. Das würde zudem auch die Aktion finanzieren. Ich kann mir die Werbung schon vorstellen: "Afri Cola - und alles wird schwarz!" | |
| 559 | Wobei dieser Slogan nicht wirklich sehr werbewirksam ist. Wer will schon etwas trinken, von dem einem schwarz vor Augen wird und kein Alkohol enthalten ist? | |
| 560 | Leute, die keinen Alkohol vertragen, aber auch mal wissen wollen, wie so ein Alkoholabsturz ist? | |
| 561 | Was hätte das für einen Sinn? So ein Getränk könnte sich meiner Meinung nach nur in der Medizin durchsetzen, um Alkoholiker weg vom Alkohol zu bekommen. Obwohl sie danach koffeinsüchtig wären. | |
| 562 | Muss den alles einen Sinn haben? Wieso sollte ein Erfinder nicht etwas vollkommen Sinnloses erfinden. Bloß, woran würde er das merken? | |
| 563 | Daran, dass es keiner haben will? Zumal, welche Motivation hätte ein Erfinder, etwas derartiges zu erfinden? | |
| 564 | Es wäre diese Einmaligkeit, diese Einzigartigkeit, etwas erfunden zu haben, dass keiner haben möchte. Sozusagen die Antipode des Steins der Weisen - dies könnte durchaus ein Schritt wiederum zu demselben sein! | |
| 565 | Und dieser Stein der Törichten würde dann Gold zu Blei verwandeln und einen bei sofortiger Berührung umbringen. Klasse. Genau das, worauf die Menschheit schon seit Jahrhunderten gewartet hat. Ich glaube, speziell für den Erfinder würden sie den Pranger wieder aufstellen. | |
| 566 | Der Pranger ist leider auch eine leicht aus der Mode gekommene Strafart, trotz ihrer unbestreitbarer Vorteile. Über eine Wiedereinführung sollte tatsächlich mal nachgedacht werden. | |
| 567 | Dabei wird heutzutage derart viel angeprangert, jedoch ohne das diese Gerätschaft zur Verfügung steht. Eine seltsame Art, Drohungen auszusprechen, ohne die notwendigen Mittel der Durchführung zu besitzen. | |
| 568 | Das kriegen die Menschen doch von klein auf eingetrichtert. "Sei sofort ruhig und schnall Dich an, sonst fliegt der Pilot wieder zurück nach Alesheim nach Hause!" Als ob es in Alesheim einen Flugplatz gäbe! | |
| 569 | Wenn, dann höchstens für die kleinen Zwei-Propeller-Maschinen, die bei Zahnärzten so beliebt sind. Und wenn es sich in deinem Beispiel um genau so ein Flugzeug handelt, ist die Drohung durchaus berechtigt, weil sonst außer dir keiner an Bord ist - mit Ausnahme der Piloten vielleicht. | |
| 570 | Aber wenn außer dem Piloten sonst keiner an Bord ist, wem soll dann die Drohung ausgesprochen werden? Wenn ich sie dem Piloten gegenüber äußern muss, glaube ich, haben wir schon deutlich ernstere Probleme. | |
| 571 | Das ist das neue Streiksystem der Pilotenvereinigung Cockpit. Wenn ihre Forderungen nach höheren Gehältern nicht umgehend erfüllt werden, steigen sie mit dem einzigen vorhandenen Fallschirm aus. Während des Fluges. | |
| 572 | Das ist illegal! Das dürfen die doch nicht machen! Das ist Entwendung sowie Verwendung zu Streikzwecken von Firmeneigentum durch streikende Mitarbeiter während des Arbeitskampfes. | |
| 573 | Aber du weißt doch: Im Krieg sind alle Mittel erlaubt. Es gibt sogar ein Regelwerk, in dem steht, welche alle Mittel erlaubt sind. | |
| 574 | Steht dann in diesem Regelwerk auch, welche alle Mittel nicht erlaubt sind? | |
| 575 | Keine Ahnung. Das Dumme ist, dass das Regelwerk niemanden zugänglich ist. Man erfährt immer erst hinterher, was man eigentlich falsch gemacht hat, wenn der blaue Brief kommt. | |
| 576 | Wie frech! Verkündet der Blaue Brief dann wenigstens, was man als Strafe zu tun hat, oder muss man das auch erraten? | |
| 577 | Nein, die Strafe ist der Brief selbst. Man rechnet damit, dass man allein durch die Tatsache, den Brief bekommen zu haben, sich wegen Selbstvorwürfen und eingebildeten Nachlässigkeiten ein derart schlechtes Gewissen macht, dass man letztlich daran zu Grunde geht. | |
| 578 | Was ist aber mit gewissenlosen Straftätern? Gehen diese Straftäter tatsächlich straffrei aus? | |
| 579 | Erwartest du etwa, dass die sich freiwillig melden? Im Sinne von "Entschuldigung, ich habe leider kein Gewissen. Könnt ihr mich trotzdem bestrafen?" Aber keine Sorge, eine Kommission zur "Erkennung gewissenloser Straftäter und daraus entstehende Probleme bei der Bestrafung im Sinne der Gleichheit und mögliche Lösungsvorschläge" ist bereits eingesetzt. | |
| 580 | Aber in der sitzen doch auch die Lobbyisten der Gewissenlosen, gewissermaßen hört also der Feind mit, wenn über die Bestrafung der Gewissenlosen gewissenhaft debattiert wird. Und die Lobbyisten der Gewissenlosen haben weder Skrupel noch Gewissensbisse um jegliche Strafen von den gewissenlosen Straftätern abzuwenden, zumal die Gewissenlosen ob der Positionen ihrer Vertreter eine mächtige Lobby sind. | |
| 581 | Da dies erkannt wurde, hat sich innerhalb der Lobby eine weitere Lobby der Gewissenhaften gebildet. Allerdings ist ihre Arbeit nicht sonderlich effizient, weil sie ein schlechtes Gewissen haben. Schließlich hintergehen sie ihre Kollegen. | |
| 582 | Gewiss. Aber müssten die Gewissenhaften Gewissenlosen nicht ohnehin zu der Partei Paradoxer Politprofis wechseln? | |
| 583 | Die Partei wurde leider aufgelöst, nachdem sich ihr Parteiprogramm inhaltlich widersprochen hat. Alternativ könnten sie jedoch dem linken und rechten Flügel der Gemeinschaftspartei der Schizophrenen und Persönlichkeitsgespaltenen Deutschlands beitreten. | |
| 584 | Von denen habe ich gehört. Die haben doch auch eine Doppelspitze - Helmut Jedermann sind die Parteivorsitzenden. | |
| 585 | Zwischenzeitlich haben sie jedoch erkannt, dass eine Spitze in der Partei völlig ausreichend ist. Deshalb ist jetzt von Montag bis Mittwoch Helmut Jedermann der Vorsitzende und Helmut Jedermann von Donnerstag bis Samstag. Sonntag ist Ruhetag. | |
| 586 | Ein Partei mit Ruhetag? Wie soll denn das gehen, die Politik schläft nie! | |
| 587 | Muss gehen, schließlich ist laut der Bibel der siebte Tag, also der Sonntag, der Ruhetag. Sie dürften nur dann Politik machen, wenn sie vor dem Parteisitz eine Zapfsäule aufstellen würden, denn Tankstellen dürfen durchgehend geöffnet sein. | |
| 588 | Müssen sie dann auch Benzin verkaufen, oder reicht die Zapfsäule? | |
| 589 | Ich glaube nicht, dass sie Sprit verkaufen müssen. Allerdings könnten sie eine parteieigene Zapfsäule daraus machen, an der nur Parteimitglieder tanken dürfen. | |
| 590 | Kriegen die dann auch ein besonders zur Partei passendes Benzin? Etwa Ökodiesel bei den Grünen, Normal verbleit bei der CDU, Super 99 Oktan bei der FDP und Red Bull bei der SPD? | |
| 591 | Nein, Red Bull wird nicht an den Zapfsäulen angeboten. Denn wie du weißt, verleiht Red Bull Flügel, und unsere Politiker haben sowieso schon Probleme mit den Flugmeilen. | |
| 592 | Ach herrje, ich frage mich, wie viele Dosen Red Bull man braucht, um eine Flugmeile zu schaffen? | |
| 593 | Keine Ahnung, die Flugsicherung hat sich geweigert, den Parteisitz als reguläre Start- und Landebahn anzuerkennen. | |
| 594 | Na ja, so ein einzelner Sitz ist auch etwas kurz, um eine reguläre Start- und Landebahn zu sein. Aber vielleicht der Tisch vor dem Sitz, wenn man den freiräumen könnte? | |
| 595 | Darüber müsste aber erst im Bundesrat abgestimmt werden. Und die Opposition hat gerade erst fliegende Teppiche als Transportmittel ins Gespräch gebracht, was die Regierung allerdings als märchenhaften Vorschlag abgetan hat. | |
| 596 | Oh, die beschwören hier alte Geister aus der Vergangenheit! Da hilft kein rubbeln, da hilft kein flehen, da hilft nur wünschen - aber nur drei Mal! Und über alle drei Wünsche müssen beide Kammern des Parlaments Einigkeit erzielen. Das kann dauern. | |
| 597 | Das allerdings könnte erklären, warum der Dschinn in der Lampe so alt ist. Der musste wahrscheinlich während seines ganzen Daseins bis heute nur insgesamt drei Wünsche erfüllen. | |
| 598 | Zum Glück hat sich aber noch keiner gewünscht, dass sie nie diese drei Wünsche bekommen hätten, da dass sofort zum Ende der Welt führen würde. | |
| 599 | Gefährlich, denn diese Tatsache könnten sich Anarchisten zu Nutze machen, die den Staat umstürzen wollen. | |
| 600 | Ich dachte, selbst Anarchisten können das Ende der Welt nicht gebrauchen, da sie ja schließlich, rein theoretisch gesehen, immer noch eine Welt brauchen, über die niemand herrscht, weil ja sonst keine Anarchie herrscht. Das führt zu einer weiteren frage: kann Anarchie herrschen, oder ist das schon ein Paradoxon? | |
| 601 | Nein, kein Paradoxon. Denn wenn die ganze Welt im Griff der Anarchisten wäre, würde ihnen ja sämtlicher Lebensinhalt fehlen, weil sie nirgends mehr einen Umsturz anzetteln können. Deshalb halten sie sich immer eine Ecke in der Welt offen, in der sie noch putschen können. | |
| 602 | Aber Anarchisten sind doch keine Putscher, sie wollen lediglich, dass niemand herrscht. Wenn sie also die ganze Welt im Griff hätten, würden sie herrschen und müssten sich umbringen. | |
| 603 | Sie könnten aber argumentieren, in den Religionen gibt es meistens ein höheres Wesen, dem die Menschheit dient und an das sie glaubt. Und schon haben sie wieder ein Ziel, dass sich zu verfolgen lohnt - den Umsturz Gottes. | |
| 604 | Und buddhistische Anarchisten? Was machen denn die? | |
| 605 | Die folgen den Regeln des Gruppenzwangs. Sie versuchen, Buddha zu stürzen. Die Taliban haben in Afghanistan erfolgreich vorgeführt, wie so etwas geht. | |
| 606 | Aber die Taliban waren doch keine Buddhisten, sie waren Sexisten. | |
| 607 | Sie wurden auch nur angeheuert. Aufgrund der Zen-Lehre sind buddhistische Anarchisten äußerst gemäßigt, weshalb sie die Taliban beauftragt haben, die Buddha-Statuen zu zerstören. Da ist es dann auch egal, ob diese Buddhisten, Christen oder Sexisten sind. | |
| 608 | Ich dachte, die Taliban sei von der CIA finanziert worden und nicht von der Buddhistischen Weltkonferenz? Ach, diese Verschwörungen sind aber auch immer spannend. | |
| 609 | Natürlich. Die CIA hat die Buddhisten bezahlt, die anschließend die Taliban angeheuert haben, um die Statuen zu zerstören. Durch diese Verschleierung hatte die CIA den nötigen Grund, die Taliban zu stürzen und einen demokratischen Staat nach amerikanischem Vorbild zu errichten. | |
| 610 | Spannend, spannend. Ich stelle mir gerade einen Film über einen amerikanischen Top-Agenten, der die Buddhisten infiltriert, vor. Ich schlage Keanu Reeves in der Hauptrolle vor, der hat so was von Buddha. | |
| 611 | Und der Film heißt dann "Außer Kontrolle - Im Auftrag des Little Buddha vernetzt mit der Matrix". Und während seiner Mission kommt er unter dem Einsatz von Speed dem Himmel so nah und erkennt mit Hilfe seiner dunklen Gabe, dass Helden aus der zweiten Reihe durchaus die Geschicke ändern können, wendet sich gegen seinen Vorgesetzten Colonel Hardball und kehrt letztlich zurück nach Minnesota. Aber findest du nicht, dass Buddha als Tarnung zu auffällig ist? | |
| 612 | Wieso? James Bond läuft doch auch immer wie ein junger Gott durch seine Geheimaufträge. | |
| 613 | James Bond hat ja auch bislang vier Darsteller verschlissen, der fünfte ist in Arbeit. Was man von Buddha jetzt nicht unbedingt behaupten kann. Außerdem läßt es sich als Buddha schlecht Aufträge erfüllen, ständig muss man irgendwelche Bitten des normalen Erdenvolks anhören. | |
| 614 | Nur normales Erdenvolk? Glaubst Du, Buddha ist für die geistig Verstörten nicht da? | |
| 615 | Die meine ich doch damit. Die geistig Gesunden glauben doch alle, dass sie auch ohne ihn bestens zurecht kommen. | |
| 616 | Diese geistig Gesunden, die glauben, dass sie es alleine schaffen, müssen doch verrückt sein! | |
| 617 | Da sieht man erstmal, was für eine schwierige Aufgabe Missionare eigentlich haben. Eigentlich bräuchten sie eine psychologische Ausbildung, damit sie die echten Gestörten von den falschen Verrückten unterscheiden und missionieren können. | |
| 618 | Wenn aber Missionare eine psychologische Ausbildung erhalten würden, würden sie nicht ihre eigene Arbeit als übersteigerten Sendungsdrang interpretieren und therapieren, so dass sie letztlich gar nicht mehr die Arbeit machen würden? | |
| 619 | Aus diesem Grund beschäftigt die Kirche auch echte Psychiater, die die Missionare von ihrem kurierten Sendungsdrang befreien soll. Sonst wären sie ja arbeitslos. | |
| 620 | Psychiater, die ihre Patienten mit Absicht krank machen? Sozusagen umgedrehte Seelenklempner? | |
| 621 | Natürlich. Das alles ist doch eine abgekartete Sache. Die machen die Leute wahnsinnig, die daraufhin zur Therapie zu einem normalen Psychiater gehen. Und von den anfallenden Behandlungskosten kassieren sie dann einen Prozentsatz, sozusagen als Vermittlergebühr. | |
| 622 | Das nennt man dann Ping Pong-Psychiatrie. Immer vom umgedrehten zum echten und zurück, bis der Ball aus dem Spiel ist. | |
| 623 | Läuft das dann als Wette ab, wer von beiden es schafft, den nächsten aus dem Spiel zu schmettern? | |
| 624 | Ja. Außerdem sind Wettbüros eingerichtet, wo gewettet wird, wer als nächster aus dem Spiel fliegt, sprich, verrückt wird. Nachdenkliche Vordenker haben aber bereits gewarnt, dass, sobald mehr als die Hälfte verrückt werden sollte, man nicht mehr wüsste, welche Hälfte die verrückte ist und dann die Behandlung aufhören müsste. | |
| 625 | Wieso sollte die Behandlung aufhören? Einem Psychiater kann es doch egal sein, ob sein Patient bei geistiger Gesundheit ist oder nicht. Im Zweifelsfall wird er zwecks weiterer Behandlung in ein Sanatorium übergestellt. | |
| 626 | Da sitzen doch die ganzen Senatoren und entscheiden über die Zukunft der Welt, oder? | |
| 627 | Beinahe. Sie meinen nur, sie entscheiden über die Zukunft der Welt. Leider sind heutzutage die Senatoren nicht mehr so leicht zu erkennen, seit sie die Kleidervorschrift in der Anstalt gelockert haben, aber im antiken Rom konnte man noch alle an ihrer Tunika erkennen, da war es einfacher, sie nicht für voll zu nehmen. | |
| 628 | Tja, Kleider machen Leute, heißt es immer. | |
| 629 | Ich dachte immer, Leute machen Kleider. Was um alles in der Welt wird dann in Schneidereien und Textilfabriken hergestellt? | |
| 630 | Na, in Schneidereien werden Schneider gemacht und in Textilfabriken - wie der Name schon sagt - Textile, also so textähnliche Dinger. | |
| 631 | Ah, ich verstehe. Das Produkt, das hergestellt wird, findet sich in der Bezeichnung des Betriebs wieder. So wie in einer Druckerei Drucker hergestellt werden, oder in einer Bücherei Bücher, oder bei einem Mädchenhändler Mädchen. | |
| 632 | Klar, das vereinfacht das Verständnis, und jeder weiß sofort, um was es sich bei einem Betrieb handelt. Früher war das viel komplizierter! Wer zum Henker wusste schon was ein Kürschner herstellt? | |
| 633 | Wo ist da das Problem? Kirschen mit orthographischen Schwächen natürlich. Übrigens ist solch Obst allgemein wieder sehr gefragt. Neben Kürschen auch Pannanen und Ohranschen. | |
| 634 | Au Panne! Das schlimme an diesen Ohranschen ist ja das Orangenschmalz, welches man zuvor aus den Windungen entfernen muss, da dies in unserem Kulturkreis als nicht überaus schmackhaft betrachtet wird. | |
| 635 | Allein bei dem Gedanken daran muss ich mich winden. Aber du sagst "in unserem Kulturkreis". Gibt es tatsächlich eine Kultur, bei der so etwas als Delikatesse gilt? | |
| 636 | Gibt es überhaupt eine Kultur? Fragen über Fragen... | |
| 637 | Natürlich gibt es sowas! Denk doch nur mal an Swatch, das ist doch wahrlich eine Kultuhr. | |
| 638 | Womit wir wieder beim Thema wären: was ist eigentlich Kult? Ist alles, was cool ist, auch gleich Kult? Oder gehört mehr dazu? Ein T vielleicht? | |
| 639 | Kult leitet sich vom Wort "cool" ab. Im Lauf der Zeit ist daraus das Wort "coolt" entstanden, das eine besonders coole Sache beschreibt. Im Zuge der Germanisierung ist daraus schließlich "Kult" entstanden, das allerdings mit Kultur so viel zu tun hat wie Großbritannien mit Kochkunst. | |
| 640 | Wieso? Ich habe gehört, britisches Steak würde waahnsinnig gut schmecken. | |
| 641 | Was hat denn das mit Kochkunst zu tun? Wenn das Steak jemals eine Pfanne aus der Nähe gesehen hat, verdient es schon meinen Respekt, so blutig wie das ist. | |
| 642 | Immerhin, Blut ist dicker als Wasser. Man bekommt also nichts verdünntes aufgetischt, sondern den wahren Stoff. | |
| 643 | Schon, aber was ist, wenn die Blutgruppe des Steaks eine andere ist als deine? Die Unverträglichkeit beider Blutgruppen würde zu einer sofortigen Abstoßung führen. | |
| 644 | Wenn man selber eine Null ist, hat man doch kein Problem. Nur andere Typen haben Probleme damit. | |
| 645 | Das klingt ja richtig gefährlich. Demnach könnte sich ja Steak essen zur neuen Trendsportart nach Bungee Jumping, Sky Diving und Auto fahren entwickeln. | |
| 646 | Ja, zumal hier Sport tatsächlich Mord ist. Tausende unschuldige Rinder müssen daran glauben, wenn das ein Erfolg wird. Genauso wie beim Christentum: auch hier müssen Tausende Unschuldige Kinder daran glauben, weil es ein Erfolg ist. | |
| 647 | Aber man lebt doch für ein dankbares Publikum, und wenn es diesem gefällt, geht man doch gerne das eine oder andere Opfer ein. | |
| 648 | Ja, aber seinen eigenen Sohn? Und dann am Kreuz? Hätte er da nicht eine humanere Todesart nehmen können? Überdosis Endorphine oder ähnliches? | |
| 649 | Hätte er schon können, aber das wäre zu unspektakulär gewesen, das Publikum wäre enttäuscht gewesen, weil es per Definition blutrünstig ist, und das hätte die Einschaltquoten und damit auch die Werbeeinnahmen erheblich gesenkt. | |
| 650 | Religionsstifter, die friedlich leben und dahinscheiden, sind also erfolglos, weil sie die (un)heimliche Gier des Publikums nach Blut nicht stillen? | |
| 651 | Meinst du vielleicht, die Gladiatorenkämpfe wären so beliebt gewesen, wenn die Kontrahenten die Sache einfach nur ausdiskutiert hätten oder so lange abgewartet hätten, bis nur noch einer von ihnen am Leben wäre? | |
| 652 | In der Moderne, sicherlich. Was sonst erklärt die Zuschauerquoten bei Kanzlerduellen oder Präsidentschaftsduellen. | |
| 653 | Die überdurchschnittlich hohe Anzahl an Menschen mit Schlafstörungen. | |
| 654 | Verklagt der Hersteller von Baldrian dann den Bundeskanzler wegen Geschäftsschädigung? | |
| 655 | Ist schon passiert, allerdings wurde die Klage fallen gelassen, da der Kläger während der Beweisführung eingeschlafen ist. | |
| 656 | Ich dachte, dass er damals eingeschlafen sei, sei der Beweis gewesen? | |
| 657 | Nun ja, als das Gericht fragte, ob der Schlaf auf die Kanzlerkandidatenduelle oder auf das Baldrian zurückzuführen sei, musste er aufgrund seiner Tiefschlafphase die Antwort schuldig bleiben, und so wurde im Zweifel für den Angeklagten gestimmt. | |
| 658 | Aber der Zeuge blieb schuldig, schreibst Du! Also wurde er anstelle des Angeklagten eingebunkert? | |
| 659 | Nicht vom Gericht, aber vom Konzern. Weil er versagt hatte, den Prozeß im Namen des Baldrians zu gewinnen, wurde er als Vertreter in Krisengebiete entsandt, wo er in den Bunkern Schlafmittel verkaufen soll, da die Soldaten aufgrund des Granatfeuers nur schlecht einschlafen können. | |
| 660 | Diese Promotouren für Baldrian werden übrigens von den gegnerischen Armeen gesponsert, heißt es. Damit wollen sie beweisen, dass sie eigentlich die Guten sind, indem sie dem einfachen Soldaten des Gegners Hilfe beim Einschlafen verschaffen. | |
| 661 | Übrigens ist die Kirche inzwischen auch dazu übergegangen, Baldrian anstatt der üblichen Hostie beim Abendmahl zu verteilen. Sie begreift dies als letztes Mittel, die Sündenbereitschaft in der Welt zu bekämpfen, denn wer schläft, sündigt nicht. | |
| 662 | Aber nur, schliefe er den gerechten Schlaf. Und das ist so wie ein gerechter Krieg, oder? | |
| 663 | Gerecht oder gerächt? | |
| 664 | Gerechtigkeit ist doch nur vergemeinschaftete Rache, und da der Staat ja das Symbol der Gemeinschaft ist, und Krieg immer nur ein Werkzeug des Staates ist, gibt es zwischen einem gerächten, eher rächendem, und einem gerechten Krieg keinen Unterschied. | |
| 665 | Wenn aber nun Rache geübt wird, geschieht dies normalerweise unter Nichtbeachtung der Gesetze, ist also Selbstjustiz. Diese ist jedoch verboten, vom Staat, der aber, laut dir, das Symbol der vergemeinschafteten Rache ist. Also macht sich doch der Staat selbst strafbar, wenn er gerecht ist. | |
| 666 | Erstens ist Nichtbeachtung der Gesetze nicht zwangsweise strafbar, außerdem muss ein Staat Selbstjustiz verüben, weil sonst nur noch der liebe Herrgott als Instanz übrigbleibt. Und dessen Strafaktion sind, formulieren wir es vorsichtig, ab und an nicht exakt zielgerichtet (Sodom und Gomorrha, Ägypten, Sintflut...). | |
| 667 | Mag schon sein, aber es bedarf doch einiger Opfer, damit das Gute triumphieren kann. Und weshalb ist Ägypten eine Strafe? Ich habe gehört, da kann man ausgezeichnet Urlaub machen. | |
| 668 | Natürlich, aber nur, wenn man dumm ist. Kluge Leute zerbrechen sich statt dessen den Kopf mit wichtigen Fragen: wie wurden die Pyramiden gebaut? Wen stellt die Sphinx dar? Wie viele Engel passen auf ein Sandkorn, und wie viele Sandkörner passen zwischen die Ritzen meiner Kleidung? | |
| 669 | Ganz abgesehen davon, dass die Sphinx die Attraktion in PT Barnum's wundersamen Zirkus war, kommt es ganz darauf an, wo das Sandkorn herstammt, um zu erfahren, wie viele Engel darauf Platz finden. Auf einem ägyptischen Sandkorn z.B. käme kein einziger Engel unter, da Ägypten polytheistisch ist und in ihrem Glauben keine Engel auftauchen. | |
| 670 | Engel tauchen sowieso nicht, außer es sind Seeengel, aber die mag keiner, weil da drei Vokale hintereinander vorkommen, und das zu schweren theologischen Differenzen führt, die nicht selten in einem weiteren Schisma enden. | |
| 671 | An den Schismen der Kirche waren Engel schuld? Wenn man bedenkt, dass Engel eine Grundsubstanz des Glaubens sind, wirft das ein völlig neues Licht auf die Kirche. | |
| 672 | Dieses Licht wurde wahrscheinlich von den einem Engel gebracht, der Lichtbringer heißt. Zumindest wäre das naheliegend. Außerdem haben Engel überhaupt keine Substanz, da sie vor derselben erschaffen wurden, weswegen der Glaube ohnehin auf wackeligem Boden steht. | |
| 673 | Damit ich das richtig sehe: der Glaube wird hauptsächlich durch Engel gestützt, die jedoch, da vor der Substanz erschaffen, überhaupt nicht existieren. Also glauben wir an nichts. Wir sind also eigentlich alles Atheisten, denn die glauben ja auch an nichts. | |
| 674 | He, Du sprichst nur von Dir. Ich war schon davor Atheist, und bin kein Gläubiger, der zu einem Atheisten umdefiniert wurde, durch Spitzfindigkeiten wie die Nichtexistenz des Geglaubten. | |
| 675 | Du meinst also, man sollte unterscheiden zwischen echten Atheisten und solchen, die es erst geworden sind? Demnach sollte es im Namen deutlich werden, an welchen Glauben man nicht mehr glaubt. In Zukunft gibt es also neben den echten Atheisten z.B. auch katholische Atheisten, islamische Atheisten und buddhistische Atheisten. | |
| 676 | Ja, das wäre wichtig. Buddhistische Atheisten sind aber hinreichender Unsinn, weil Buddhisten sowieso schon Atheistisch sind, weswegen sie es nie dazu wurden, sondern schon immer waren. Außer natürlich sie starteten ihre Karriere in Glaubensfragen als Christen, dann wären es buddhistische Christen. | |
| 677 | Man muss allerdings auch unterscheiden, welcher Aufwand getrieben wird. Christliche Atheisten haben es vergleichsweise einfach, die müssen nur an einen Gott nicht glauben. Hingegen hinduistische Atheisten müssen gleich an mehrere Götter nicht glauben, das bedeutet einen vergleichsweisen Mehraufwand. | |
| 678 | Kommen hinduistische Atheisten dann eher in die Hölle, weil doch mehr Götter auf sie böse sind? | |
| 679 | Das dürfte den Betroffenen ziemlich egal sein, da die Hölle ein Bestandteil des Glaubens ist, an den sie nicht glauben. Zumindest wäre es mir neu, das es eine Art Universalhölle gibt, in der alle diejenigen landen, die aus dem Raster der anderen Höllen fallen. | |
| 680 | Natürlich! Wo sonst sollen Leute landen, die an keine sonstige Hölle glauben? In einer Neue Deutsche Welle-Disco? Auf dem Finanzamt? Bei einem 'Bitte warten'-Schleifen-Tonband-Hersteller? | |
| 681 | Aus diesem Grund beschäftigt die Kirche auch echte Psychiater, die die Missionare von ihrem kurierten Sendungsdrang befreien soll. Sonst wären sie ja arbeitslos. | |
| 682 | Psychiater, die ihre Patienten mit Absicht krank machen? Sozusagen umgedrehte Seelenklempner? | |
| 683 | Ist das denn nicht die Hölle? Beim Finanzamt anzurufen, in eine Warteschleife zu geraten, die andauernd Neue Deutsche Welle-Lieder spielt? Da lässt man sich doch lieber auf kleiner Stufe langsam garen. | |
| 684 | Aber wenn das schlimmer als die Hölle wäre, wäre es doch die tatsächliche Hölle, weil die Hölle doch qua Definition doch der schlimmste Ort der Welt ist. Mit dem Garen ist also nix. | |
| 685 | Vielleicht bin ich ja jemand anderes Hölle. Für diesen jemand ist es vielleicht das Schrecklichste von Welt, jemanden garen zu sehen und anschließend verspeisen zu müssen. Und diese Verpflichtung wäre für mich natürlich bindender als eine Telefonschleife. | |
| 686 | Wenn aber es für Dich bindender wäre, diese Aufgabe zu übernehmen, wirst Du sie nicht übernehmen dürfen, damit Du Deinen Verpflichtungen nicht nachkommen kannst. Du wirst ganz genau wissen, dass Du Dein Leben nach dem Tode viel erfüllter führen könntest, als Schaschlik, denn hier in der Warteschleife, aber Du darfst nicht. Das wäre doch die Hölle! | |
| 687 | Aber bestünde dann nicht ein Interessenkonflikt zwischen meiner Hölle und der Hölle des anderen? Wer hätte da Vorrang? | |
| 688 | Der mit der mieseren Hölle. Wenn Du Dir nur eine liebe, nette Hölle vorstellen kannst, der andere aber eine abgrundtiefe jenseits der gewöhnlichen Vorstellungskraft - dann ist seine Hölle die höllischere und damit gültig, da sie ja Deine zumindest umfasst, wenn nicht gar erweitert. Das wird garantiert - sollte das nicht der Fall sein, kriegst Du binnen 90 Tage Dein Leben zurück, mitsamt Porto & Versand. | |
| 689 | Aber wie lange läuft diese Garantie? Angenommen, die Garantiezeit beträgt die gesetzlich vorgeschriebenen 2 Jahre, muss ich dann so lange warten, bis ich mein Leben unter Umständen wieder zurückbekomme? Und so wie dann mein Körper aussieht, will man ja gar nicht mehr zurück. | |
| 690 | Ach, immer nur auf Äußerlichkeiten zu starren, ist auch nicht das wahre. Das Auge muss dahinter schauen. Superman hat's vorgemacht mit seinem Röntgenblick! Im Übrigen wird Superman zur Zeit in 27 Staaten verklagt, wegen Strahlenbelastung. | |
| 691 | Und nicht wegen Eindringen in die Privatsphäre? Da wurden mit Sicherheit die Staatsanwälte einer Gehirnwäsche unterzogen. | |
| 692 | Mit Mr. Proper Superweiß, jetzt auch für Gehirne bei 30°. | |
| 693 | Seit wann ist Mr. Proper denn ein Waschmittel? Meines Wissens bedarf es für Gehirnwäsche Persil. Nur auserwählte Menschen, befugt durch einen sogenannten Persilschein, bekommen ein sauberes Gewissen, alternativ auch eine reine Weste. Aber mit der Temperatur muss man trotzdem vorsichtig sein, sonst bekommt man einen Schrumpfkopf. | |
| 694 | Ich habe nichts gegen Schrumpfköpfe. Eine Bekannte hat eine ganze Sammlung davon. Besonders interessant ist ihre limitierte Sammlung 'Europäische Staatsoberhäupter'. Nur der Oberhäupter Häupter freilich. | |
| 695 | Der Trend geht aber immer mehr zu komplett geschrumpften Menschen. Sie sind schon derart beliebt, dass sie bereits Mattel und Playmobil auf die hinteren Plätze verwiesen haben. Nun überlegt man, auch dem Puzzle-Sektor den Kampf anzusagen. | |
| 696 | Eine komplette Schulklasse, jeder einzelne in Torso und seine Gliedmaßen aufgeteilt, muss wieder richtig zusammengestellt werden. Für den morbiden Spaß von 6-99, ab 3 Stunden aufwärts. | |
| 697 | Wieso schon nicht ab 3 Jahren? Da sind doch keine verschluckbare Kleinteile dabei - zumindest nicht, wenn wir von einer Oberstufenklasse reden, da haben die Schüler keine Milchzähne mehr. | |
| 698 | Das nicht. Aber die Teile sind schlicht zu schwer für Dreijährige. | |
| 699 | Dann muss man sie eben kleiner machen. Ansonsten sind es pro Schüler sowieso nur fünf Teile, dass ist nicht besonders anspruchsvoll für 99-jährige. Man könnte doch an den Gelenken trennen, dann wären es pro Arm schon mindestens drei Teile, wenn man die Finger unberührt lässt. | |
| 700 | Das Das Schwierige ist ja, die richtigen Gliedmaßen an die richtigen Torsi zu stecken. Die Klassiker neben den Schulklassen sind ja hier die Kesslerzwillinge, die zusammen mit einer Flasche Sekt geliefert werden. | |
| 701 | Aber welches Problem sind schon zwei Menschen? Oder muss man vor dem puzzeln die Flasche Sekt auf nüchternen Magen exen, damit es nicht gar so einfach wird? | |
| 702 | Ist jemand mit nüchternen Magen eigentlich stets auch selber nüchtern? Bestimmt also der Magen das eigene Gemüt? So, wie wenn jemandes Magen hungrig ist, gleich auch der ganze Mensch hungrig ist, ist der Magen satt, so auch der ganze Mensch. | |
| 703 | Der Magen hat ja sein eigenes Gehirn. Offensichtlich hat dieses großen Einfluss auf das Kopfgehirn. Womöglich ist das Magenhirn das ursprüngliche, und nur durch Platzmangel ist es dann in den Kopf gewandert, wo bis dato noch reichlich Platz vorhanden war. Wunder der Evolution! | |
| 704 | Der Platzmangel deutet auf einen vollen Magen hin, das wiederum deutet auf eine Überflusskultur hin, das wiederum weist auf eine hochentwickelte Zivilisation hin in vorgeschichtlicher Zeit - oh Gott, das ist der unumstößliche Beweis für Atlantis! | |
| 705 | Und der Grund dafür, dass Atlantis untergegangen ist, war die Völlerei der Atlanter. Die haben schlicht den Boden unter ihren Füßen weggespachtelt. | |
| 706 | Atlantis ist also das Schlaraffenland, und das Haus der Hexe im Wald eines seiner Überbleibsel. Aber wer sein Haus auf Sandkuchen baut... | |
| 707 | Dann müssten Hänsel und Gretel ja wegen Genozid vor dem internationalen Gerichtshof zur Rechenschaft gezogen werden. Schließlich haben sie die letzte bekannte Atlanterin auf grausige Weise umgebracht. | |
| 708 | Was ist eigentlich die Strafe für Genozid? 3 Jahre auf Bewährung? "Ich tu's auch nie wieder..." | |
| 709 | Das kommt auf die jeweiligen Richter an. Im Falle von Hänsel und Gretel scheinen sie recht gute Verteidiger gehabt zu haben, denn in den historischen Dokumenten ist davon die Rede, dass sie wohlbehalten zu ihrer Familie zurückgekehrt sind. Obwohl das auch schon Strafe genug sein kann. | |
| 710 | Ich glaube, die Familie war für Vernachlässigung der Kinder und mehrfachen, absichtlichen Versuch, sie loszuwerden, notorisch bekannt. Aber es ging ihnen immer noch besser dort als Aschenputtel. Was hatte sie eigentlich verbrochen? | |
| 711 | Oh, da kommt einiges zusammen. Vorspiegelung falscher Tatsachen und Amtsanmaßung (der Prinz glaubte, sie sei eine Prinzessin), Tierquälerei (Mäuse in Pferdeform mussten eine Kutsche ziehen), und zu guter Letzt Verleumdung, hat sie doch durch ihre bewusst freundliche und hingebungsvolle Art ihre zwei Stiefschwestern und ihre Stiefmutter als menschenverachtend und ausbeuterisch dargestellt. | |
| 712 | Gute Menschen in Anwesenheit Böser Menschen werden zu Bösen Menschen weil sie der Bösen Menschen Bösartigkeit noch stärker herausarbeiten? | |
| 713 | Jeder Mensch ist im Grunde seines Herzens egoistisch und selbstsüchtig. Wenn nun also ein Böser Mensch auftaucht, tritt ein bis dato Guter Mensch unweigerlich in einen Wettstreit ein, in dem es gilt, sich gegenüber dem anderen zu behaupten, mit allen Mitteln. | |
| 714 | Du meinst also, alle Menschen sind böse, und die Guten sind nur zu clever um es zu zeigen? | |
| 715 | Nicht ausschließlich. Bei manchen liegt die Veranlagung nur unterbewusst vor, die erst bei einer entsprechenden Umgebung zu Tage tritt. | |
| 716 | Was sind das für Umgebungen? Schulen? Kindergärten? Kirchen? | |
| 717 | Selbsthilfezentren, wie z.B. die Anonymen Alkoholiker oder die Online-Selbsthilfegruppe für Internetsüchtige. Nirgendwo sonst begegnet man so vielen Menschen, die den rechten Pfad der Tugend verlassen haben. | |
| 718 | Wandeln die nunmehr auf dem linken Pfad der Tugend? | |
| 719 | Und geradewegs ins Verderben. Das ist wie in der Geschichte von den zwei Wächtern an den zwei Wegen. Ein Wächter sagt immer die Wahrheit, der andere ist stumm, oder so ähnlich. | |
| 720 | Wie meldet ein stummer Wächter eigentlich einen Alarm? | |
| 721 | Deshalb stehen ja zwei Wächter an den Wegen. Wenn dem stummen Wächter etwas Verdächtiges auffällt, tritt er dem anderen mit aller Macht auf den Fuß. Der daraufhin folgende Schrei kann kilometerweit gehört werden. | |
| 722 | Der Kollege des stummen Wächters rekrutiert sich, so nehme ich an, aus Strafversetzungen, oder? | |
| 723 | Weshalb sollte er strafversetzt sein? Immerhin ist es eine Ehre, sein Land vor Schaden zu bewahren, auch wenn es wehe Füße bedeutet. Denn Gemeinwohl kommt vor dem Wohl des Einzelnen. | |
| 724 | Auch vor dem Wohl des eigenen Fußes? Dem möchte ich doch widersprechen! Was bringt mir das Gemeinwohl, wenn mir die Füße schmerzen? | |
| 725 | Elender Egoist! Dein Gewissen würde es also verkraften, wenn aufgrund deiner zarten Füße ein ganzes Volk in Mitleidenschaft gezogen würde? Ein schöner Wächter wärst du! Vor dir sollte das Volk gewarnt werden. | |
| 726 | Als schöner Wächter würde ich ohnehin nur an meine Karriere als Model nachdenken. Auf Männer in Uniform stehen doch die Bräute endlos. | |
| 727 | Harte Strafe. Da rolle ich doch lieber endlos Steine den Berg hoch, als dass mir Millionen von heiratswilligen Frauen unzählige blaue Flecken mit ihren Pfennigabsätzen verpassen, nur weil ich Uniform trage. Zumal, ab wann kann man bei Bekleidung überhaupt von einer Uniform reden? | |
| 728 | Wenn sie gleich ist, nichts anderes heißt das Wort uniform. Wenn also alle dem Modetrend folgen und das neueste Gucci-Kostüm tragen, ist das eine Uniform der Modebewussten. Bei den Männern eher eine Uniform der Travestie. | |
| 729 | Ist das nicht seltsam? Trägt ein Mann Frauenkleidung, so nennt man ihn Transvestit. Trägt jedoch eine Frau Männerkleidung, wird das allgemein gebilligt, ja sogar zur neuen Modeform erklärt. Ich fühle mich diskriminiert. | |
| 730 | Wenn sich zwei Frauen küssen, finden das die Kerle doch auch erotisch, wenn sich zwei Männer küssen hingegen meistens nicht. Von Gleichberechtigung sind wir doch noch Jahrtausende entfernt! | |
| 731 | Ich bin da leider nicht Frau genug, um zu wissen, ob nicht auch Frauen es erotisch finden, wenn sich zwei Männer küssen. Oder wie stehst du dazu? | |
| 732 | Als fiktive Figur kann ich freilich je nach Konfusion meines Erfinders nach Belieben das Geschlecht wechseln, und als Frau muss ich sagen, dass mich das nicht wirklich anmacht. | |
| 733 | Aber das du das Geschlecht wechseln kannst, bedeutet doch, dass du die Veranlagung für beide Geschlechter in dir trägst. Das heißt, du bist nur zu 50% eine Frau, und in deinem Urteil über sich küssende Männer kommt der Mann in dir noch durch. Ergo findest du das nicht sonderlich anziehend. | |
| 734 | Hmmm, durchaus möglich. Dann sind die 50% Frau in mir wahrscheinlich bisexuell, schließlich finde ich zwei sich küssende Frauen erotisch. Also stehe ich zu 75% auf Frauen - 50% männlicher Hetero, 50% weinliche Bi - und zu 25% auf Männer - von den 50% weiblichen Bi. Sexuelle Mathematik! | |
| 735 | Weinliche Bi? Ist das nicht zu drastisch gesagt? Immerhin könnte es auch Personen geben, die bisexuell und nicht weinerlich sind. Findest du nicht? | |
| 736 | Nicht weinerlich, sondern gerne wein trinkend. Am liebsten Rosé, leicht gekühlt, oder als Schorle. Und mit ausgestrecktem kleinen Finger. | |
| 737 | Natürlich. Die Etikette muss schließlich gewahrt bleiben. Ändert sich die Etikette eigentlich mit dem Etikett des Weins? | |
| 738 | Natürlich, sonst müsste man ja edlen kalifornischen Rotwein genau so saufen wie irgendeinen syrischen Tafelwein. Aufgrund des Alkoholverbots in Syrien taugt der nicht mal für den Kater! | |
| 739 | Der syrische Wein muss ein recht trockener Wein sein. Und da er keinen Alkohol enthält muss es wohl ein Instant-Wein sein. Man bekommt also ein rotes bzw. weißes Pulver geliefert, dass man dann mit der Flüssigkeit seiner Wahl aufgießen muss. | |
| 740 | Gibt es auch rosa Pulver, oder mischt man dazu das Rote mit dem Weißen? | |
| 741 | Rosa Pulver? Spinnst du? Ekelhaft. Logischerweise wird das rote Pulver mit dem weißen gemischt, denn es gibt höchst unterschiedliche Roséweine. So kann man je nach Mischungsverhältnis diesen Variationen gerecht werden. | |
| 742 | Hätten wir auch noch blaues Pulver, könnten wir zahlreiche Flaggen der Welt erstellen und auf Botschaftsempfängen mit coolen Effekten glänzen. Halt, gibt es blaues Pulver nicht? Für Prosecco Blue? | |
| 743 | Die Frage ist doch nicht, ob es blaues Pulver gibt. Es stellt sich vielmehr die Frage, wer überhaupt blauen Sekt trinkt. Das ist doch genauso schlimm wie lila Ketchup. Grausam. | |
| 744 | Kinder lieben grünen und lila Ketchup! Sie finden das lustig. Vielleicht sind sie auch die erstrebte Zielgruppe für blauen Sekt? | |
| 745 | Die Zielgruppe ja. Die Käufer hingegen werden die Eltern sein, die endlich mal wieder eine Nacht durchschlafen wollen und deshalb die lieben Kleinen mit Alkoholika abfüllen und somit ruhigstellen. Schlafmittel haben einfach zu viele Nebenwirkungen. | |
| 746 | Oh ja, davon kann ich ein Liedchen singen. Plötzliche Anfälle von Müdigkeit, chronisches Gähnen, Schwierigkeiten beim Fokussieren mit den Augen, Schlafwunsch sowie der unbedingte Drang, zu Bett gehen zu wollen. Diese verdammten Nebenwirkungen. | |
| 747 | Und wie heißt das Lied? "The Sound of Silence"? Aber bitte nicht singen, die Kinder sind endlich eingeschlafen. | |
| 748 | Vielmehr The Soundtrack of Silence Of The Lambs. Anderthalb Stunden Stille unterbrochen von blökenden Lämmern, eindrucksvoll komponiert von dem großartigen Howard Shore (mit ein wenig Unterstützung von Johann Sebastian Bach, wahrscheinlich für die Schäferin, und Tom Petty, eher für die Schafe, aber ich will mir nicht vorstellen, was er damit gemacht hat...). | |
| 749 | Aber wenn die Lämmer blöken, ist doch keine Stille mehr vorhanden. Und wenn sie nicht blöken würden, würde man sich doch fragen, ob die Lämmer überhaupt vorhanden sind. So oder so sitzt man einer Mogelpackung auf. | |
| 750 | Nein, lediglich einer Paradoxie. | |
| 751 | Das klingt ja furchtbar. Ist das ansteckend? | |
| 752 | Hochansteckend, aber es besteht leider keine Übertragungsgefahr, zum Glück. | |
| 753 | Mist, ich weiß aber auch nix. Immerhin das weiß ich. | |
| 754 | Wie nennt man das, wenn man etwas widersprüchliches sagt? Das Wort habe ich sicher schon mal erwähnt. | |
| 755 | Para...para...Paracetamol. Ich wusste, ich weiß es noch. Oder meintest du Oxymoron? Antithese? Katachrese? Contradictio in adiecto? Aber du solltest dich mal wegen deinem schlechten Gedächtnis untersuchen lassen. | |
| 756 | Paracetamol? War das nicht so ein cooles Ding zum Dekorieren von alkoholischen Getränken? Mit Schirm und Brause? | |
| 757 | Ganz genau. Man bekommt seinen Cocktail mit Schirm, Charme und Melone. | |
| 758 | Oh ja, das mag ich auch, Fernsehen schauen, während man Cocktails schlürft. | |
| 759 | Und der Cocktail ist auf die Serie abgestimmt. Ein Milchshake, während man "Die Nanny" schaut, Baywatch wird mit einem Cocktail der Marke Swimming-Pool verschönert, und bei Derrick, nunja, irgendwas mit viel Koffein. | |
| 760 | Und was ist die passende Sendung zu Wodka RedBull? | |
| 761 | So ziemlich jede, denn nach einem Wodka RedBull ist es dir letztlich egal, was in der Glotze läuft, richtig folgen kannst du der Handlung dann sowieso nicht mehr. Falls doch, böte sich "Der Bulle von Tölz" an. | |
| 762 | Weil der Bulle von Tölz ein besoffener Kommunist ist? | |
| 763 | Genau. Seine Tarnung als tollpatschiger Kommissar ist schlicht perfekt, aber in Wirklichkeit ist er ein Schläfer. Manchmal schläft er bis zwölf Uhr mittags. | |
| 764 | Ich frage mich, ob er von den Chinesen oder von den Sowjets eingestellt wurde. | |
| 765 | Eher von den Kubanern. Die sind ein gemütliches Völkchen von Kommunisten, rauchen gelegentlich die eine oder andere Zigarre und lassen sich ansonsten die Sonne auf den Bauch scheinen. Und davon hat der Bulle mehr als genug. | |
| 766 | Mehr als genug Sonne? Aber warum ist er dann so blass? | |
| 767 | Weil er auch mehr als genug Bauch hat. Er bekommt genau so viel Sonne wie jeder andere auch, aber da er einen derart großen Umfang hat, verteilt sich die Bräune natürlich auch auf eine größere Fläche, so dass er uns nach wie vor blass erscheint. | |
| 768 | Das erklärt einiges. Bei Autofahrern ist zum Beispiel der linke Arm meistens brauner als der rechte. Jetzt verstehe ich, dass das einfach daran liegt, dass sie mit dem rechten schalten, lenken und den Beifahrer betatschen müssen. Dadurch wird der rechte Arm stärker, weil er mehr macht, hat folglich mehr Umfang und erscheint uns deswegen blasser. Ganz einfach eigentlich. | |
| 769 | Wenn man nun aber zwei linke Hände hat? Hat man dann eine linke Hand an einem rechten Arm, und es ist so wie gehabt, oder hat man dann auch zwei linke Arme? Und welcher von beiden ist dann der blassere, weil stärker benutzte? | |
| 770 | Wenn man zwei linke Hände hat, dann ist man halt recht asymmetrisch gebaut und hat Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht. | |
| 771 | Du meinst, weil man zusätzlich zu den beiden linken Armen auch noch zwei linke Beine hat sowie zwei linke Gesichtshälften, wodurch man beständig schielt und nur die Hälfte versteht? | |
| 772 | Und viel schlimmer: man kann nur noch links wählen. Wenn das massiv auftritt, ruiniert das noch den Staat. | |
| 773 | Überhaupt nicht. Schließlich gibt es dann auch keine rechten Parteien mehr, nur noch linke Parteien. Von denen einige allerdings weiter links stehen als andere. | |
| 774 | Gibt es eigentlich auch linksrheinisch rechte Parteien? | |
| 775 | Nein, sie trauen sich nicht ins Wasser. | |
| 776 | Dann riechen sie sicher nach einigen Wochen unangenehm. | |
| 777 | Und ihre Klamotten werden ganz braun wegen dem ganzen Schmutz. | |
| 778 | Der Rhein ist Schuld an der Parteifarbe der Nazis? | |
| 779 | In gewisser Weise. Zuerst haben sie sich nicht gewaschen, und dadurch wurden die Klamotten braun. Dann jedoch konnten sie sich zum Waschen überwinden, aber der Rhein führt solch eine Dreckbrühe, dass das alles nur noch verschlimmert hat. | |
| 780 | Wieso ist der Rhein überhaupt dreckig? | |
| 781 | Weil viele Mitglieder anderer Parteien dort wieder ihre Westen rein gewaschen haben. Die Nazis hatten schlicht das Pech, zu spät zu kommen. | |
| 782 | Wo kann man denn den Osten reinwaschen? | |
| 783 | Dummerchen. Im Ganges natürlich. Für die Menschen dort hat das schon religiösen Charakter erreicht, jährlich treffen sich sogar Abertausende von Menschen, um das Reinigen zu zelebrieren. | |
| 784 | Mit Ganges Superrein wird selbst die Seele wieder strahlend rein! Ganges - und der Seele geht's wieder gut. Oder: Besser als Beichten - Wasch die Sünden ab mit Gangeswasser! Jetzt auch in der 0,73l-PET-Mehrweg-Recycling-Flasche. | |
| 785 | Das gibt einen starken Konkurrenzkampf mit der katholischen Kirche. Seit Ganges Superrein sind die Absatzzahlen für ihr geweihtes Tafelwasser merklich zurückgegangen. Dafür steigt aber die Nachfrage nach der Original Steinofen-Exorzistenpizza mit echten Chilischoten. So scharf, dass sie selbst das Böse austreibt. | |
| 786 | Stammen Chilischoten eigentlich aus Chile und ist Chile überhaupt ein katholisches Land? | |
| 787 | Chile besteht zu 85% aus Bibelwerfern. Ob sie allerdings etwas mit dem scharfen Chili zu tun haben, ist ungewiss, jedoch wird gemunkelt, dass sie einst auf diese Art und Weise den Gläubigen die Nähe des Fegefeuers andeuten wollten. | |
| 788 | Und derjenige, der das richtig höllisch scharfe Chili mag, muss unbedingt wiederholten Ehebruch begehen, um auch ja in das Fegefeuer einzugehen, dass er ja dann auch mögen wird. Deswegen gibt es so viele heißblütige Latin Lover. | |
| 789 | Durch denen ihre Adern fließt auch kein Blut, sondern Tabasco. Deshalb sehen die auch immer leicht schwitzend aus. | |
| 790 | Schmeckt dann ein Latin Lover nach Chili con Carne, und welcher Wein wird dazu serviert? | |
| 791 | Wieso Chili con Carne? Schließlich besteht er zu einem Großteil aus Tabasco. Aber man könnte Chicken Madras daraus machen, ist zwar indisch und mit Curry, macht aber nix, ist schließlich auch scharf. Und zwar so scharf, dass es letztlich egal ist, welcher Wein dazu gereicht wird, einen Unterschied wird man danach nicht mehr schmecken. | |
| 792 | Das ist natürlich nicht egal! Warum den guten Wein verschwenden, wenn man auch Essig servieren kann? Man kann immer noch behaupten es sei ein 68er Chapeau Claque. | |
| 793 | Doch nicht Essig! Der verdirbt einem doch die Stimmung und den Magen. Und dann auch noch einen 68er. Der liegt einem doch wie ein Stein im Magen. | |
| 794 | 68er waren eher für Steine in den Fensterscheiben bekannt. | |
| 795 | Das nennt sich dann Mosaik. Eigentlich war ja die 68er-Bewegung nur ein Treff von Kunststudenten, die schlicht das Stadtbild verschönern wollten. Leider hat das nicht jeder kapiert. | |
| 796 | Warum eigentlich 68er-Bewegung? Wäre eine 69er-Position nicht wesentlich werbewirksamer gewesen? | |
| 797 | Wie erfolgreich kann schon eine Werbung sein, die erst, aufgrund der strengen Jugendschutz-Verordnungen, nach 22 Uhr gezeigt und zugänglich gemacht werden kann? | |
| 798 | Ruf! Mich! An! Und ich erzähle es Dir. | |
| 799 | Bin ich vielleicht blöde? Nachher muss ich für den Anruf pro Minute Hunderte von Euro zahlen. Erst recht, wenn die Person am anderen Ende der Leitung genauso abgehackt redet wie du. | |
| 800 | Ich! Rede! Nicht! Frei! Will! Lich! Ab! Ge! Hackt! Es ist bloß ein Mörder mit einer Kettensäge hinter mir her und das spart Puste. | |
| 801 | Erstens sind wir hier nicht in Texas, und zweitens glaube ich nicht, dass die Kettensäge bei diesen Spritpreisen genug Kraftstoff hat, um richtig zu funktionieren. Also könnte er dich höchstens damit erdrücken. Wobei...die dadurch entstehenden Druckstellen und Narben könnten der nächste Schrei in der Modewelt nach Tattoos und Piercings werden. | |
| 802 | Argh, er hat mich erwischt. Du hast Recht - so furchtbar wie das aussieht, könnte das wirklich ein Trend werden. | |
| 803 | Oder die neueste Methodik in der Schönheitschirurgie. Bei manchen ist eine Kettensäge die letzte verbleibende Möglichkeit, das Gesicht zu verschönern, oder, was das angeht, die restliche Menschheit von diesem Anblick zu erlösen. | |
| 804 | Eine erlösende Kettensäge? Könnte das Grundlage einer neuen, zeitgemäßen Religion sein? | |
| 805 | Warum nicht? Statt einem Kreuz um den Hals tragen wir jetzt eine Kettensäge mit uns herum. Was zeitgleich auch die Anzahl der Überfälle auf offener Straße rapide senken dürfte. | |
| 806 | Ach ja, klar. Wenn wir alle bewaffnet wären, wäre es für uns alle sicherer auf den Straßen. Habe ich schon fast vergessen. | |
| 807 | Natürlich. Schusswaffen wären völlig verboten, nur noch Kettensägen wären erlaubt. So kommt es bei einem Überfall zu einem Kampf Mann gegen Mann resp. Frau gegen Frau. Auf diese Weise bleibt auch die Darwin'sche Auslese der Schwächeren gegeben. | |
| 808 | Sind Kämpfe Mann gegen Frau resp. Frau gegen Mann verboten, oder warum erwähntest Du diese nicht? | |
| 809 | Erstens wollte ich nicht so viel auf einmal schreiben; außerdem bin ich davon ausgegangen, dass der Rest der Menschheit doch noch über ein gesundes Maß an Vorstellungsvermögen besitzt. Aber vielleicht setze ich da auch zu viel voraus. | |
| 810 | Der Kampf der Geschlechter fällt unter ein gesundes Maß an Vorstellungsvermögen? | |
| 811 | Jepp. Das ungesunde Maß des Vorstellungsvermögens führt zu Schlammcatchen. Auch recht nett anzusehen. | |
| 812 | Catchende Schlammfiguren. jetzt Wrestle-Muddia XII und Celebrety DeathMud, von dem selben Team, dass uns schon mit Wallace und Gromit beglückte. | |
| 813 | Wallace und Gromit sind eigentlich Wrestler? Dürfen die dann überhaupt im Kinderprogramm gezeigt werden? Ich meine, jugendfrei ist das Gebalge nicht wirklich. | |
| 814 | Natürlich ist Wrestling jugendfrei. Oder hast Du da schon mal einen Jugendlichen mitwrestlen sehen? | |
| 815 | Kann man sich der Sache so sicher sein? Ich meine, bei den ganzen Masken und Kostümen, die alle tragen... zumindest hoffe ich, dass es sich um Masken handelt. | |
| 816 | Warum hoffst Du das? Wenn es keine Maske wären, dann hätten wir hier den Beweis für außerirdisches Leben. Oder zumindest für Mutanten. | |
| 817 | Außerirdische? Die kommen hierher, und dann fällt ihnen nichts Besseres ein, als sich beim Wrestling verprügeln zu lassen? So viel zum Thema intelligentes Leben im Universum. | |
| 818 | Wer ist der Dümmere? Der, der eine Dummheit begeht, oder der, der dafür bezahlt, jemanden zu sehen, der eine Dummheit begeht? Insofern sind sie durchaus intelligent. Wahrscheinlich haben diese Außerirdische schon die Wrestlingligen einer großen Zahl von Planeten erobert. | |
| 819 | Aber nur in dem Maße intelligent, dass sie nicht ganz so dumm wie die zahlende Dummheit sind. Und ich persönlich halte es nicht für sonderlich klug, die Wrestlingligen eines jeden Planeten zu erobern. Was für einen Sinn macht das schließlich? | |
| 820 | Aber Intelligenz ist doch, weniger dumm zu sein als die anderen. Und warum sollte es weniger Sinn machen, Wrestlingligen zu erobern, als die Menschheit zu unterjochen? | |
| 821 | Normalerweise geht man bei Invasionen Außerirdischer eben davon aus, dass die Menschheit unterjocht und nicht unterhalten wird. Viel eher bekommen die Menschen ein Joch um den Hals und müssen den Acker pflügen, bis das Jochbein bricht. | |
| 822 | Wer ackern soll, muss auch unterhalten werden. Oder man nutzt die Unterhaltung als Motivation: 'Wenn Du nicht zwanzig Hektar bis zum Abend schaffst, musst Du die Wiederholung von Tutti Frutti schauen!' | |
| 823 | Schlechte Drohung. Dass sich die Sendung so lange im Programm gehalten hat mit relativ hohen Einschaltquoten, beweist doch, dass die Leute diese Sendung sehen wollten. Ergo arbeiten die überhaupt nicht. | |
| 824 | Darum geht es doch nicht. Wenn man die Sendung regelmäßig anschaut, verdummt man, und je dümmer man wird, desto weniger Widerstand kann man leisten. Und irgendwann schließlich wird man die Arbeit tun. Ziel erreicht. | |
| 825 | Aber eines verstehe ich dennoch nicht. Beinahe jeder, auch führende Wirtschaftsunternehmen, beschweren sich über das immer mehr an Qualität verlierende Fernsehprogramm. Aber wieso sollten sie das tun, wenn sie doch dadurch billige und willige Arbeiter bekommen? | |
| 826 | Weil sie doch das selbe Fernsehprogramm sehen und auch dümmer werden, wodurch ihnen dieser Vorteil entgeht. | |
| 827 | Aber wenn doch alle dümmer werden, für wen sollen die dann noch arbeiten, die Existenz Außerirdischer einmal nicht vorausgesetzt? Die Arbeitgeber sind dann doch auch so dumm, dass sie die geleistete Arbeit gar nicht mehr zu würdigen wissen bzw. wissen, was sie damit anfangen sollen. | |
| 828 | War das jetzt die Beschreibung eines möglichen Szenarios oder des bestehenden Zustands? | |
| 829 | Keine Ahnung. Ich seh' zu viel fern, als diese Frage mit abschließender intelligenter Sicherheit beantworten zu können. | |
| 830 | Hmmm, wir haben uns in einer thematischen Sackgasse verfangen. Wie wäre es mit einem legendären Satz wie 'Kommen wir nun zu etwas völlig anderem'? Bislang haben wir vor allem ein Thema kohärent durchdiskutiert, wir sollten es langsam wechseln, oder? | |
| 831 | Stimmt, so langsam wird's etwas eintönig. Nach über zwei Jahren sollte man sich einmal mit etwas anderem beschäftigen. Vorschläge? | |
| 832 | Hmmm, wie wäre es damit: sind Bücher und Theaterstücke jugendgefährdend? Ein Thema, welches schon bei Platon diskutiert wurde und auch heute noch aktuell zu sein scheint. | |
| 833 | Du meinst, Platon hat schon um die abtreibende und sterilisierende Wirkung von Büchern gewusst? Wahrhaftig fortschrittlich. | |
| 834 | Natürlich. Buch auf, 'Problembereich' rein, Buch schnell und mit viel Kraft zuklappen. Wirkt je nach Anwendungsweise abtreibend oder sterilisierend. | |
| 835 | Aber Bücher sind nicht allein auf diese Wirkungsweise beschränkt. Man könnte doch sagen, Bücher sind nicht nur jugendgefährdend, sondern vielmehr gesellschaftsgefährdend. Schwiegermutter ist lästig, Buch zugeklappt, voila. Das Buch als Problemlöser schlechthin. | |
| 836 | Mit modernen Medien geht das viel schlechter: um etwa jemanden mit einer Vinylschallplatte zu ermorden, oder mit einer DVD, bedarf es wesentlich mehr Geduld und Planung. | |
| 837 | Wieso? Ein guter Wurf, und das Problem ist Geschichte. | |
| 838 | Das funktioniert nur mit scharfen DVDs. Pornos und so. Am besten Hard-Core, so ein harter Kern schneidet tiefer und fliegt besser. | |
| 839 | So ein Stuss! Das klappt doch vorne und hinten nicht. Die richten sich doch im Flug auf! | |
| 840 | Ein anständiger Flieger sollte auch ständig einen anständigen Ständer haben, ich meine, ständig einen guten Stand vorweisen können. | |
| 841 | Sind die Fluggesellschaften schon derart knapp bei Kasse, dass jetzt auch noch die Piloten im Stehen fliegen müssen? | |
| 842 | Weniger Sitze spart viel Geld. Das gilt auch für nationale Parlamente. | |
| 843 | In den Parlamenten gibt's jetzt auch Stehplätze? Toll, dann haben wir bald noch mehr Parlamentarier, dann passen ja mindestens doppelt so viele rein. Da spart man wirklich viel an Möbeln. | |
| 844 | Und wenn es wirklich an Möbeln mangeln sollte: die Parlamentarier könnten sich auch gegenseitig vermöbeln. Links eine rote Couchgarnitur, rechts ein schwarzer Wandschrank... | |
| 845 | Und im Nachhinein stellt sich dann heraus, dass die Möbel alle fleckig sind. Die Parlamentarier haben zwar immer behauptet, eine reine Weste zu haben, aber bei näherer Betrachtung... | |
| 846 | ...würden wir erkennen, dass die Flecken doch nur aus der unsachgemäßen Vermischung weißer und roter Blutkörperchen herrührt. Politiker sind tatsächlich allesamt von jeglichem Zweifel erhaben! | |
| 847 | Das die Politiker daran keine Zweifel haben, dessen bin ich mir sicher. Aber das Volk selbst hat schon Zweifel. Berechtigterweise, wenn die Weste auch noch Blutflecken aufweist. Oder sind die Abgeordneten samt und sonders Biologen? | |
| 848 | Nein, Biologen sind zu gut bezahlt als um in die Politik zu gehen. Außerdem haben sie in ihrem Beruf mehr Leben. | |
| 849 | Willst du damit sagen, dass Politiker kein Leben in ihrem Beruf haben? Das sind alles Untote? | |
| 850 | Aber wo Zombies sind ist auch immer ein Beschwörer. Wer hat die Macht in Deutschland? | |
| 851 | Was heißt schon Macht? Wer sagt denn, dass die Zombies gesteuert sind? Vielleicht hat sich auch irgend jemand einen Spaß daraus gemacht, die Zombies zu erschaffen und dann zuzusehen, wie sie das Land zugrunde richten. | |
| 852 | Richten? Wenn sie auch noch richten und Gesetze erlassen, wo bleibt denn da die Gewaltenteilung? | |
| 853 | Es kann nicht gut sein, wenn man etwas gewaltsam teilt. So etwas sollte ein natürlicher Prozess sein, um die innere Harmonie nicht zu stören oder gar zu zerstören. | |
| 854 | Du meinst, die innere Harmonie der Gewalt? Ich frag nur nach, ob ich das recht verstanden habe. | |
| 855 | Ganz recht. Spontane Gewalthandlungen passen sich nicht in das natürliche Umfeld ein. Von langer Hand geplante Gewalt hingegen berücksichtigt die natürlichen, gegebenen Umstände, wodurch eine in sich geschlossene Harmonie des Ganzen entsteht. | |
| 856 | Ach, das Tao der Brutalen. Ein innerer Prozess der Wandlung eines einfachen Totschlägers zu einem präzisen Assassinen. Gibt es das eigentlich auch als Karriereoption bei den Sims? | |
| 857 | Ist mir bislang nicht bekannt. Aber vielleicht gibt es ja bald die "Sex & Crime"-Add-On-CD. Wobei: gibt es im "Tierisch gut drauf"-Add-On nicht die Möglichkeit, einen durchgeknallten Serienkiller auf Meskalin auszubilden? | |
| 858 | Ich glaube, das war vielmehr ein verknallter TV-Verantwortlicher, der Serien killt wie etwa Meskalin 110. | |
| 859 | Achso, du meinst, weil Liebe blind macht, hat er die Serie abgesetzt, weil er sie sowieso nicht mehr sehen konnte. Schlimm. Da reden die Leute immer von SARS, aber keiner redet davon, dass durch die Liebe Millionen und Abermillionen von Menschen erblinden. Dagegen sollte man etwas tun. Gegen die Liebe, meine ich. | |
| 860 | Die Vereinigung Optiker für Liebe wehrt sich aber mit starker Lobby und viel Weitsicht gegen jegliche liebesentziehende Vorgänge. | |
| 861 | Eine sehr kurzsichtige Handlungsweise, denn eine blinde Person braucht auch keine Brille mehr und somit auch keinen Optiker. Nur den leicht Liebestrunkenen könnte kurzfristig ausgeholfen werden. | |
| 862 | Brillen gegen die Liebesnarrheit? Dann müssten Optiker im Mai umso mehr Geschäft haben. | |
| 863 | Nein, Ärzte. Brillen gibt es schließlich nur auf Rezept. Und ohne Zuzahlung gibt's auch nur das einfache Kassengestell - ohne Gläser. | |
| 864 | Aber, wenn ich keine Gläser habe, woraus soll ich dann den guten Wein trinken? Aus der Flasche? | |
| 865 | Ohne Glas gibt's auch keine Flasche. Dir bleibt also nichts Anderes übrig, als den Wein aus der hohlen Hand, einem Fass oder einem Lederstrumpf zu trinken. Wobei an letzterem James Fenimore Cooper die Vermarktungsrechte besitzt. | |
| 866 | Warum nicht aus dem Tetrapack oder aus dem Schädel gefallener Gegner? | |
| 867 | Ich finde, das senkt die Stimmung auf einer Party ungemein. Das hat schon irgendwas Unheimliches an sich und erinnert an die eigene Vergänglichkeit. Sonderlich hygienisch ist es auch nicht. Und im Gegensatz dazu hat ein Schädel keinen grünen Punkt, gilt demnach als Industriemüll und sollte fachgerecht entsorgt werden, wenn sie denn schon angeschafft worden sind. | |
| 868 | Per Verpackungsgesetz ist aber der Schädelproduzent verpflichtet, denselben wieder zurückzunehmen. Ich glaube, man kann Schädelproduzenten im allgemeinen den gültigen Rat geben: Nur nicht den Kopf verlieren! | |
| 869 | Wenn der Produzent sich nun aber weigert, den Schädel zurückzunehmen, wen willst du dann verklagen? Die Eltern als Erzeuger? Den lieben Gott als Patentrechtsinhaber? | |
| 870 | Gott? Es waren doch außerirdische Genmanipulatoren, die uns so designten wie wir sind. | |
| 871 | Abgesehen von der unterschiedlichen Namensgebung, wo liegt da schon der Unterschied? | |
| 872 | Gott hat keine Patente an seinem Werk angemeldet, während auf Alpha Justitia Proxima ein jahrhundertelanger Rechtsstreit läuft, welche der außerirdischen Gruppierungen denn nun die Rechte am menschlichem Genom hat. Deswegen werden auch immer wieder Menschen entführt, zur Klärung weiterer Fragen. | |
| 873 | Du willst mir doch nicht weis machen, dass so viele Menschen nur zu Forschungszwecken entführt werden? Dazu würden doch ein paar wenige Exemplare genügen. | |
| 874 | Frage die Japaner, die machen das bei den Walen ähnlich. | |
| 875 | Ich wage es gar nicht, die Zusammenhänge herzustellen. Meinst du wirklich, dass die Japaner, und was das angeht auch die Norweger, eigentlich Außerirdische sind und die Sache mit den Walen sozusagen nur ein Feldversuch war? | |
| 876 | Schau sie Dir doch an? Wo sonst als in Japan wachsen die Leute in der Größe, haben diese Augen, diese Haut, diese Haare und stehen auf Mädchen in Schuluniform? Woher sonst ihre Fantasien, dass eben diese Mädchen unzüchtiges mit außerirdischen Tentakeln anstellen? | |
| 877 | Die armen Tentakel! Werden einfach so von organisierten Schulmädchen-Banden willfährig gemacht und auf den Tentakelstrich geschickt. | |
| 878 | Wovon ernähren sich außerirdische Tentakel auf der Erde eigentlich? | |
| 879 | Von frittierten Calamares natürlich. Wie kann man nur so naiv fragen! | |
| 880 | Sind die mit der Zeit nicht sehr ungesund? Ich meine, die Tartarsauce die dazu gereicht wird muss doch den Cholesterinspiegel in die Höhe schießen lassen? | |
| 881 | Jepp, und bei wem zuerst die Glocke klingelt, hat gewonnen. Ein medizinisches Hau-den-Lukas, sozusagen. | |
| 882 | Daraus lässt sich ein ganzer medizinischer Themenpark errichten: Blutbahnrutschen, statt einer Geisterbahn medizinisch 'interessante' Exponate, ein Flipper, in dem man Bakterien davon abhalten muss, ins Loch zu fallen... | |
| 883 | Abgesehen davon, dass es durchaus löblich ist, Bakterien davon abzuhalten, Depressionen anheimzufallen, was bitteschön verstehst du unter medizinisch 'interessanten' Exponaten? | |
| 884 | Menschen mit zwei Köpfen, Mütter mit Augen hinten drin, Bewohner von Springfield mit fünf Fingern und ähnlicher Schmarrn. Alles, was einem den Magen umdreht, wenn man nicht schon im dritten Semester Medizin studiert, denn dann sagt man statt "Buaah" nur "Aha". | |
| 885 | ...bevor man sich trotzdem übergibt. Dann hat man schon Material für die Pathologie. Oder die Forensik. | |
| 886 | Ist Pathologie die Lehre vom Pathos? Können die besonders schnulzige Sagen schreiben? | |
| 887 | Nein, sie sind viel eher Meister in der Herstellung von Schafskäse. Allerdings kann man darüber auch sehr tragende Stücke schreiben. So sind dem fachkundigen Literaten schon seit langem z.B. Schillers "Das Lied vom Käse" bekannt: Festgemauert in der Erden/Steht die Form, aus Lehm gebrannt./Heute muß der Käse werden./Frisch Gesellen, seid zur Hand. | |
| 888 | Und ich glaub, auch der Schimmelreiter ist dem gleichnamigen Käse gewidmet. | |
| 889 | Ich kenne keinen Käse, der Schimmelreiter heißt. Bislang ist mir noch kein Käse vom Brot wieder abgehauen. | |
| 890 | Bonze, wahrscheinlich bist Du so reich, und leistest Dir nur artigen Käse, der hörig auf dem Brot verbleibt, auf welchem er in Kürze sein Ende finden wird. Günstiger Käse oder in freier Wildbahn gefangener Käse ist nicht so gut dressiert - macht dafür aber viel mehr Spaß. | |
| 891 | Hast du denn überhaupt keine Manieren? Man soll doch nicht mit seinem Essen spielen, schon gar nicht, wenn es streng riecht. Denk doch nur an die Polstermöbel! | |
| 892 | Mhmm, lecker. Du hast recht, warum sich mit verspieltem Essen rumärgern, wenn man genauso behäbige Polstermöbel mit Worcestersauce verspeisen kann? | |
| 893 | Man muss sich eben Zeit nehmen zum Essen, schließlich braucht man ein geraumes Weilchen, bis man die ganzen Spreißel wieder aus der Zunge entfernt hat. | |
| 894 | Dafür ist das Partneressen geeignet. Da kann dieser helfen. | |
| 895 | Aber wie soll dieser helfen, wenn ich ihn gegessen habe? Und wen esse ich, der mir hilft, wenn ich keinen Partner habe? | |
| 896 | Dafür gibt es Singletreffen im Restaurant. Da kann man auswählen, und das Objekt der Begierde wird dann praktischerweise gleich richtig zubereitet. | |
| 897 | Also ich weiß nicht. Ich glaube, dabei würde mir der Appetit dann doch gehörig vergehen, wenn dort die neue frischgebackene Freundin mit einem Apfel im Mund hereingerollt wird. Schließlich könnte der Apfel wurmstichig sein. Außerdem, wer sagt mir denn, dass nicht ich selbst auf dem Präsentierteller lande? | |
| 898 | Niemand, das ist ja das Spannende daran! Außerdem bekommen Frauen den ersten K.O.-Drink umsonst! | |
| 899 | Ach, damit versucht man wohl, das vorhandene Verhältnis zwischen Frauen zu Männern von derzeit 52% zu 48% auf 1:1 zu bringen? Gleiche Chancen für alle! | |
| 900 | Außer für russisch-paradoxe Inder. | |
| 901 | Wieso? Haben die keine Frauen? | |
| 902 | Nein, die vermehren sich durch Assimilation. | |
| 903 | Ach, wie Amöben auch? Durch Zellteilung also? Und weil die das so machen, heißen die dann Asylanten. | |
| 904 | Nein, Assimilanten vermehren sich durch Assimilation, nicht Asylanten. Das ist die Abkürzung für Asoziale Militanten. Wobei Asoziale Milionkel nicht ausgeschlossen sind. | |
| 905 | Millionkel? Ist das ein Tausendstel eines normalen Onkels? | |
| 906 | Jep. Dies ist ein international anerkannter Maßstab zur Bewertung reicher Erbonkel. | |
| 907 | Und Millitanten ist der Maßstab für reiche Erbtanten. Phantastisch. Und wenn sich die militante Millitante nach ihrem Tod weigert, das laut Testament rechtmäßige Erbe den Erben auszuhändigen, dürfte deren Bewertung reichlich negativ ausfallen. | |
| 908 | Ich würde verstehen, wenn man dann militant werden würde. | |
| 909 | Furchtbar! Militarisierende militante Millitanten. Und kein Gandhi weit und breit, der etwas dagegen unternehmen könnte. | |
| 910 | Ich frage mich ohnehin, wieviele Milligandhi man dafür bräuchte. Dafür gibt es in der Physik sicher auch eine Formel. | |
| 911 | Lass mal sehen...Gandhi hat es mit dem gesamten britischen Empire aufgenommen, schätzungsweise also 200 Millionen Menschen. Demnach entspräche ein britisches Empire einem Gandhi. Militante Millitanten gab es auch im Empire, eine Millitante entspräche demnach einem Zweihundertmillionstel Gandhi, oder besser eine Tante ist ein Zweihundertausendstel Gandhi oder zwei Mikrogandhi. Da die Tanten jedoch militarisieren, ergibt sich die genaue Anzahl Gandhis aus der Menge der Tanten multipliziert mit einem Faktor M, der den Grad der Militarisierung beschreibt. Da jedoch Widerstand erwartet werden kann, muss dieser als Faktor W ebenfalls in die Rechnung eingehen. Letzten Endes ergeben sich also die benötigten Gandhis aus der Anzahl der Tanten T mal dem Militarisierungsgrad M geteilt durch den Widerstand W. Irgendwelche Fehler? | |
| 912 | Ich würde den Quotienten M/W quadrieren, weil jeweils Militarisierung wie auch Widerstand eigene Synergieeffekte nutzen können, kurz: je mehr Leute im Widerstand sind, desto stärker ist jeder einzelne auch. Somit G = T (M/W)2 g, mit g = 1/200 000, Einheiten noch nicht berücksichtigt. | |
| 913 | Synergieeffekte? Das hört sich sehr wirtschaftlich an. Ich wusste gar nicht, dass Gandhi seinerzeit ein wirtschaftliches Unternehmen war. Gab es damals auch schon Fan-T-Shirts? | |
| 914 | Es war mehr eine Toga als ein T-Shirt, aber ja, mit der Aufschrift "Peace everyone, or I'll kick your butt" - bekannt aus der Gandhi-Verfilmung mit einem herausragenden Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle. | |
| 915 | Ein wahrlich grandioser Film, der dem Leben und Schaffen Gandhis mehr als gerecht wird. Wobei aber der zehnminütige Shoot-Out zwischen Gandhi und Nathuram Godse am Ende des Films meines Wissens nicht zu 100% historisch korrekt sein dürfte. | |
| 916 | Nein, nach allem was ich gehört habe, soll es ein epischer Kampf gewesen sein, der über drei Tage dauerte. Als dann Godse Gandhi auf den Fuß trat, wurde dieser zu einem gigantischen, grünen, alles zerstörenden Monster. | |
| 917 | Nichtsdestotrotz hat Godse den Kampf gewonnen, nachdem er Gandhi mit einer Steinschleuder am Kopf getroffen hat und dieser schwer getroffen zu Boden ging. Den Aufprall soll man angeblich noch in London gespürt haben. | |
| 918 | Nicht sonderlich überraschend, schließlich prallte er ja auch in London auf. | |
| 919 | Dann muss es ihn aber schwer getroffen haben. | |
| 920 | Und wie. Er hätte nie gedacht, dass ein früherer Geliebter ihn so verraten könnte. | |
| 921 | Schluss damit! Das ist jetzt wirklich Cliché pur! Zuerst rettet er sein gesamtes Land und wird im Anschluss daran von seinem ehemaligen Geliebten verraten und ermordet? Das ist doch typischer Hollywood-Kitsch! | |
| 922 | Hollywood? Das war doch ganz klar Bollywood! Schließlich war es eine indische Produktion. | |
| 923 | Macht das irgendeinen Unterscheid in punkto Kitsch und Cliché? | |
| 924 | Yepp. In Bollywood ist alles Orange und Gelb und man singt dabei. Außerdem sind die Special Effects nicht so ausgereift. Und niemand darf die heiligen Kühe aufhalten, wenn sie mal durchs Set laufen. | |
| 925 | Ach so. Das ist also auch nichts anderes, als wenn ich mir einen deutschen Heimatfilm während eines LSD-Trips ansehen würde. | |
| 926 | Genau, es riecht bloß nicht nach Vanille. | |
| 927 | Meines Wissens haben sie das Geruchsfernsehen auch noch nicht erfunden. Zumindest haben sie die Forschung daran eingestellt, nachdem bei Testvorführungen von "Der Blob" dem Publikum reihenweise schlecht geworden ist. | |
| 928 | Warum heißt der Fernseher eigentlich Fernseher? Man kann damit doch auch Fernhören, nicht nur Fernsehen. | |
| 929 | Weil das Radio schon ein Fernhörer ist, hat man den Fernseher eben "Fernseher" und nicht "Fernseher und -hörer" genannt, um nicht die Leute auf die dumme Idee zu bringen, mit dem Apparat könne man nun das Radioprogramm auch sehen. Aber wenn es einen Fernseher gibt, muss es doch eigentlich auch einen Nahseher geben, oder? | |
| 930 | Quasi Lokalfernsehen? | |
| 931 | Du meinst also, wenn ich mir im gut sortierten Fachhandel, sofern es so etwas überhaupt noch gibt, einen Nahseher besorgen würde, könnte ich damit ausschließlich das Programm der Lokalsender empfangen? | |
| 932 | Wieso? Mit einem Fernseher kann man doch auch nicht ausschließlich Programme von Nicht-Lokalsendern empfangen, warum sollte es also beim Nahseher anders sein? | |
| 933 | Warum dann überhaupt unterscheiden zwischen Fernseher und Nahseher? Dann könnte man den Apparat doch einfach auch nur Seher nennen. | |
| 934 | Das geht doch nicht. Dann würde man sie mit den berühmten Sehern in der Geschichte verwechseln, wie den keltischen Druiden, oder Nostradamus, Josef, den Sohn Isaaks, dem Orakel von Delphi oder Mirakel Whip. | |
| 935 | Aber ist denn das nicht dasselbe? Die Seher von damals haben die Leute doch auch mit Geschichten, Nachrichten aus fernen Landen und Halbwahrheiten unterhalten. Die Unterschiede zu heute sind da doch marginal, heute ist eben alles noch zusätzlich in Technicolor und Dolby Surround. | |
| 936 | Waren die Seher früher nur Schwarz/Weiß? Gab es keine farbigen Seher? Chinesen, oder Indianer? | |
| 937 | Nein, deshalb hieß es ja finsteres Mittelalter. Die haben alles schwarz gesehen. | |
| 938 | Was wohl die GEZ dazu gesagt hat? | |
| 939 | Damals gab es noch keine GEZ, nur deren Vorgänger-Organisation, die Inquisition. Und gesagt hat die nicht viel, denn wenn jemand schwarz gesehen hat, haben die rot gesehen und die betreffende Person als Anhänger der Schwarzen Magie verbrannt. | |
| 940 | Das finstere Mittelalter war ganz schön farbenfroh. | |
| 941 | Natürlich. Wenn jemand gelb war vor Neid, dann hat er rot gesehen und die betreffende Person grün und blau geschlagen. Und die Justiz hat alles durch die rosa Brille gesehen, wenn es sich dabei um einen Ketzer gehandelt hat. Das war für sie der Silberstreif am Horizont, und es brachen goldene Zeiten an. | |
| 942 | Sind diese goldene Zeiten etwa die Aufklärung und die Moderne? | |
| 943 | Eher die Romantik. Denn nachdem die Ketzer und Heiden ausgerottet waren, befand sich die Inquisition in einem Rausch des Hochgefühls, verklärte Blick aller Orten. Erst danach folgte die Aufklärung, als ihnen klar wurde, dass sie dadurch praktisch arbeitslos waren. | |
| 944 | Und die Aufklärung erhöhte wieder die Zahl von Häretikern und Ketzern, so dass sie auch als Arbeitssicherungsmaßnahme für Inquisitoren gewertet werden kann. | |
| 945 | Durchaus. Nur waren zwischenzeitlich die Inquisitoren in ihrer Zahl stark dezimiert, da ein Rechtsanwalt die Inquisitoren in ihrem Freudentaumel wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und wegen Störung der nächtlichen Ruhe vor Gericht angeklagt hat - mit Erfolg. | |
| 946 | Der Rechtsanwalt als natürlicher Feind der Inquisition - natürlich, sie besetzen ja auch prinzipiell den selben Lebensraum: praxisnahe Hilfe beim Ärgern des Feindes. | |
| 947 | Sie besetzen? Sind Anwälte und Inquisitoren also auch Alt-68er? Komplett mit Sitzstreik und Steinewerfen? | |
| 948 | Ich bitte Dich: die besten unter ihnen gehen sogar in die Politik (Anwälte der 10. Stufe werden gegen Einsatz von 100 weiteren Erfahrungspunkten ja automatisch zu MdBs, und können dann eine zweite Karriereleiter erklimmen). Denke doch an den Innereienminister Schily! | |
| 949 | Jaja, Schily con carne. Und MdBs, sind das Menschen doppelter Bedeutung oder Menschen dreifacher Besoldung? | |
| 950 | Beiderlei ist einerlei. Aber so ein Schily con carne, wie alt darf das eigentlich werden? | |
| 951 | Wenn er gekühlt gelagert wird, kann er schon bis zu einer Woche alt werden, dann muss er allerdings wirklich frisch sein. Eingefroren hält er ein bis zwei Jahre. Wenn er allerdings an der frischen Luft sein Dasein frischtet...äh...fristet, ist er ziemlich schnell ungenießbar. Genaueres kann dir aber der WKD sagen. | |
| 952 | Die Wähler-Kontrolle Deutschland? Ich dachte das wissen um die selbe sei streng geheim, damit alle Wähler glaubten, sie würden frei wählen. | |
| 953 | Schon, aber in einem genialen Propaganda-Akt konnte die Wähler-Kontrolle dem Volk einreden, dass sie nur Wahlbeobachter sind und dafür sorgen, dass die Wahl korrekt abläuft. | |
| 954 | Korrekt bedeute hierbei in deren Sinne. Faszinierend! Dann sind die Wahlinstitute die eigentlichen Träger der Macht? | |
| 955 | Natürlich. Deshalb sind auch die Wahlkampfkosten der Parteien Schwindel erregend hoch. Denn wer am meisten zahlt, bekommt am meisten Stimmen. Geld regiert die Welt. | |
| 956 | Wie viel zahlt eigentlich so ein 500köpfiger Knabenchor? | |
| 957 | Nichts. Ist es ein Kirchenchor, haben sie kein Geld, weil die Kirche ja schon per Definition kein Geld hat/haben soll. Ist es hingegen ein Vereinschor, zahlen sie auch nichts, weil sich der Vereinsausschuss nicht auf eine Summe einigen kann/will. | |
| 958 | Dabei ist es doch so einfach: die Summe ist das rechts vom Gleichheitszeichen bei einer Addition. Warum kann man sich darauf nicht einigen? | |
| 959 | Weil man sich nicht über die Summanden einig ist. Und über die Frage, ob die Summe nicht am Ende so hoch ausfällt, dass man sogar von einem Produkt hätte reden müssen. | |
| 960 | Wenn das Produkt das Ergebnis einer Multiplikation ist, wie nennt man dann das Ergebnis einer Produktion? | |
| 961 | Kommt drauf an. Wenn man es aus drei Metern Höhe auf ein Holzbrett fallen lässt, und es wird beim Aufprall durchschlagen, ist es harte Ware. Bleibt das Brett ganz, ist es weiche Ware. Und wenn ein Polizist hinterherspringt, ist es heiße Ware. | |
| 962 | Also ist Software brettschonend, während Hardware einen durchschlagenden Erfolg hat? | |
| 963 | Genau. Software von Schwarzkopf. Schont ihr Brett und bringt die natürliche Spannkraft zurück. Jetzt auch mit Aloe Vera-Extrakt. | |
| 964 | Klasse! Gibt es dann auch MS Haarshampoo XP? | |
| 965 | Schon lange. Hast du nicht in der Presse mitbekommen, wie die Kunden schäumen? | |
| 966 | Ach, daran lag das. Und wahrscheinlich liegt es auch daran, dass jetzt alles nach Pfirsich-Melisse riecht. Diese ewigen Monopole... | |
| 967 | Nicht so schnell. Noch besitzen wir keinen Monopol. Bislang jedenfalls wusste das Kartellamt einen Zusammenschluss von Nordpol und Südpol zu einem Monopol zu verhindern. | |
| 968 | Welch Glück! Stell Dir bloß vor, beide Pole würden sich vereinigen - würde das nicht auch gleichzeitig das Ende der Welt bedeuten, weil schließlich kein Platz mehr für sie da wäre? | |
| 969 | Nö, wieso? Nur weil ein Arbeitsplatz frei geworden ist? Man muss dann eben ein Stellenangebot ausschreiben: "Pol gesucht. Voraussetzungen: mehrsprachig, kontaktfreudig, versteht es, auch unter extremsten Bedingungen zu 100% korrekt zu arbeiten, erfolgreich absolviertes Glaziologie-Studium. Zusendungen unter Chiffre XYZ". Mit etwas Glück findet sich dann schon Ersatz, bei all den Arbeitslosen. | |
| 970 | Aber gut qualifizierte Arbeitnehmer sind doch so schwer zu finden. Diplom-Pole - so was gibt es nicht überall. | |
| 971 | Deswegen sind sie ja so schwer zu finden. Die meisten haben sich im Dienstleistungsgewerbe selbständig gemacht. Sei es in Beratungszentren für Pole mit Kontaktschwierigkeiten oder im Party-Bereich. Rent a pole. | |
| 972 | Leben in Polen eigentlich auch Pole? | |
| 973 | In Polen wie auch überall sonst. Ganz berühmte Pole der aktuellen Zeitgeschichte sind übrigens Michael Schumacher, Juan Pablo Montoya oder Kimi Räikkönen. Die hatten alle schon mal die Pole Position inne. | |
| 974 | Gab's da nur Männer? Oder ist Kimi ein Mädchenname? | |
| 975 | Ein Männername natürlich. Kennst Du denn nicht mehr den alten Hit aus den 70er Jahren von Abba? "Kimi, Kimi, Kimi a man after midnight..."? | |
| 976 | Unsinn, bei dem Lied geht es um eine Geschlechtsumwandlung, die offensichtlich mitternachts stattfindet. Vor Mitternacht ist Kimi eine Frau. | |
| 977 | Aber wenn man's genau nimmt ist nach Mitternacht doch auch vor Mitternacht. Wann also genau verwandelt er sich in einen Mann resp. eine Frau, wenn überhaupt noch? | |
| 978 | Du kannst doch nicht ernsthaft verlangen, dass ein Liedtext so exakt ist wie eine wissenschaftliche Arbeit - wie würde sonst "Somewhere Over the Rainbow" heißen? | |
| 979 | "Mit Hilfe eines mit der heutigen Technik gefertigten, flugfähigen Gegenstandes innerhalb der Erdatmosphäre über einer durch Lichtbrechung in Regentropfen entstandenen Luftspiegelung". | |
| 980 | A bisserl lang für einen Titel. Außer natürlich, Meat Loaf singt. | |
| 981 | Himmel auch! Wie lange hast Du denn Dein Hackfleisch in der Sonne liegen lassen, bis es genug intelligentes Leben entwickelt hat, um singen zu können? Und dann auch noch Lieder mit einer überaus komplexen Grammatik? | |
| 982 | Mit einem guten Produzenten und einem entsprechenden Autor und Komponisten kann jeder groß rauskommen, selbst Fleischklopse oder Preiselbeeren. | |
| 983 | Am Ende willst Du mir wahrscheinlich noch weiß machen, dass knapp 23 Zentimeter lange Eisenstifte singen und groß rauskommen können. | |
| 984 | Nur mit der passenden Zange. Man muss halt mit entsprechender Kraft ziehen, sonst wird das nix. | |
| 985 | Das klingt ja fast wie beim Zahnarzt. Und ich kenne keinen Zahnarzt, der jemals in der Musikbranche groß rausgekommen ist. Oder sonst irgendwo. Außer vielleicht in irgendeinem Regionalblatt in einer Winzkolumne, zur Kür des "Steuerhinterzieher des Monats". Mit Bild und Spendenkonto. | |
| 986 | Hat eigentlich jedes Regionalblatt eine Winzkolumne, oder nur solche in Weinanbaugebieten? | |
| 987 | Winz im Sinne von winzig, nicht Winzer. Die haben weder Kolumnen noch ein eigenes Mitteilungsblatt, weil sie wegen der ständigen Weinproben und der eigenhändig durchgeführten Qualitätskontrollen nicht mehr dazu in der Lage sind, die Buchstaben auf der Tastatur zu finden. Geschweige denn, einen sinnvollen Satz zustande zu bringen. | |
| 988 | Dabei ist das so einfach: alle Buchstaben befinden sich zwischen den komischen Tasten mit den ganzen Pfeilen, geradewegs unter den Zahlen. | |
| 989 | Aber das ist ja erst die halbe Miete. Die Buchstaben müssen ja auch noch in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Gar nicht so einfach für Berufslegastheniker. | |
| 990 | Bei meiner Tastatur sind die Tasten keineswegs in der richtigen Reihenfolge, sondern vielmehr wild durcheinander. Da kommt nach dem B das N und vor dem Z das T. | |
| 991 | Also, auf meiner Tastatur sind sie alphabetisch angeordnet. Bringt allerdings nix, auf dem Bildschirm ist immer nur Kauderwelsch zu erkennen. Weiß der Deibel, woran das liegt. | |
| 992 | Usqxw oei foeiy. Rql aqff dqf wtlyoddy fgei ctklytitf, foeiy? | |
| 993 | Das schon, aber ein Text, für den man normalerweise nur zwei Minuten brauchen würde, kostet einen dann doch beinahe zehn Minuten. Die Verlangsamung des Verstehens. Die auferlegte Trägheit des Geistes. | |
| 994 | Gegen den gedankenlosen Gedankenkonsum! Man muss sich die Ergebnisse erarbeiten. Jeder Gedanke ist mühsam erworben. | |
| 995 | Theoretisch würde ich zustimmen, aber davor sollte ich nochmals den Satz durchlesen, um auch wirklich die letzte Nuance dieser hochgeistigen Äußerung mitzubekommen. | |
| 996 | Dann tue es. Ich warte auch gerne solange. . . . . . . . Fertig? |
|
| 997 | Jepp. Wie viele Kalorien hat eigentlich so ein Gedanke? Nimmt man da viel zu? Und gibt es auch eine passende Gedankendiät? | |
| 998 | Das ist das beste daran: Gedanken haben eine negative Zahl von Kalorien! Je mehr man denkt, desto mehr Kalorien verbrennt man. Hättest Du nicht gedacht, was? | |
| 999 | Aber es heißt doch immer, um seinen Gehirn zu trainieren, soll man viele Rätsel, sich viele Gedanken machen. Man nimmt also an Gehirnmasse zu. Das ist also alles nur Lüge? Um ein großes Hirnvolumen zu haben darf ich demnach überhaupt nicht mehr denken? | |
| 1000 | Achtung, wenn Du Dir weiter darüber den Kopf zerbrichst, zerbricht Dein Kopf am steten Wachstum Deines Hirnes! | |
| 1001 | Was glaubst denn Du, warum ich so lange Haare habe? Die sind die natürliche Verlängerung meines übergroßen Gehirns nach außen. | |
| 1002 | Friseur macht blöd? | |
| 1003 | Natürlich. Wie sonst sind die ganzen Skinheads zu erklären? | |
| 1004 | Durch einen Preissturz bei Glatzenpolituren, gleichzeitigem Anzug bei Shampoopreisen, kombiniert mit einem allgemein schwachen Konsumverhalten? | |
| 1005 | Du meinst also, je seltener man einkaufen geht, desto rechtsextremer ist man? Das heißt doch im Gegenzug, das Werbefernsehen sozialistisch macht, das es ja als Konsum anregend gilt. | |
| 1006 | Natürlich! Warum sonst sollten die Leute zwar mit nostalgischen Gefühlen gegenüber der DDR werben, nicht aber mit denselben Gefühlen gegenüber dem Dritten Reich? | |
| 1007 | Wahrscheinlich fürchten sie, dass sich die Leute bei zu viel Nostalgie immer mehr die gute alte Zeit zurücksehnen und in Zuge dessen vielleicht die alten Zustände wieder herstellen wollen, also z.B. das Frauenwahlrecht wieder abschaffen, oder den Euro, den Sicherheitsgurt, den Kanzler... | |
| 1008 | Wie? Was? Wann wurde denn der Sicherheitsgurt eingeführt? | |
| 1009 | Erfunden wurde er 1903 von Gustave Désiré Liebau, zur Pflicht wurde er Anfang der 70er Jahre, aber wann er eingeführt wurde... keine Ahnung, solltest Deinen Arzt danach fragen. Warum auch immer Du Dir einen Sicherheitsgurt einführen lässt. | |
| 1010 | Sicherlich nur zur Sicherheit. Man weiß ja nie. | |
| 1011 | Aber das war doch sicherlich teuer. Und mit Sicherheit ist das keine Leistung, die von den Krankenkassen gedeckt ist. | |
| 1012 | Doch, mit Sicherheit schon. Nur wenn man keine Sicherheiten hat, kriegt man das von der Kasse nicht bezahlt. Wer aber mit Sicherheit stirbt, zum Beispiel, hat bei der Krankenkasse stets einen Gut, weil sich die Krankenkassen an Todkranken gesundstoßen können, ist schließlich günstiger als langlebende Kranke, für die Krankenkasse natürlich. Krank, was? | |
| 1013 | Jetzt musst Du nur noch erklären, wie der Tote seinen Vorteil, den er sich durch seinen Tod bei der Krankenkasse erarbeitet hat, nutzen kann. | |
| 1014 | Gar nicht. Das ist ja der Vorteil. Für die Kasse, allerdings. Außer er kommt als Spuk zurück und versucht, die Kranken Kassenarbeiter zu begeistern. | |
| 1015 | Das könnte all der Geister Heulen und Zähneklappern erklären, wenn sie erkennen, dass sie zum ersten Mal etwas von der Krankenkasse bekommen, es aber nicht mehr einlösen können. Ziemlich entgeisternd. | |
| 1016 | Geradezu schauderhaft. Vielleicht sollten die Geister eine Sammelklage vorbereiten, um auch im Nachleben noch von ihrem Ableben etwas zu haben, auch Geister haben doch das Recht darauf, etwas zu erleben, vielmehr, ergeistern. | |
| 1017 | Es wundert mich, das Panini, oder andere Firmen, noch nicht diese Marktlücke genutzt haben, und Sammelbildchen plus dazugehöriges Sammelalbum für Sammelklagen herstellen. Da hat man doch was für die Ewigkeit. Jahre später kann man das Album wieder durchblättern und seinen Enkeln zeigen: "Guck, das ist der nette Richter, der uns unser bescheidenes 4 ha-Anwesen ermöglicht hat." | |
| 1018 | Ich freue mich schon auf die zwölfteilige Bildreihe "Die Jury", wo man nur noch die Gesichter einkleben muss, und daneben stehen alle Werte für die einzelnen Jurymitglieder, Größe, Haarfarbe, Alter, Höchster Bildungsabschluss, Beruf, Kinderzahl usf. | |
| 1019 | Nicht zu vergessen die Bestechungstabelle in den verschiedenen Stufen. Stufe 1 gibt die Summe an, die zu zahlen ist, wenn der Angeklagte statt einer Strafe für Mord statt in den Knast in die Psychiatrische eingeliefert werden soll, wo er nach ein paar Jahren wieder frei sein kann. Stufe 2 gibt die Summe an für eine Verminderung des Urteils von Mord auf Totschlag, Stufe 3 schließlich bestimmt die Geldmenge für Freispruch. | |
| 1020 | Ich frage mich, was man so alles für einen schwarzen Aktenkoffer voller Geld eigentlich anstellen kann, ohne ins Kittchen wandern zu müssen. | |
| 1021 | Ich halte es für ein Gerücht, dass Schmiergelder immer in schwarzen Aktenkoffern transportiert werden. Warum nicht in weißen Seesäcken? Braunen Sporttaschen? Grünen Rucksäcken? Lilafarbenen Plastiktüten? Naturfarbenen Jutetäschen? Kartonfarbenen Kartons? | |
| 1022 | Bäh, ich hasse kartonfarbene Kartons. Was gibt es schlimmeres als kartonfarbene Kartons? | |
| 1023 | Holzfarbene Holzkisten! Bei so was könnte ich Schreikrämpfe kriegen. Derart unästhetisch. | |
| 1024 | Bäh. Warum macht man nicht kartonfarbene Holzkisten und holzfarbene Kartons? | |
| 1025 | Wer will denn das kaufen?! | |
| 1026 | Holzkistenfetischisten mit einer Holzfarbenallergie? | |
| 1027 | Das klingt viel zu schwachsinnig und unglaubwürdig. Das ist mit Sicherheit an den eigenen Haaren herbeigezogen. | |
| 1028 | Wie, du wagst es, mich, den großartigen Frank, der Lüge zu bezichtigen? Und dann noch einer so schwachsinnigen, dass sie wahr sein muss, allein, weil niemand so etwas erfinden würde? | |
| 1029 | Abgesehen davon muss ich Dir leider mitteilen, dass ich Frank heiße, nicht Du. | |
| 1030 | Wie? Jetzt verwirrst Du mich ganz und gar. Bist Du Dir ganz sicher? | |
| 1031 | Jepp. Ich heiße Frank. Was Dein Name ist haben wir noch gar nicht geklärt. | |
| 1032 | Du meinst, wir diskutieren hier seit zweieinhalb Jahren, haben ausführlich über Deinen Namen gesprochen, und Du hattest noch nicht einmal die Höflichkeit oder wenigstens das geheuchelte Interesse, mich nach meinem Namen zu fragen? | |
| 1033 | Du hast mir ja keine Gelegenheit gegeben. Bevor Du mich auch nur nach Deinem Namen hast fragen lassen, hast Du mich in ein Gespräch über irgendwelche heiligen Tierschützer verwickelt. Pack' Dich also an Deiner eigenen Nase. Groß genug ist sie ja. | |
| 1034 | Willst Du damit sagen, meine Nase ist groß genug, um von Indianern als Totempfahl verehrt zu werden? | |
| 1035 | Nein, ich will damit sagen, sie reicht für zwei Totempfahle und einen Pinocchio. Mindestens. Weinliebhaber würden sich um so eine Nase reißen. | |
| 1036 | Und Biertrinker würden eine solche Nase umreißen. Und was habe ich davon? | |
| 1037 | Anschließend eine kleinere Nase? Bierkonsumenten als Schönheitschirurgen. Das Biertrinker-Diplom als Eintrittskarte in die Ärztekammer. | |
| 1038 | Alle Biertrinker sollen in eine einzige Kammer? Gibt es da pro getrunkenen Kasten dann einen Quadratmeter? | |
| 1039 | Braucht es gar nicht. Denn je mehr Besoffene sich in dieser Kammer aufhalten, desto schneller werden Neuankömmlinge allein von der dort vorhandenen Atemluft betrunken, die zwischenzeitlich von den Ausdünstungen der schon Anwesenden mit Alkohol angereichert wurde. | |
| 1040 | Ein alkoholisches Perpetuum Mobile? | |
| 1041 | Nein, leider nicht. Der Alkoholpegel in der Luft muss ständig durch Zufuhr weiteren Alkohols auf gleichem Niveau gehalten werden. Die Frage ist nur, ob bei einer Dauerbehandlung mit Alkohol ein Mensch dazu gebracht werden kann, auf Alkoholbasis statt auf Blutbasis zu funktionieren, denn dann wäre es theoretisch möglich, dass dieser die anderen ständig besoffen hält - und vielleicht mit der Zeit assimiliert. | |
| 1042 | Wir sind die Borg. Trunkenheit ist zwecklos. Ihr werdet assimiliert. | |
| 1043 | Borg. Klingt schwedisch. Ist das eins von diesen neumodischen Alko-Pop-Getränken? | |
| 1044 | Ja. Es enthält Strohrum mit viel Wasser, mehr Zucker und einem Schuss Absinth, wegen der Farbe. | |
| 1045 | Absinth? Ich dachte, das hätte man verboten, weil dessen übermäßiger Genuss zu Halluzinationen und Überregbarkeit führte. Wie eigentlich alle anderen Alkoholika auch, wenn ich's recht bedenke. | |
| 1046 | Wenn man alles, was Halluzinationen verursacht, verbieten müsste, gäbe es dann noch Filme und Romane, rufen die doch Bilder hervor, die nicht real sind. | |
| 1047 | Und was ist mit Romanen, denen reale Geschehnisse zu Grunde liegen? Die rufen zwar auch Bilder hervor, aber eben solche, die es schon gab. | |
| 1048 | Es ist immer noch eine Halluzination, weil es etwas beschreibt, was real war, nicht, was real ist. Lediglich ein Gegenwartsroman, der beschreibt, was ist, würde nicht als Halluzinogen verboten werden. | |
| 1049 | Aber wie kann ein Roman etwas beschreiben, dass just in diesem Moment passiert, während ich ihn lese? Das müsste doch ein ziemlich langweiliges Buch sein, denn viel mehr als "Just in diesem Moment werde ich gelesen.", von der Sicht des Buches aus, kann dort ja nicht stehen. | |
| 1050 | Ob er langweilig ist oder nicht, steht auf einem ganz anderen Blatt, aber er entspräche zumindest der Wahrheit. Aber er könnte auch beschreiben, was um den Leser herum passiert. "Die Uhr tickt gleichmäßig vor sich hin. Schnuffi, der Hund, jault, weil er dringend Gassi muss, doch sein Herrchen, vertieft in den aktuellsten Roman der Welt, ignoriert ihn. Wie lang das wohl noch gut geht?" usw. | |
| 1051 | Das würde aber doch bedeuten, dass es für jede Person auf dieser Welt nur ein Buch speziell für sie existiert. Und vielmehr, dass in diesem schon deren ganzes Leben beschrieben sein muss. Dieses Buch ist also der beste Beweis dafür, dass man es nicht selbst in der Hand hat, was man aus seinem Leben macht, sondern dass alles schon vorherbestimmt ist. | |
| 1052 | Klar. Es ist zum Beispiel schon seit undenkbaren Vorzeiten bestimmt, dass meine nächste Antwort an Dich "Tja, diese Antwort hättest Du wohl gerne verhindert, aber es fiel Dir nicht ein, wie" sein wird. | |
| 1053 | Ich weiß zwar nicht, wie diese Antwort auf meine Erwiderung hier passen soll, zumal sie noch nicht mal eine Frage enthält, aber bitte, tu Dir keinen Zwang an. Beweise, dass Du ferngesteuert bist. | |
| 1054 | Wieso sollte ich ferngesteuert sein, bloß weil es vorherbestimmt ist? Das verstehe ich nicht. | |
| 1055 | Wie dem auch sei, zumindest war Deine Vorbestimmung fehlerhaft, denn Deine Antwort war eine andere. An Deiner Stelle würde ich das beim Hersteller reklamieren und die Garantieansprüche geltend machen. | |
| 1056 | Tja, diese Antwort hättest Du wohl gerne verhindert, aber es fiel Dir nicht ein, wie. | |
| 1057 | Ach du Schande! Eine normale Vorbestimmung ist ja noch in Ordnung, aber ein Spätzünder? Das kann böse ins Auge gehen. Was nützt es, ein Flugzeugabsturz vorherzusagen, wenn eine Turbine schon durch die Decke gebrochen ist? | |
| 1058 | Ach herrje? Habe ich das gesagt? Oh... *räusper* Aber um zu Deiner Frage zu kommen: wann ist eine Prophezeiung ein Spätzünder? Wenn das Ereignis schon geschehen ist, oder auch schon wenn die Ereignisse so weit fortgeschritten sind, dass das Ereignis schon unabwendbar eintreten wird? | |
| 1059 | Wenn das Ereignis schon eingetreten ist kann man schlecht noch von einer Prophezeiung reden. Schon eher von Besserwisserei. "Hab's euch doch gesagt, dass ein Erdbeben kommt. Hättet ihr mal nur auf mich gehört. Ällabätsch." | |
| 1060 | Das heißt, prophezeite ich Dir, Deine letzte Antwort würde auf "Ällabätsch" enden, wärst Du nur minder beeindruckt? | |
| 1061 | So ziemlich. Zumal Du mit solchen Voraussagen mit Sicherheit nicht in der Lage wärst, ein großes Publikum zu beindrucken. Und ohne dieses ist ein Prophet nun mal nur die halbe Miete - wenn überhaupt. | |
| 1062 | Bei den heutigen Mietpreisen ist es doch gar nicht schlecht, ich meine, es gibt Berufe, die weniger einspielen. | |
| 1063 | Stimmt, Krabbenpuler oder Haustiermasseur zum Beispiel. Aber dennoch ist eine ganze Miete besser, sonst verfaulen einem doch die Kartoffeln oder Möhren mitten auf dem Feld. Und so viel können zwei Holzkisten, etwas Styropor, ein bisschen Torf oder Sand und Stroh ja auch nicht kosten. | |
| 1064 | Das verstehe ich nicht. | |
| 1065 | So schwer zu kapieren ist das doch nicht. In einer halben Miete lassen sich nur halb so viele Kartoffeln und Möhren lagern wie in einer ganzen Miete. Das ist simpelste Mathematik. Sollte man eigentlich in der Schule gelernt haben. | |
| 1066 | In der Schulmathematik lernten wir nichts von Mieten, sondern von dem Zauber stetiger Funktionen und geographischer Depressionen. | |
| 1067 | Mal ganz abgesehen davon, dass Geographie in der Schule ein eigenes Lehrfach war, kann ich durchaus verstehen, wenn z.B. das Death Valley oder das Tote Meer depressiv sind. Schon allein bei den Namen. Und das mathematische Funktionen dazu in der Lage sind, Kaninchen aus Hüten zu ziehen oder bunte Tücher verschwinden zu lassen, ist mir ebenfalls neu. | |
| 1068 | Doch, freilich. Kaninchen sind ja schließlich nur eine Ableitung der euler'schen Hutfunktion im Quadrat des Frettchenalgorithmus - abgebildet auf die Riemann'sche Bunte Sphäre. | |
| 1069 | Jetzt brauch ich Hilfe. Wieso kann ich aus einem Kaninchen ein Frettchen machen? Allein beim Kürzen der Ohren rennt mir doch der Tierschutzbund die Tür ein, erst recht, wenn's an die Streckbank geht. Und wozu die Eule? Die frisst mir das Vieh doch am Ende nur auf, nachdem ich mir die ganze Mühe gemacht habe. | |
| 1070 | Nein, nein, Du verstehst mal wieder alles falsch. Seit der Blüm'schen Rentenreform gilt doch, dass beim Frettchenalgorithmus das Ergebnis eine Kaninchenwurzel ist, und da die Hutfunktion ja Einheiten erhaltend ist, erhalten wir eben Kaninchen. Das geht ganz automatisch, anschauliche Biomathematik. Wo liegt das Problem? | |
| 1071 | Ich wusste ja schon immer, dass die Einheit aus dem Hut gezaubert wurde. Aber die Ostdeutschen als Kaninchen zu bezeichnen finde ich doch leicht unverschämt und ungerecht. Das ist mein Problem. | |
| 1072 | Dein Problem ist meine Unverschämtheit? Dafür schäme ich mich jetzt. Verzeih. | |
| 1073 | Aber vergiss nicht, eine Eselsmütze aufzuziehen und Dich in die Ecke zu stellen. Alternativ kannst Du zur Strafe noch ein paar Bücher mit ausgestreckten Armen halten. | |
| 1074 | Nein, nein, so schlecht sehe ich dann doch nicht. Ich muss keine Bücher mit ausgestreckten Armen halten. Dafür habe ich ja meine neue Brille. | |
| 1075 | Oh, davon hab' ich schon gehört. Das ist die neue Generation von Brillen, die als Buchstütze verwendet werden. Da braucht man das Buch nicht mehr selbst zu halten, geschweige denn selbst umblättern. | |
| 1076 | Genaaau. Sie haben auch eine eingebaute Lampe, so dass jeweils die Zeile beleuchtet wird, die man gerade liest. | |
| 1077 | Aber wie funktioniert das bei Menschen, die querlesen? Wenn immer nur eine Zeile beleuchtet wird, werden die doch stellenweise im Dunklen belassen. | |
| 1078 | Bei Querlesern werden natürlich Spalten und nicht Zeilen beleuchtet, ist doch einleuchtend. | |
| 1079 | Aber woran erkennt denn die Brille, ob ich jetzt horizontal, diagonal, vertikal lese, vorwärts oder rückwärts, oder aber nur die Bilder angucke? Sofern überhaupt welche vorhanden sind, sonst hat man das Buch ziemlich schnell "gelesen". | |
| 1080 | Bücher ohne Bilder liest man schneller? Sind dann Bildbänder richtige Zeitvertreibe? | |
| 1081 | Bildbänder? Meinst du Leporellos? Oder den traurigen ersten Versuch eines angehenden Möchtegern-Comiczeichners? | |
| 1082 | Aber es gibt nur einen Leporello! Sonst wäre Don Giovanni aber auch ernsthaft verwirrt, sängen plötzlich mehrere Leporellos ihre Soli. | |
| 1083 | Er muss sich eben den modernen Zeiten beugen. Nachdem inzwischen jedes Kino mit Dolby Surround und THX ausgestattet ist, werden jetzt auch Opern dahingehend umgestaltet. So werden jetzt auch die Soli von mehreren gesungen, sowohl vorne auf der Bühne als auch von hinter den Sitzen. | |
| 1084 | Das ist natürlich Vorteilhaft für den Arbeitsmarkt, zumindest bei Opernsängern, muss doch jede Rolle jetzt mit 6 Sängern besetzt werden - fünf aus den jeweiligen Richtungen, und ein großer, fetter Bass, wo es egal ist, wo der sitzt. 5.1-Opern. | |
| 1085 | Für DTS braucht es sogar noch einen weiteren Sänger, da dies 6.1 codiert ist. Und dann kann man auch Opern in kleinen Konzertsälen klingen lassen wie in großen Hallen, in dem man die Sänger von vorne nach hinten leicht zeitversetzt singen lässt, damit der Eindruck eines Echos und damit eines größeren Raumes entsteht. | |
| 1086 | Woher wissen die dann, wann ihr genauer Einsatz ist? Oder gibt es spezielle Echosänger? | |
| 1087 | Gibt es. Sie sind derart beschaffen, dass sie nicht einmal den Text der Arien auswendig lernen müssen. Sie geben einfach das, was sie hören, sofort perfekt wieder. Dadurch entsteht die leichte Zeitverzögerung, die das Echo erzeugt. Der Nachteil ist, dass sie auch das Husten, Niesen und Rascheln der Zuschauer wiedergeben. Das Echo hört sich also an wie von einer alten Langspielplatte. | |
| 1088 | Die könnte man auch hervorragend als Telefonleitungen verwenden. Eine ausreichend lange Kette von Echosprechern würden dann jegliche akustische Informationen über Meilen hinweg transportieren. | |
| 1089 | In einer Welt ohne jegliche Störgeräusche würde das auch perfekt funktionieren. Da aber hier die Echosprecher ständig Umgebungsgeräuschen ausgesetzt sind, haben sie nur eine gewisse Reichweite, bevor die Nachricht völlig unverständlich wird. | |
| 1090 | Hmm, und wenn wir Verstärker zwischenschalten? | |
| 1091 | Und was soll das bringen, dass die Echosprecher während ihrer Tätigkeit von Fitness-Trainern auf Trab gehalten werden? | |
| 1092 | Dann galoppieren sie wenigstens nicht davon. | |
| 1093 | Das würden sie sowieso nicht lange durchhalten, schließlich sind sie noch nicht beschlagen. | |
| 1094 | Können Wildpferde eigentlich auch galoppieren? | |
| 1095 | Im Gegensatz zu domestizierten Pferden haben Wildpferde natürliche Hufeisen, d.h. sie haben eine besonders dicke Hornhaut an den Hufen, die es ihnen ermöglicht, schmerzfrei große Strecken im Galopp zurückzulegen. Da dies bei den Hauspferden jedoch nicht erwünscht war, da sie am Haus bleiben und nicht abhauen sollten, wurde durch gezielte Züchtung das natürliche Hufeisen entfernt. Als dann später die Hauspferde aber vermehrt zum Ackerbau eingesetzt wurden, griff man auf die Lösung mit den künstlichen Hufeisen zurück. | |
| 1096 | Das klingt nach einer sehr weitsichtigen Vorgehensweise, die keinerlei Redundanz aufweist. Ähnlich wie das Bananenkrümmungsedikt von 1956 zur Vermeidung der Zone. | |
| 1097 | Ich kapier's nicht. Was hat die Banane, ob nun gekrümmt oder nicht, mit der Entstehung des Eisernen Vorhangs und der Mauer zu tun? | |
| 1098 | War die Mauer nicht aus Bananen gebaut? Die haben doch so viel Eisen. | |
| 1099 | Genauso wie Spinat. Aber denk doch mal logisch: mal abgesehen davon, dass die Mischung nicht wirklich sehr schmackhaft ist, aber wenn die Mauer tatsächlich aus Bananen und Spinat gebaut worden wäre, hätte die Wiedervereinigung nicht erst 1990 stattgefunden. Davor wäre die Mauer doch längst zusammengefault und verrottet, und es hätte eine Zwangsvereinigung gegeben. | |
| 1100 | Hmm, wieso sollte Spinat mit Banane nicht schmecken? Ich stelle mir eine leicht angebratene Banane mit einer feinen Spinat-Rahmsoße vor, dazu etwas kross gebratene Ente und leicht karamellisierten Reis. Dieses Rezept wäre sicherlich ein Renner! | |
| 1101 | Jepp, direkt zur Toilette. | |
| 1102 | Gut erzogen, vollkommen richtig. Vor dem Essen Hände waschen. | |
| 1103 | Also ich persönlich ziehe es vor, meine Hände im Waschbecken zu waschen und nicht in der Toilette, schon wegen der Hygiene. Aber das können andere halten, wie sie wollen, sie sollen danach nur nicht auf die Idee kommen, mir die Hand, das Essen oder das Wasser reichen zu müssen. | |
| 1104 | Dir das Wasser zu reichen ist ohnehin nicht einfach. Als Feuerwehrmann wärst Du also schrecklich ungeeignet, ebenso als Pflanze. | |
| 1105 | Ich wusste gar nicht, dass Pflanze ein Beruf ist. Was für Qualifikationen braucht man denn da? Ich denke mal, die Anforderungen sind unterschiedlich, je nach dem ob ich eine Eiche oder ein Gänseblümchen werden will. | |
| 1106 | Als Eiche sollte man mindestens 250 Jahre Berufserfahrung gemacht haben, idealerweise als Buche, Silberulme, oder auch als Bonsai. Für Gänseblümchen jedoch gibt es immer Stellen, ebenso für Löwenzahn, die meisten flattern im Frühjahr wieder davon. | |
| 1107 | Gibt es auch Stellen als Teilzeiteiche? Hauptberuflich bin ich ein Ahorn, und so ganz verschieden zur Eiche ist das ja auch nicht. Zur Not könnte man mich ja anlernen. | |
| 1108 | Du müsstest halt ein Jahr länger auf die Baumschule gehen. Aber es lohnt sich, als Eiche kriegt man ja schließlich einen Risikozuschlag ob der Blitze. | |
| 1109 | Trotzdem ist das nix, ich habe Angst bei Gewitter. Aber ich könnte mich ja statt dessen zur Buche umschulen lassen, die soll man bei Gewitter ja bekanntermaßen suchen, da die Blitze um jene einen großen Bogen machen. Obwohl, für diese Umschulung bin ich nicht reich genug, die hohen Kosten schlagen kräftig zu Buche. | |
| 1110 | Hilft vielleicht ein neuer Buchmacher dabei, die Kosten leichter tragbar zu verteilen? | |
| 1111 | Ein Buchenmacher? Stellt der künstliche Buchen her? Pflanzliche Cyborgs sozusagen? | |
| 1112 | Jepp. Im Katalog finden sich so spannende Sachen wie der Antennenkaktus, der Schilderwald, der Entscheidungsbaum, die Wasserspritzblume, die Killertomaten und die Terminatorlilie. | |
| 1113 | Und ganz findige Bastler stellen sich aus Antennenkaktus und Schilderwald eine mit dem Umweltengel ausgezeichnete, da zu 100% biologisch abbaubar, Satellitenschüssel her. Aber mich wundert, dass Killertomaten und Terminatorlilien so einfach per Katalog zu bestellen sind. Ich dachte, dafür braucht man einen Pflanzenschein. | |
| 1114 | Es reicht ein polizeiliches Pflanzungszeugnis. | |
| 1115 | Das hab' ich eines, aber es ist leider welk. | |
| 1116 | Statt dessen kannst Du auch für Deine Fortpflanzung zeugen. | |
| 1117 | Aber ist so eine Zeugungsaussage überhaupt vor Gericht zulässig? Andererseits kann ich mich ja auf mein Zeugungsverweigerungsrecht berufen, das Verwandten zusteht. | |
| 1118 | Mein zeugt doch per Definition immer Verwandte! | |
| 1119 | Ganz abgesehen davon, dass ich diesen Mein (ein ziemlich bescheuerter Vorname übrigens in meinen Augen) nicht kenne, was zeugen dann Menschen, die nicht Mein heißen? | |
| 1120 | Blagen. Aber Du kennst Mein nicht? Mein Kind? Mein Vater? | |
| 1121 | Ich wusste gar nicht, dass du schon Kinder hast. Aber Kinder, die nicht von Mein sind, als die Pest zu bezeichnen, finde ich schon ein Frechheit. | |
| 1122 | Fremde Gene. Wollen meine Gene ausradieren. Und ich kann Dir nur sagen, meine Gene sind furchtbar egoistisch. | |
| 1123 | Wenn sie derart egoistisch sind, solltest du Probleme haben, dich fortzupflanzen, die denken schließlich nur an sich. Und selbst wenn: Das Ergebnis kann nicht mehr sein als eine Bleistiftzeichnung, wenn sich deine Gene so leicht ausradieren lassen. | |
| 1124 | Du meinst, ich bringe es nicht mal zu einem Klischée? | |
| 1125 | Ich weiß leider nicht, wie wohlhabend Du bist, aber exotische Früchte sind im Normalfall in der Anschaffung nicht wirklich billig. Schon gar nicht, wenn man sie auch noch Anpflanzen will. | |
| 1126 | Und wenn ich einfach in ein exotisches Land ziehe und dort gewöhnliche Pflanzen anpflanze? | |
| 1127 | Mal abgesehen davon, dass der Umzug auch schon nicht billig sein dürfte, haben diese exotischen Paradiese im Normalfall den Nachteil, dass dort die Regierung, sagen wir mal, entweder korrupt oder diktatorisch ist. Und beide Regierungsformen haben sich die Zwangsverstaatlichung zu Eigen gemacht, d.h. von deiner Farm hast du nicht mehr allzu viel. | |
| 1128 | Außer ich bin reich genug, um von einer korrupten Regierung zu profitieren. Dann wäre das ideal für mich. | |
| 1129 | Wenn du den nötigen Reichtum hast, bist du die Regierung. | |
| 1130 | Reichtum führt zu Königtum? | |
| 1131 | Nein, auf Umwegen zu exotischen Früchten. Ist das denn so schwer zu kapieren? | |
| 1132 | Ja. Es sind wahrscheinlich sehr schwere Früchte. Steinfrüchte oder so. | |
| 1133 | Bei der Schwere der mangelnden Einsicht scheinen es schon Hinkelsteinfrüchte zu sein. Oder Dolmenfrüchte. Eine Menhirfrucht. | |
| 1134 | Die wachsen vor allem in der Bretagne und in England, richtig? | |
| 1135 | Eigentlich seltsam, dass ausgerechnet die Engländer und die Franzosen etwas gemeinsam haben sollen, nachdem sie sonst immer auf ihre Gegensätze Wert legen. | |
| 1136 | Sie haben wirklich viel gemein. Sie haben beide zwei 'n' und hören mit einem Konsonanten auf. Deutsche können das nicht, da können sie sich noch so sehr anstrengen, nur ein Brandenburger könnte da noch mithalten. | |
| 1137 | Und was ist mit einem Mecklenburg-Vorpommerner? Oder Vorpommerer? Klingt nach dem Typ in einer Imbissbude, der die Kartoffeln klein schnippelt. | |
| 1138 | Du sagst das so abwertend. Das korrekte Zurechtschneiden von Kartoffeln zu frittierbaren Pommes-Frites-förmigen Kartoffelstücken ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe und ein Dienst an der Gesellschaft. | |
| 1139 | Aber man sollte nicht vergessen, dass auch mit weniger Sorgfalt durchaus Erfolg zu verbuchen ist. Denk' doch nur mal an den faulen Hund, der sich gedacht hat, anstatt viele winzige Stifte könnte man doch aus der Kartoffel nur ein paar Ecken schneiden, das spart eine Menge Arbeit. Und schon waren die wilden Kartoffeln erfunden, die ebenfalls ein großer Renner geworden sind. | |
| 1140 | Aber die beißen doch! | |
| 1141 | Deshalb gibt es ja auch Kartoffel-Dompteure. Nur die Mutigsten der Mutigen können dieses Gewerbe ausüben, da dieser Beruf hochgefährlich ist. Die Gefahr, an einer Knoblauchvergiftung elendig zu verenden, ist überproportional groß. | |
| 1142 | Du meinst, Kartoffel-Dompteure sterben eher elendig als ruhig an einer Knoblauchvergiftung im Vergleich zu anderen Leuten, die an einer Knoblauchvergiftung seltener elendig als ruhig dahinscheiden. | |
| 1143 | Bei ordinären Personen ist so eine Vergiftung ja noch viel schlimmer, weil sie damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Mitleidenschaft ziehen. | |
| 1144 | Aber das widerspricht Deiner vorhergehenden Aussage! | |
| 1145 | Was kümmert mich mein Geschwätz von vorher? Hab' ich denn nicht das Recht, meine Meinung zu ändern? | |
| 1146 | Nein, natürlich nicht. Was denn sonst? Also, ist doch klar, es ist ein freies Land - natürlich darfst Du jederzeit Deine Meinung ändern. | |
| 1147 | Ein freies Land? Und wieso besitzt es dann Grenzen? Kann sich ein Land denn nicht über seine eigenen Grenzen hinaus bewegen? | |
| 1148 | Etwas Grenzenloses kann sich überhaupt nicht bewegen, weil es sonst ja stets überall ist. Grenzen sind eine notwendige Bedingung für Bewegung. | |
| 1149 | Ja schon, aber wo Grenzen sind, kann keine echte Freiheit sein. Das war's also mit dem freien Land. Und hey, ich bewege mich auch, und zwar dank Muskelkraft. Wozu brauche ich also Grenzen? | |
| 1150 | Du mit Deiner Muskelkraft! Heute ist Köpfchen angesagt, und keine schiere Gewalt. | |
| 1151 | Bewegung mit Köpfchen? Sozusagen gehen auf dem Zahnfleisch. | |
| 1152 | Darauf kann man nur kriechen. Außerdem rät der Zahnarzt davon ab. | |
| 1153 | Dann müssen Griechen allgemein ein sehr gestörtes Verhältnis zu ihrem Zahnarzt haben. Du weißt ja: wenn Griechen hinter Griechen kriechen, kriechen Griechen Griechen nach. | |
| 1154 | Dentophob? Wäre auch ein hervorragender Name für eine Zahnpastasorte. | |
| 1155 | "Nehmen sie Dentophob, und sie werden sehen, ihr Zahnarzt wird Augen machen! Zu Risiken und Nebenwirkungen blablabla..." | |
| 1156 | Ich dachte, Augenärzte machen die Augen, und Zahnärzte seien, nun, für Zähne zuständig. | |
| 1157 | In Zeiten des Outsourcing wird die eigentliche Arbeit nach außen vergeben, damit man im Zweifelsfall einen Sündenbock hat, falls etwas schief gehen sollte. Ich bestreite nicht, dass diese Modalität manchmal seltsame Blüten treibt. | |
| 1158 | Blühen seltsame Blüten im Herbst, oder eher im Frühling? | |
| 1159 | Im Winter, sonst wäre es ja nicht wirklich seltsam, dass sie blühen. | |
| 1160 | Wieso? Sind denn seltsam blühende Blüten das selbe wie blühende, seltsame Blüten? | |
| 1161 | Natürlich. Ersteres beschreibt eine Blüte, die auf recht eigenwillige Art und Weise blüht, während letzteres eine höchst seltsame Blüte beschreibt, die sich im blühenden Zustand befindet. Hach, mir wird so blümerant. | |
| 1162 | Hier, vielleicht hilft etwas Riechsalz. Ist auch jodiert, so ist's gesünder. | |
| 1163 | Ein Glück. Die Salzkristalle sind so scharf, dann werden wenigstens die kleinen Wunden in der Nase sofort desinfiziert. | |
| 1164 | Salz ist nicht scharf, Salz ist insbesondere salzig. Wenn Du etwas Scharfes willst, probier es mit Chili. | |
| 1165 | Riechchili? Naja gut, immerhin ist dann die Nase frei, und wach ist man mit an nahezu 100%iger Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch. Obwohl man sich dann wünschen würde, man wäre es nicht, damit man aus diesem Alptraum aufwachen kann. | |
| 1166 | Ach, es gibt schlimmeres, als Chili durch die Nase zu inhalieren. Zum Beispiel Sachertorte durch die Nase zu inhalieren. | |
| 1167 | Saitenwürstchen. Der Senf hinterlässt derart hartnäckige Flecken. Aber wenn ich mir eine Linie Sachertorte ziehe, fällt die Torte dann unter das Betäubungsmittelgesetz? | |
| 1168 | Nur, wenn sie hart genug ist, um das Gegenüber zu betäuben, insofern es die Sachertorte nur mit ausreichend Kraft gegen den Hinterkopf geschwungen bekommt. | |
| 1169 | Aber um eine derartige Stabilität seitens der Torte zu erreichen, muss sie doch fast den ganzen Tag lang gebacken werden. Und dann dürfte es schon gehörig aus dem Ofen rauchen. Backen mit der Feuerwehr. | |
| 1170 | Besser als eine Feuerwehr, die nichts gebacken bekommt. | |
| 1171 | Ist auch besser so, sonst gibt's nur Ärger mit der Bäckerinnung. Und am Ende machen die Bäcker noch den Feuerwehrdienst. | |
| 1172 | Löschen die mit Wasser oder mit Brötchen zum selbst Fertigbacken? | |
| 1173 | Mit letzterem. Und wenn das Feuer gelöscht ist gibt es ein großes Straßenfest mit allen Anwesenden, frische Brötchen sind schließlich im Überfluss vorhanden. | |
| 1174 | Müssen wir dann auch die Kanalisation so erweitern, dass auch Brötchen darin abfließen können? | |
| 1175 | Nö, wieso? Die ist schon breit genug. Irgendwie müssen die Alligatoren in der Kanalisation ja gefüttert werden. Es fällt schließlich irgendwann auf, wenn zu viele Arbeiter vom Rohrreinigungsdienst verschwinden. | |
| 1176 | Rohrreinigungsdienst - so was schweinisches gibt es als normalen Beruf? Ihhh... | |
| 1177 | Was haben Schweine damit zu tun? Die müssen ja nicht putzen gehen... na gut, teilweise schon. Immerhin sind die Bürsten mit Schweineborsten ausgestattet. | |
| 1178 | Schweineborsten schmecken besonders gut mit Bratkartoffeln und leckeren Gewürzen, dazu noch etwas angebratenem Speck und Spiegeleier. | |
| 1179 | Gut schmecken tut's schon. Aber unheimlich nervig sind die Borsten, die in den Zahnzwischenräumen hängen bleiben. Rumgammeln, ohne Miete zu zahlen! | |
| 1180 | Die sind ja fast so schlimm wie Studenten. Rumgammeln, und tuen auch nichts Rechts. | |
| 1181 | Das kann man jetzt nicht pauschalisieren. Zu sagen, dass Jurastudenten nicht Recht machen, grenzt an Ignoranz und Verleumdung. Klageschrift folgt. Samt Klageweib. | |
| 1182 | So eine richtige, die sich auch schön die Brust zerfetzt und so, mit allem drum und dran, oder muss man das extra bezahlen? | |
| 1183 | Sich die Brust zerfetzen? Also, ich weiß nicht, ob sich eine professionelle Schlammcatcherin als Klageweib eignen würde. Ich fürchte, es würde die Trauergemeinde über Jahrzehnte hinaus traumatisieren, wenn sie sich zu "Nun danket alle Gott" ins offene Grab wälzen würde. | |
| 1184 | Mit wem aber catcht die Catcherin da im Grabe? Oder kommen die stets zu Zweit? | |
| 1185 | Sie betreibt Schattencatchen. | |
| 1186 | Aber das kann doch nur Lucky Luke gewinnen! | |
| 1187 | Nein, denn Lucky Luke schießt vielleicht schneller als sein Schatten, von Catchen hat er aber keine Ahnung, sonst wüsste er, dass er über seinen eigenen Schatten springen müsste, um ihn zu besiegen. | |
| 1188 | Na ja, das Erschießen ist doch ebenso eine recht effektive Form des Besiegens, oder? | |
| 1189 | Aber am offenen Grab wirkt Erschießen reichlich pietätlos. Ein fairer Kampf ist statt dessen eine große Ehre für den Verstorbenen. | |
| 1190 | Du meinst, statt Erde auf den Sarg zu werfen lieber eine Runde Kloppen. Tja, Ehre wem Ehre gebührt. | |
| 1191 | Darf man das noch sagen? Ich dachte, dass sei nicht mehr politisch korrekt. Eine Runde. Ich glaube, im Englischen würde man "horizontally challenged" dazu sagen. Horizontal herausgefordert klingt im Deutschen so schrecklich zweideutig. | |
| 1192 | Wenn man eine Runde kloppt, bekommt man dann eine bekloppte Runde? Oder, meinetwegen, wer horizontal Herausgeforderte kloppt, muss er dann in einen S/M-Swingerclub dazustoßen? | |
| 1193 | Nein, wenn man eine Runde kloppt, erhält man eine Tafelrunde - flach und breit und, nunja, eben rund. Wobei der SM-Club nicht so fern liegt, hatte die Tafelrunde doch zwölf Ritter plus einen König. Da kann ein Schachbrett nur davon träumen. | |
| 1194 | Ich frage mich, wie viel ein mit Dalmatinerfell überzogenes, aus dem Holz der Tafelrunde angefertigtes, von König Artus träumendes Schachbrett kosten würde, wenn es ein SM-Club kaufen möchte? | |
| 1195 | Den guten Ruf vermutlich. Auf jeden Fall dürfte das eine schmerzhafte Erfahrung werden. | |
| 1196 | Kann man einen guten Ruf auch bei eBay loswerden? | |
| 1197 | Schon, aber er bringt nicht viel. Man will ja schließlich seine Freiheit nicht beschränken. | |
| 1198 | Ah, klar, hatte ich ganz vergessen. Das erklärt natürlich die Kreditkartenwerbung: wenn man mit seinem guten Namen, also seinem guten Ruf, bezahlen kann, dann - hey, die Freiheit nehm ich mir. | |
| 1199 | Wobei es immer wieder erstaunlich ist, was man alles für seinen guten Ruf bekommt: ein Haus, ein Auto, ein Swimming-Pool... | |
| 1200 | Aber was bringt ein Auto ohne Freiheit? Nur freie Bürger haben freie Fahrt, heißt's doch. | |
| 1201 | Naja, wenn das Auto im Knast sitzt, z.B. wegen Fahrerflucht, dann muss man eben dafür sorgen, dass Kaution hinterlegt wird. | |
| 1202 | Das arme Auto! Einfach so von dem Fahrer verlassen! Aber wer soll denn die Kaution hinterlegen, wenn schon der Fahrer fort ist? Wir brauchen eine neue Organisation, vielleicht Auto Amnesty International. AAI statt IAA! | |
| 1203 | Wieso? Gibt's die UNIAF noch nicht? Den United Nations Automobile's Fund? | |
| 1204 | Wofür steht das I? | |
| 1205 | Keine Ahnung, ich habe mich nicht nach seinem Standpunkt erkundigt und wofür es eintritt. Aber es muss eine sehr würdevolle Sache sein, die es mit Stolz erfüllt, immerhin steht es da wie eine Eins. | |
| 1206 | Vielleicht ist er stolz auf seinen Junior. Der hat mehr Punkte als die meisten anderen Buchstaben. | |
| 1207 | Na, also ich weiß nicht, das klingt mir doch ganz nach einem ehrgeizigen Vater, dessen Sohn in jeder Hinsicht der Beste zu sein hat, egal, wie schlecht der Filius auch eigentlich ist. Und offensichtlich ist das i nur Mittelmaß. Schließlich gibt es genug, die mehr oder gleich viel Punkte wie es haben. j, ä, ö, ü, oder sein Stiefbruder ï. | |
| 1208 | Ja, aber abgesehen von seinem Stiefbruder, der Kleine ist auch noch der schlankste aus der ganzen Truppe, und sieht auch noch fesch aus. Keiner will mit dem fetten, kleinen m spielen. | |
| 1209 | So fett ist das m auch nicht, immerhin berühren seine Füße noch den Boden, da kann es noch laufen. Das ist nur üble Nachrede vom c, das konnte seine Klappe wieder mal nicht halten. | |
| 1210 | Ist es eigentlich arg schlimm, wenn einem die Klappe runterfällt? | |
| 1211 | Überhaupt nicht. Bei Dreharbeiten muss das sogar so sein, denn wenn die Klappe nicht fällt, gibt's auch keinen Film. | |
| 1212 | Ohne Klappe also nicht einmal ein Stummfilm? | |
| 1213 | Erst recht kein Stummfilm. Bei einem Tonfilm könnte man zur Not noch "Klappe!" rufen, aber das klappt bei einem Stummfilm ja nicht. | |
| 1214 | Müssen die auch die Mitarbeiter am Set bei einem Stummfilm stumm sein? | |
| 1215 | Nicht notwendigerweise. Jedoch sollte ein gewisser Prozentsatz stumm sein, damit die Gewerkschaften nicht Sturm laufen, wenn die Behindertenquote nicht erfüllt ist. Wobei selbst die nichts sagen konnten, als sie den blinden Kameramann gefeuert haben. Hat angeblich Gelder veruntreut. | |
| 1216 | Was ist denn veruntreuen für ein Wort? Und wieso kann man es auf Geld anwenden? Die fremde Schöne kann vielleicht einen Ehemann veruntreuen, aber wie veruntreut man Geld? | |
| 1217 | Indem sich zusätzlich zu den Euros noch eine andere Währung im Geldbeutel befindet, die den Vorzug erhält, z.B. beim Urlaub im Ausland, worauf die Euros, empört durch diese offene Zurschaustellung der Geringschätzung, die Flucht antreten. Was auch erklärt, warum man nach dem Urlaub im Normalfall kein Geld mehr hat. | |
| 1218 | Ah, aber wie erklärt das die Kapitalflucht ins Ausland? | |
| 1219 | Ach das. Das ist nur eine Vorsorgemaßnahme, damit man im Urlaub auch wirklich Geld hat und nicht auf Euros zurückgreifen muss, die dann nach dem Urlaub noch freudig ausgegeben werden wollen. | |
| 1220 | Das wird mir zu hoch. Wir sollten das Thema wechseln, und nicht solange über dasselbe reden. | |
| 1221 | Das willst du doch nur, weil du unter Höhenangst leidest. Aber von mir aus, bleiben wir eben flach. | |
| 1222 | Hey, das brauchst Du doch nicht jedem zu verraten! Und woher weißt Du das überhaupt?! | |
| 1223 | Ich bin eben Hellseher. Und da wird solch Wissen von mir verlangt. | |
| 1224 | Was sind denn eigentlich so typische Fragen für das Hellseherexamen? | |
| 1225 | Wie wird morgen das Wetter? Um wie viel Prozent wird die Telekom-Aktie morgen an der Börse steigen, wenn überhaupt? Betrügt mich meine Frau/mein Mann? Und abgeleitet von dieser Frage: Glauben Sie, dass Examen zu bestehen? | |
| 1226 | Sonnig. 1,7. Ja/Ja. Nein. Habe ich jetzt bestanden? | |
| 1227 | Mal abgesehen von der Tatsache, dass es mich sehr überrascht, sowohl Mann als auch Frau zu haben, habe ich keine Ahnung. Ich hab' keinen Lehrauftrag. | |
| 1228 | Wieso nicht? | |
| 1229 | Es gibt schon genug staatlich geprüfte Hellseher. In diesem Beruf sehe ich deshalb keine Zukunft für mich. | |
| 1230 | Hmm, das ist allemal ein guter Grund, diese Karriere aufzugeben. Wenn Du ein guter Hellseher bist, dann weißt Du ja, dass es schiefgeht - und wenn Du ein schlechter bist, dann wird es schiefgehen. Welche Karriere willst Du statt dessen verfolgen? | |
| 1231 | Unternehmensberater. Die Branche ist am boomen, und in diesem Beruf braucht man auch sehr viel Vorsehungskraft. | |
| 1232 | Berätst Du auch Hunde? | |
| 1233 | Sofern er zahlen kann. Wobei mir momentan kein einziger Hund bekannt ist, der eine Firma oder einen mittelständischen Betrieb leitet. Dir etwa? | |
| 1234 | Dieter Hund ist doch der Vorsitzende der Arbeitgebervereinigung. | |
| 1235 | Nein, ist er nicht. Dieter Hundt ist es. Und zwar Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, kurz: BDA, um den Hund beim Namen zu nennen. Außerdem ist er der Vorsitzende im Aufsichtsrat des VfB Stuttgart. | |
| 1236 | Gibt es beim VfB auch eine Hundestaffel? | |
| 1237 | Dafür ist es in unseren Breitengraden nicht kalt genug. Für Hundeschlittenrennen braucht es nun mal Unmengen an Schnee. Und Schlittenhunde. Und überhaupt, was hätten die beim VfB verloren? Fußballspielen können die ja nicht. | |
| 1238 | Es heißt ja auch Verein für Ballspiele. Hunde sind ganz verrückt nach Ballspielen, und auch Hunde haben ein Recht auf Vereine. | |
| 1239 | Schon, aber ich fürchte, dass ein Verein, der von Hunden geführt wird, über kurz oder lang vor die Hunde geht. | |
| 1240 | Selbst wenn es so ein Vereinsmeier ist wie der Deutsche Schäferhund? | |
| 1241 | Der Schäferhund heißt Meier? Ich dachte, der heißt Rex oder Rin Tin Tin. | |
| 1242 | Rex ist doch kein Name für einen Schäferhund, sondern für einen Dinosaurier! | |
| 1243 | Nicht für einen herrischen Politiker, einen Usurpator? Der Tyrann Rex? | |
| 1244 | Der Usur Pator ist doch ein Sternbild. Zwischen Großem und Kleinem Bär, der Papa Bär. | |
| 1245 | Und ich war bislang der Meinung, das sei die Hauptstadt der Mongolei. Wenn die nun aber ein Sternbild ist, dann sind doch die Mongolen die Männer und Frauen im Mond. Von wegen Neil Armstrong erster Mann auf dem Mond. Typisch amerikanische Propaganda! | |
| 1246 | Wer sonst außer die Mondgolen hätte denn zuerst da oben sein sollen? Armstrong hingegen war nie auf dem Mond, aber immerhin war er ein guter Sänger. Oh yeah. | |
| 1247 | Aber wenn die Welt so wunderbar ist, wie er uns ja in seinem berühmtesten Lied mitteilt, warum hat er uns dann in dieser legendären Vielleicht-Hollywood-Produktion weismachen wollen, dass er auf dem Mond war? | |
| 1248 | Hmm, gute Frage. Vielleicht ist er ja ein analytischer, moderner Atheist, und eine Wunderbare Welt wäre, angesichts der Wunder, etwas für ihn total Unannehmbares. | |
| 1249 | Weswegen aber immer noch die Frage offen bleibt, warum er dann überhaupt darüber singt, wenn er sie für unannehmbar hält. Für einen gesungenen Protest ist das Lied zu fröhlich, zu befürwortend. | |
| 1250 | Na ja, damals gab es halt noch keine Grungemusik. Vielleicht war der Song zu seiner Zeit genauso schockierend wie Nirvana in den 90ern. | |
| 1251 | Wenn "Wonderful World" von Armstrong die Gesellschaft schockiert hat, wie muss die für eine Gesinnung gehabt haben? Dennoch schwer vorstellbar, dass Louis Armstrong der Urvater von Hard Rock, Heavy Metal, Death Metal et al. sein soll. | |
| 1252 | Nicht von Heavy Metal, aber ansonsten stimmt das vollkommen. Und Claude Debussy war die Urmutter. | |
| 1253 | Mal abgesehen davon, dass ich kaum glaube, dass Louis Armstrong und Claude Debussy verheiratet waren (schließlich war ersterer erst siebzehn bei letzteren Todes), dachte ich immer, dass Debussy klassische Musik geschrieben und gespielt hat. | |
| 1254 | Und wenn Du das immer dachtest, wie konntest Du Dich auf etwas anderes konzentrieren? | |
| 1255 | Oh, ganz einfach. Denn wie Du schon gesagt hast, handelte es sich um konzentriertes Denken. Also eingedampft. Instant-Think, so wie Instant-Kaffee. Da nimmt man sich einen Gedanken, gießt ihn mit etwas Wasser auf und, voila!, es ist angedacht. In den Sorten klassisch, modern und surreal. | |
| 1256 | Was ist mit Sorten wie tiefschürfend, zynisch und lustig? | |
| 1257 | Die Laboratorien arbeiten gerade noch an deren künstlichen Aroma-Gedanken, sowie an einer Light-Version für Diabetiker. | |
| 1258 | Dürfen auch nicht-Diabetiker die Light-Version essen oder passiert ihnen dann was? | |
| 1259 | Nichts Weltbewegendes. Sie denken dann eben nicht mehr richtig, denn der fehlende Zucker führt zu einer Unterernährung des Gehirns. | |
| 1260 | Ist das so wie Fernsehen? | |
| 1261 | Fernsehen als Zuckerersatz? Ich habe Schwierigkeiten, mir vorzustellen, wie ich mit einem Fernseher meinen Kaffee süßen soll. | |
| 1262 | Na ja, mit einer süßen Moderatorin sollte es möglich sein, eine moderate Süße zu erreichen. | |
| 1263 | Auch eine Moderatorin durchschnittlicher Größe, und sei sie noch so zuckersüß, passt nicht in meinen handelsüblichen Kaffeebecher. | |
| 1264 | Eine Zuckersüße handelt auch nicht üblich in einem Kaffebecher. | |
| 1265 | Wieso nicht? Jeder fängt mal klein an. Zuerst die Kleinkunstbühnen, dann die Bretter, die die Welt bedeuten! | |
| 1266 | Intergalaktische Straßenschilder, die auf die Erde deuten? | |
| 1267 | "Nächste Ausfahrt Rastplatz Erde. Nächste Tankmöglichkeit in 230 Lichtjahren." | |
| 1268 | Und wo kann ich hier Antimaterie tanken? Im CERN? | |
| 1269 | Nirgendwo. Im Zuge einer weltweiten Paranoia wurde alles abgeschafft, was auch nur im entferntesten gegen die Gesellschaft gerichtet hätte sein und wirken können. Und weil wieder einmal eine Wahl vor der Tür stand und noch dringend die Stimmen an den Stammtischen abgefischt werden sollten, hat man noch schnell ein populäres Thema gesucht und in Zuge dessen die griechische Vorsilbe "anti-" ebenfalls beseitigt. | |
| 1270 | Wie hat die Lobby der Antiquitätenhändler reagiert? | |
| 1271 | Die war nicht sehr begeistert. Die Händler können nur noch alte Möbel verkaufen. Aber wer will schon alte Möbel haben? Antiquitäten sind schließlich viel wertvoller. Leider kann man sie nur noch auf dem Schwarzmarkt bekommen. | |
| 1272 | Auch weiße und limonengrüne antike Möbel? | |
| 1273 | Welcher geistig gesunde Mensch stellt sich so etwas freiwillig in seine Wohnung? | |
| 1274 | Leute, die rosa und zitronengelbe antike Möbel ablehnen. | |
| 1275 | Nur zu verständlich. Die von diesen Farben ausgestrahlte Heiterkeit kann ja nur zu Depressionen führen. | |
| 1276 | Natürlich. Wenn selbst die Einrichtung heiterer ist als man selbst, möchte man sich nur noch erhängen. Mit einem quietschgelben Strick. | |
| 1277 | Das dürfte einige Schwierigkeiten bereiten, denn ein gelber Strick ist die kleinste Größe und Kindern vorenthalten. Die Schlinge dürfte also schlicht zu eng sein, außerdem hält der Strick selbst nicht genug Gewicht. Du solltest also zumindest einen grünen Strick nehmen, der ist weit und stabil genug. Und für besonders schwerwiegende Probleme am besten einen blauen. | |
| 1278 | Wenn man einen schwarzen Gürtel hat, darf man da überhaupt noch einen blauen Strick nehmen? | |
| 1279 | Ich kenne niemanden, der 200 Kilo wiegt, einen Halsumfang von einem Meter und den schwarzen Gürtel hat. Insofern stellt sich die Frage gar nicht. | |
| 1280 | Nur, weil etwas nicht existiert, heißt das noch lange nicht, dass es nicht geregelt werden muss. | |
| 1281 | Du meinst, man sollte das Gesetz zum Schutz der Privatsphäre schon dahingehend erweitern, falls der Mensch eines Tages dazu in der Lage sein sollte, Gedanken zu lesen? | |
| 1282 | Woher wusstest Du das? | |
| 1283 | Woher wusste ich was? | |
| 1284 | Was ich meinte. | |
| 1285 | Was meintest du denn meinen zu müssen, was ich im Voraus gemeint habe zu meinen? | |
| 1286 | Das, was Du sagtest, dass ich meinte. | |
| 1287 | Irgendwie meinen wir so viel, da sollte man zur Sicherheit einen Meineid schwören, meine ich. Oder ist das gemein? | |
| 1288 | Ich meine nicht. | |
| 1289 | Dachte ich mir. | |
| 1290 | Schon wieder! | |
| 1291 | Übung macht schließlich den Meister. | |
| 1292 | Kriegst Du auch einen Meisterbrief? | |
| 1293 | Ich hoffe doch sehr, dass sich diejenigen, die mir einen Brief schreiben, auch wirklich Mühe damit geben, dass er ein wahrliches Meisterstück in Sprache und Aussehen ist. | |
| 1294 | Hängst du die dann auch an die Wand? | |
| 1295 | Das würde doch die Tapete verdecken, und wozu hätte ich die mir sonst anschaffen sollen? | |
| 1296 | Und weshalb schafftest Du Dir dann die Wand an? | |
| 1297 | Wie soll denn ohne Wände das Dach halten? | |
| 1298 | Dicke Tapete. | |
| 1299 | Die woran befestigt ist? | |
| 1300 | An der Decke. | |
| 1301 | Interessant. Lass mich nochmal zusammenfassen: Ich besorge mir ein Dach, eine Decke, hänge diese, ja woran eigentlich?, vielleicht an einen Siemens patentierten Freilufthaken auf, und befestige daran meine dicke, nach Möglichkeit isolierende (Schall wie Wärme) Tapete, um vier Wände einsparen zu können, die zur Stabilität der Wohnung beitragen würden. Nur noch eine kleine Frage: welchen Sinn macht das? | |
| 1302 | Man spart Geld. | |
| 1303 | Geld allein macht auch nicht glücklich. | |
| 1304 | Was macht denn allein glücklich? | |
| 1305 | Glück? | |
| 1306 | Ich hatte Glück und habe im Lotto gewonnen. Jetzt habe ich Geld bekommen. Bin ich jetzt glücklich? | |
| 1307 | Woher soll ich das wissen? Das muss jeder selbst entscheiden. Was für ein Glück wäre das denn, wenn mir erst jemand sagen müsste, dass ich glücklich bin? | |
| 1308 | Ein unbemerktes? | |
| 1309 | Kann man dann überhaupt von Glück reden, wenn man es nicht bemerkt? | |
| 1310 | Dann hat man halt Unglück im Glück. | |
| 1311 | Nein, Unglück kann man nicht gleichsetzen mit keinem Glück. Vielleicht sollte man eher imperzeptibles Glück dazu sagen. | |
| 1312 | Heißt das auf Deutsch Unbeflecktes Glück? So wie in die Jungfrau Maria - Kindsgeburt ohne Sex. Welch ein Glück... | |
| 1313 | Lässt sich da, außer bei tiefreligiösen Menschen, wirklich von Glück reden? Ist vielmehr heutzutage nicht eher Sex ohne Kindsgeburt das wahre Glück? Und die Jungfrau Maria war ja wohl auch nur eine Leihmutter, modern gesehen. | |
| 1314 | Aber damals gab es doch gar kein Rent-a-Mom. | |
| 1315 | Natürlich nicht, damals hat man ja auch noch nicht englisch gesprochen. | |
| 1316 | Rentus-Mater? | |
| 1317 | Kann eigentlich eine Vollwaise auch diesen Dienst in Anspruch nehmen? Für ein kleines Bisschen Familiengefühl. | |
| 1318 | Nur Volapuk sprechende Vollwaisen können von diesem Vorteil profitieren. | |
| 1319 | Vornehmlich volapuksche Vollwaisen verdienen verbindliche Vorzugsbehandlungen, aufgrund achtloser Anhäufungen von albernen Alliterationen. | |
| 1320 | Lieber ein Häufchen Alliterationen als ein Häufchen Elend. | |
| 1321 | Wie muss man sich so ein Häufchen Elend eigentlich vorstellen? Und woran erkenne ich, dass es ein Häufchen und nicht ein Haufen ist, also, ab welcher Größe ist es ein Haufen? | |
| 1322 | Das Haufenproblem ist ja schon aus der Philosophie wohlbekannt, doch auch die konnten sich nicht auf eine feste Definition einigen. Ich glaube, es kommt auf die sonstigen Eigenschaften an: wenn es zum Beispiel ein Wilder Haufen ist, dann kann der Haufen noch so klein sein, es wird doch nie zu einem Wilden Häufchen. | |
| 1323 | Und wenn der Haufen nur aus einer einzigen Person besteht, ist es dann überhaupt noch ein Haufen, ein Häufchen? Egal, wie wild die Person auch sein sollte. | |
| 1324 | Wilde Wasser sind tief. | |
| 1325 | Wilde Wasser sind zuallererst und vor allem nass. | |
| 1326 | Echt? Sie sind zuallererst nass? Ich dachte, wer zuletzt nässt, nässt am besten. | |
| 1327 | Nein. Wer zuletzt nässt, kann sich des Spotts seiner Mitmenschen sicher sein. | |
| 1328 | Wer den Spott hat, muss sich nicht mehr um den Schaden sorgen. | |
| 1329 | Er kann aber durchaus Schaden durch Spott davontragen. Traumata, Depressionen, allgemeine psychische Probleme. | |
| 1330 | Jetzt muss ich Dich aber verspotten. Eben das sagte ich doch: wer den Spott hat, braucht sich um den Schaden nicht mehr sorgen. Du hast echt 'nen Schaden! | |
| 1331 | Kein Grund mich zu verspotten. Und der Reparaturauftrag ist auch schon geschrieben. Ich weiß nur nicht, wofür. | |
| 1332 | Ich wette, Du nimmst mal wieder eine spottbillige Reparatur. | |
| 1333 | Natürlich. Wozu soll ich mich in Unkosten stürzen, wenn ich sowieso nicht weiß, wofür? | |
| 1334 | Der Unkosten willen. L'art pour l'art, sozusagen. | |
| 1335 | Unkosten zu erzeugen sind eine Kunstform? Andererseits, es heißt ja auch Lebenskünstler. | |
| 1336 | Gibt es auch eine Lebenskunstgeschichte? | |
| 1337 | Eine Kunstgeschichte des Lebens? Keine Ahnung, ob ein Künstler ein Modell ganzes Leben lang gemalt hat. Vor allem, was hätte er gemacht, wenn er vor seinem Modell gestorben wäre? | |
| 1338 | Dann würde er sie nicht verwesend malen. | |
| 1339 | Aber dann hätte er nicht das Leben in seiner Gänze gemalt. | |
| 1340 | Verwesung ist nicht mehr Teil des Lebens. | |
| 1341 | Aber wie will man sonst den Tod, den Abschluss des Lebens, darstellen? Mit geschlossenen Augen könnte man doch auch nur schlafen. | |
| 1342 | Vielleicht so wie es der große kasachische Kasatschoktänzer Kaso Kasul machte - als seine Abschlussarbeit, als symbolisches Ende eines Lebensabschnittes. | |
| 1343 | Aber das Modell des Künstlers kann doch überhaupt nicht Kasatschok tanzen, wenn es schon tot ist. | |
| 1344 | Es tanzte ja auch nicht das Modell, es tanzte der Künstler selber, und zwar bis zum Ende. | |
| 1345 | Und wie will der Künstler dabei malen? Ganz zu schweigen davon, dass seine Lebenserwartung bei ständigem Tanzen nicht allzu hoch sein dürfte. | |
| 1346 | Wer tanzt, bleibt jung. Er wird zwar nicht alt, dass dafür aber lange. | |
| 1347 | Das könnte ein neuer Lebensstil werden. Jung alt werden. | |
| 1348 | Eine Silberschläfe steht doch sicher auch einem 17jährigen. | |
| 1349 | Sicher, sie verleiht einen Hauch von Weisheit. Das ist mehr, als manch 17jähriger heute aus der Schule mitbringt. Künstliche Intelligenz, wenn man so will. | |
| 1350 | Ne Du, Künstliche Intelligenz läuft auf Silikon und Kupfer, nicht auf Silber. | |
| 1351 | Und wo liegt das Problem? Heutzutage gibt es doch jede beliebige Farbe als Haarfärbemittel. Dann macht man sich eben eine Kupfer- oder eine Silikonsträhne. | |
| 1352 | Jede? Auch grasgrüngestreifes Erdbeerenneongelb? | |
| 1353 | Jede. Wenn mir bislang auch noch keine neongelben Erdbeeren begegnet sind. Muss so eine Modezüchtung sein, die in kleinen Schalen an der Bar in irgendwelchen Discos unter UV-Licht drapiert werden, damit die Farbe so richtig zur Geltung kommt. Eben eine Spielerei für die jungen, hippen, angesagten jungen Leute heutzutage. | |
| 1354 | Mit UV-Licht blühen Erdbeeren erst richtig auf. | |
| 1355 | Im Umkehrschluss bedeutet das doch, dass Discobetreiber ein respektables Nebeneinkommen durch Erdbeerzucht betreiben könnten. | |
| 1356 | Aber nur, wenn die von den ganzen Discobesuchern nicht sofort weggetanzt oder -geschnupft werden würden, weil sie die Erdbeeren für Trüffel halten. | |
| 1357 | Was für Schweine! | |
| 1358 | Ja, echte Tanzschweine. Aber was hast Du schon erwartet? Tanzende Kamele oder Reggea Spielende Ratten? Kartoffelbossanova? Oder dass sie die Erdbeeren einfach erdbeergemäß behandeln, weil ja nach der Genfer Erdbeerrechtskommission jede Erdbeere das Recht auf ein würdiges, sinnerfülltes Sein hat? | |
| 1359 | Und wie sieht dieses erfüllte Dasein aus? Es gibt ja schließlich tausenderlei Verwendungszwecke für Erdbeeren. Ist jetzt zum Beispiel Erdbeerquark mit Rhabarberstücken für oder wider die Genfer Konventionen zum Schutz der Erdbeerrechte? | |
| 1360 | Mit oder ohne Sahne? | |
| 1361 | Ob Magerquark oder Sahnequark liegt ganz im Sinne des Betrachters. Bzw. des Genießers. | |
| 1362 | Aah, ich verstehe. Ich meinte das Genf in Georgia, nicht das in Minnesota. Du beziehst Dich noch auf die alte Version der Erdbeerrechte, wo ein Unterschied zwischen Mager- und Sahnequark gemacht wird. | |
| 1363 | Nein, eigentlich meinte ich die Senf-Konventionen (seit der neuesten Rechtschreibreform werden ähnliche Worte, die sich nur durch einen Buchstaben unterscheiden, gleichgeschrieben, die wahre Bedeutung muss man anhand des Kontexts erkennen). In denen ist niedergeschrieben, zu welchen Speisen Senf gereicht werden darf und zu welchen auf gar keinen Fall. Soweit ich mich erinnere gab es auch ein Kapitel über diverse Quarksorten. | |
| 1364 | Und das betagen wie Senf-Konventionen zu Hagerquark? Toll man es dazu weichen oger licht? | |
| 1365 | Die Botschaft hör' ich wohl, allein der Glaube fehlt mir. Zumindest der an eine vernünftige Rechtschreibung. Was willst Du mir sagen? | |
| 1366 | Wieso? Ich hielt mich ganz und gar an die von Dir erwähnte Reform. Brauchst Du noch die alte Version? | |
| 1367 | Nur, weil es eine neue Rechtschreibung gibt, heißt das noch lange nicht, dass man sie auch gutheißen muss. | |
| 1368 | Du meinst, neue Rechtschreibungen sind wie neue Star Wars Filme? | |
| 1369 | Ich wusste gar nicht, dass man wegen eines Teils der neuen Rechtschreibung gegen die Kultusministerkonferenz schon Morddrohungen ausgesprochen hat. | |
| 1370 | Die FAZ hat gesagt, dass das doof ist. Das ist für den Feuilletonisten schlimmer als eine Morddrohung. Da könnte man gleich kastilische Kastanien kasteien. | |
| 1371 | Wieso? Haben kasteite kastilische Kastanien auch eine mangelhafte Rechtschreibung? | |
| 1372 | Eine schlechtere als korrigierende katalanische Kampfkürbisse, aber was heißt das schon? | |
| 1373 | Naja, wenn sie besser sind als suizidale spanische Sachertorten ist noch nicht aller Tage Abend. Allerdings würde ich weder Sachertorten noch Kampfkürbissen zu Nahe kommen, schließlich könnte es sich dabei um Attentäter handeln. Schließlich haben alle Attentäter drei Namensteile: John Wilkes Booth, Harvey Lee Oswald, Marion Zimmer Bradley, George Walker Bush,... | |
| 1374 | Osama bin Laden und "der Una Bomber" auch, oh, ich glaube wir sind einem Muster auf der Spur, einem tieferen Geheimnis der Welt, einer unglaublichen Verschwörung von Dreinamigen Banditen! | |
| 1375 | Man sollte alle dreinamigen Menschen vorsichtshalber in Beugehaft nehmen, die Öffentlichkeit sieht das sicherlich gerne und fühlt sich daraufhin gleich sicherer. Aber was ist mit Menschen mit mehr als drei Namensteilen. Sind die ungleich gefährlicher? Oder ist das die Hierarchie innerhalb dieser Verschwörung? Je mehr Namensteile, desto höher auf der Karriereleiter steht man. | |
| 1376 | Dann muss das eine Verschwörung des Adels sein, die heißen ja alle so ewig lang! Der Adel will wieder an die Macht, oh nein, ich ahne Schlimmes! Bist Du denn von Adel, Frank? | |
| 1377 | Adelfrank? Blöder Name. Ich kenne nur Adelheid, Adele, Adalbert - und der ist auch noch falsch geschrieben. Da sieht man mal wieder, wie Rechtschreibfehler die Zeiten überdauern. | |
| 1378 | Stimmt. Das muss ja Aldibert heißen. Das ist der verlorene dritte Bruder von Aldinord und Aldisüd. | |
| 1379 | Dann müsste Bert ja auch eine Himmelsrichtung sein wie Nord, Süd, West und Ost. Aber in welche Richtung zeigt Bert? | |
| 1380 | Naja, in des Himmels Richtung. Oben. | |
| 1381 | Und wie heißt dann die Richtung, die zu Boden zeigt? | |
| 1382 | Ernie. | |
| 1383 | Also ist Bert dem Himmel verbunden und Ernie erdverhaftet? Dann könnten beide doch Himmel und Hölle, Gott und den Teufel verkörpern? Ich wusste gar nicht, dass die Sesamstraße derart tiefgründig ist. | |
| 1384 | Na, es heißt doch schon Sesamstraße, nach Sesam, dem Gott der Unterwelt in der Liechtensteiner Klassischen Mythologie. | |
| 1385 | Da bin ich jetzt aber vaduzt ob deines Wissens. | |
| 1386 | Übrigens ist Liechtenstein nach seinem Gründer benannt, der ob seiner Haarlosigkeit diesen bildhaften Namen erhielt. | |
| 1387 | Da kann Liechtenstein froh sein, dass sein Gründer sprachgewandt war, sonst würde es heute wohl Kahlplatte, Fliehstirn, Glatze oder Fleischfarbene Bademütze heißen. | |
| 1388 | Hieß es nicht so vor der Umbenennung im Jaltapakt von 1227? | |
| 1389 | Mit Sicherheit nicht, denn damals hatte er noch Haare. Der Name des Landes wurde im Laufe der Zeit mehrfach geändert, je nach Stand der Haarpracht. Zu Beginn wurde es z.B. Rapunzel genannt. | |
| 1390 | Na, zum Glück wurde der Gründer des Landes nie ein Punk, so wie in Spitzbergen. | |
| 1391 | Oder ein 68er. Prollmatte oder Bombenleger als Landesname... | |
| 1392 | Bei Bombenleger wüsste ich auch gar nicht wie die Einwohner heißen würden. Bombenlegerer? | |
| 1393 | ETA. | |
| 1394 | Echt doofe Abkürzung. | |
| 1395 | Das wäre dann die EDA. Ist die EDA dann eigentlich die Vorstufe zur Edda? Sozusagen die Beta-Version? | |
| 1396 | Nee, das wäre die Bedda. | |
| 1397 | Und was ist dann die Bedda-Strahlung? | |
| 1398 | Die Vorstufe der Infrarot-Strahlung. So wie in Beddacarotin. Oder Bedda-Geuze. | |
| 1399 | Beteigeuze ist für die Bildung von Betacarotin verantwortlich? Dann nützt es also nichts, Karotten zu essen. | |
| 1400 | Doch schon, aber eben nicht, wenn man davor Kartoffeln gefuttert hat. Dann hebt sich das auf. | |
| 1401 | Im Umkehrschluss heißt das doch, dass mit Kartoffeln die kosmische Strahlung egalisiert werden kann. D.h. wenn die Schutzanzüge der Astronauten mit Kartoffeln gefüllt würden, wäre das Arbeiten im Weltraum völlig ungefährlich. | |
| 1402 | Fast. Die Kälte könnte noch problematisch sein. Zumindest für die Frauen. Sind ja alles Frostbeulen. | |
| 1403 | Dann nimmt man eben gekochte Kartoffeln, die halten dann warm. | |
| 1404 | Das geht aber nur mit festkochenden Kartoffeln aus den besten Sonnenlagen der Anden. | |
| 1405 | Und was ist gegen mehlige Kartoffeln einzuwenden? | |
| 1406 | Sie binden mit Stärke. | |
| 1407 | Und was ist dagegen einzuwenden? Ist doch gut, wenn die Astronauten mehr Stärke haben. Dann können sie doppelt so schwere Arbeit verrichten. | |
| 1408 | Brauchen sie doch gar nicht, im Weltall ist eh alles zehn mal so leicht. | |
| 1409 | Die beste Therapie gegen Schwermut wäre dann also, den Patienten ins Weltall zu schießen. | |
| 1410 | Dummerweise hat die Therapie Nebenwirkungen: Hochmut. Und wir wissen alle, was darauf folgt. | |
| 1411 | Naja, irgendwie müssen sie ja auch wieder runter. | |
| 1412 | Und wenn sie wirklich Überflieger wären? | |
| 1413 | Fliegen über was? So wie Stuttgart nach Dublin über Frankfurt? | |
| 1414 | Fliegen über Fliegen, das sogenannte Metafliegen. | |
| 1415 | Ist das dann Fliegen ohne Fliegen an sich? | |
| 1416 | Biologisch betrachtet ist es nur das Gegenteil des Angriffgens - das Fliehgen. | |
| 1417 | Wenn ich so etwas lese, da meldet sich bei mir nur das Kopfschmerzgen. | |
| 1418 | Besser als unser Allergen. | |
| 1419 | Ich habe kein Allergen. Ich bin etwas ganz Besonderes, etwas Eigenes. Ich bestehe nur aus Individugenen. | |
| 1420 | Ich wusste es, Du bist halt doch sehr Eigen. Das erklärt auch den Eierkopf. | |
| 1421 | Eierköpfe sind eine sehr praktische Sache, man kann darüber Rückschlüsse auf den Charakter dieses Menschen ziehen. Wenn man ihn nämlich in Salzwasser wirft, und der Eierkopf schwimmt oben, dann ist er verdorben. | |
| 1422 | Dann sind Hexen und Eier das selbe? | |
| 1423 | Nein, Frauen und Eier. Beide werden ins Wasser geworfen, und diejenigen, die oben schwimmen, sind verdorben. Hexen sind also sozusagen das Endprodukt. | |
| 1424 | Dann sind alle Männer Bigamisten! | |
| 1425 | Wieso sollten Männer Bigamisten sein? Das sind sie nur, wenn sie zwei Frauen heiraten. Von miteinander leben ist dort keine Rede. | |
| 1426 | Oh. Stimmt. Eine Hochzeit würde ja auch lustig aussehen. Wo wohl der Ring draufkommt? | |
| 1427 | Viel interessanter, welche der beiden Bräute den Ring bekommt. Müssen die dann darum knobeln? Oder wird gewechselt, je nach dem, welcher Wochentag gerade ist? | |
| 1428 | Es gibt aber eine ungerade Anzahl von Wochentagen. Das ist keine gute Lösung. Monate vielleicht? | |
| 1429 | Nö, Sonntag ist Ruhetag. | |
| 1430 | Ich dachte, Sonntag ist Familientag? | |
| 1431 | Könnte sich schwierig gestalten, bei zwei Familien. | |
| 1432 | Warum? Es heißt doch FamilieNtag, nicht Familietag. | |
| 1433 | Ach so, du meinst Familien Tag, so wie in Dog Tag, also eine Familienmarke. Daran erkennt man, dass die Familie ihre Steuern bezahlt hat. | |
| 1434 | Wieso die Familie? Der Hund zahlt doch auch nicht seine eigene Steuer? | |
| 1435 | Stimmt, die zahlt die Familie. Zahlt dann im Umkehrschluss der Hund die Steuern der Familie? Und wenn ja, wieso zahlen sie dann nicht alle ihre eigenen Steuern, das wäre doch viel einfacher. | |
| 1436 | Und wer oder was zahlt die Mehrwertsteuer, Du Schlaumeier? | |
| 1437 | Das mit der Mehrwertsteuer hab' ich sowieso nie verstanden. Wieso müssen wir auch auf Bücher Mehrwertsteuer zahlen, obwohl wir doch Buchpreisbindung haben? | |
| 1438 | Ist doch einfach: die Buchpreisbindung ist doch ein echter Mehrwert, weil er uns vor billigen Büchern schützt. Also müssen wir darauf auch die Mehrwertsteuer zahlen. | |
| 1439 | Da haben wir aber nochmal Schwein gehabt, dass wir keine billigen Bücher kaufen müssen. Wie sähe das auch im Regal aus, neben all den ledergebundenen? | |
| 1440 | Wie ein Ölteppich in der Badewanne. | |
| 1441 | Und wie soll der da hinein gekommen sein? Ich kenne keine Badewanne, die groß genug ist, um einen havarierten Tanker zu fassen. | |
| 1442 | Kennst Du denn eine Badewanne, die groß genug ist für einen nicht havarierten Tanker? | |
| 1443 | Nicht persönlich, aber das muss nichts heißen. Schließlich kenne ich meine Nachbarn auch nicht, und die gibt es auch. | |
| 1444 | Woher die Sicherheit? | |
| 1445 | Zu irgendwas muss ja die OSZE nützlich sein. | |
| 1446 | Operierierte Schönheitchirgurgen zieselieren Esel? | |
| 1447 | Die Organisation für sicheres Zusammenleben im Eigenheim. | |
| 1448 | Wohngemeinschaften in Kommunalbesitz? | |
| 1449 | Männer- bzw. Frauenwohnheim. Kinder Eintritt frei. | |
| 1450 | Warum kriegen Kinder den Eintritt frei? Werden die etwa nicht für voll genommen? | |
| 1451 | Aber hoffentlich sind Kinder nicht voll. Soweit kommt es noch, dass diese Rotzlöffel den Erwachsenen den Alkohol wegtrinken. | |
| 1452 | Besser als wenn sie dem Alkohol die Erwachsenen streitig machen. | |
| 1453 | Aber wirklich. Da steht der Alkohol ewig im Laden und wartet darauf, von verantwortungsvollen Händen mit nach Hause genommen und gepflegt zu werden, und am Ende landet es in unreifen Händen. Ein Alkoholführerschein müsste her. | |
| 1454 | Braucht man den auch, um eine Bierlieferung auszufahren? | |
| 1455 | Nur, wenn man in der Lage sein will, ohne Unfall im alkoholisierten Zustand das Bier auszuliefern. | |
| 1456 | Kann man mit dem Alkoholführerschein denn auch im nichtalkoholsierten Zustand Bier ausliefern? | |
| 1457 | Man darf sich eben nicht erwischen lassen, immerhin ist das Vorspiegelung falscher Tatsachen. Das ist genauso, als würde ich mit einer Brille Auto fahren, obwohl in meinem Führerschein der Gebrauch selbiger gar nicht eingetragen ist. | |
| 1458 | Darf ich denn wenigstens mit meiner Freundin Autofahren? Denn auch die ist in meinem Führerschein nicht eingetragen. | |
| 1459 | Deine Freundin hat Räder? | |
| 1460 | Als Deutscher liebe ich mein Auto. | |
| 1461 | Teilt ihr euch auch das Bett? | |
| 1462 | Die Garage. | |
| 1463 | Du schläfst in der Garage? | |
| 1464 | Nein, ich teile die Garage mit meiner Freunding. Dort hat sie auch die Räder für mein Auto, dass ich so liebe. | |
| 1465 | Freunding. Das klingt aber sehr herablassend, Räder hin oder her. Oder bist du nur wegen denen mit ihr zusammen, um deine wahre Freundin in Schuss zu halten? Wundert mich, dass sie da nicht eifersüchtig wird. | |
| 1466 | Ach, wenn sie eifersüchtig wäre, würde sie einen großen Vorschlaghammer nehmen, und damit das Auto demolieren. So wie sie es bereits bei den drei Wagen, die ich davor hatte, getan hat. | |
| 1467 | Man, da musst du aber schwer verliebt sein, wenn du sie drei Autos demolieren lässt. Das, oder unglaublich dämlich. | |
| 1468 | Du nennst mich dämlich? | |
| 1469 | Nein, nicht ins Gesicht. Und auch nur, wenn du nicht verliebt sein solltest. | |
| 1470 | Du sagst, wer nicht verliebt ist, ist dämlich? Ach herrje, was soll man da noch machen! Verliebt sein, und deswegen sich wie ein Narr verhalten, oder unverliebt und dämlich. So oder so, man ist der Dummheit zugeneigt. Wie mag man das vermeiden? | |
| 1471 | Wieso willst du etwas dagegen unternehmen? Endlich einmal sind alle, zumindest in einem Punkt, gleich, nämlich gleich dämlich. Das ist gelebtes Grundgesetz. | |
| 1472 | Du mit Deinem Grundgesetz! Das hatten wir doch schon. Ach, mir ist das gleich. | |
| 1473 | Man kann es nicht oft genug erwähnen. Außerdem hast Du das Grundgesetz das letzte Mal ins Spiel gebracht. Aber wenn's Dir gleich ist, soll's mir recht sein. | |
| 1474 | Ah! Sind wir jetzt auf der Ebene kindischer gegenseitiger Schuldzuweisung angekommen? "Du hast das Grundgesetz verbrochen!" "Nein Du!" "Nein Du!" "Nein Du!" "Nein Du!" Das Problem sollten wir gründlich diskutieren, um wieder auf ein gehobenes Gesprächsniveau zu gelangen. Und du solltest damit anfangen. | |
| 1475 | Nein Du! | |
| 1476 | Nein Du! | |
| 1477 | Du wiederholst mich. | |
| 1478 | Findest Du das nicht bestätigend? | |
| 1479 | Fändest Du es denn bestätigend, wenn Du Dich immer wiederholen würdest? | |
| 1480 | Na, je häufiger man etwas hört, desto eher nimmt man es für wahr an. Wahrheit ist eine Funktion von ständiger Wiederholung. Wenn ich etwas immer und immer wieder höre, dann glaube ich es irgendwann. | |
| 1481 | Ist das dann so etwas wie Selbstsuggestion? Wenn ich mir also lange genug einrede, ich könnte schwimmen, dann kann ich es auch? Das würde den Beruf des Schwimmlehrers unnötig machen. Nur ein fester Wille ist von Nöten. Und tiefes Luftholen, für den Fall, dass man nicht ganz so willensstark ist. | |
| 1482 | Eher wie Fremdsuggestion. Jemand anderes sagt Dir, dass Du schwimmen kannst. Der Schwimmlehrer nämlich. Funktioniert mit Consultants ja so ähnlich. | |
| 1483 | Ein Consultant sagt mir, dass ich schwimmen kann, und dann saufe ich kläglich ab? | |
| 1484 | Wenn Du schwimmen kannst, nicht. | |
| 1485 | Was für einen Zweck hat dann noch ein Consultant, wenn er mir nur das sagt, was ich sowieso schon weiß? | |
| 1486 | Nicht alle wissen, was sie wissen. | |
| 1487 | D.h., ich bin überzeugt davon, dass ich schwimmen kann, obwohl ich eigentlich gar nicht weiß, wie das geht, und dann kommt so ein Consultant daher und weist mich darauf hin, woraufhin ich absaufe. Läuft so etwas dann unter Totschlag? | |
| 1488 | Nein, Du weißt nicht, dass Du schwimmen kannst, kannst es aber. Wenn Du es nicht kannst, obwohl Dir der Consultant sagt, hat sich dieser dummerweise geirrt. Aber jeder kann ja mal einen schlechten Tag haben. | |
| 1489 | Kann ich den schlechten Tag eigentlich gegen einen guten umtauschen? Wenn ein Lebensmittel schlecht ist, kann ich es ja schließlich auch in den Laden zurücktragen. | |
| 1490 | Nur wenn er noch nicht angebrochen wurde. Geöffnete Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen. | |
| 1491 | Aber ohne ihn anzubrechen kann ich doch gar nicht wissen, ob er schlecht ist. Muss ich ihn dann prophylaktisch tauschen und Gefahr laufen, dass mir der Verkäufer einen Vogel zeigt, wenn er doch gut war? Das mache ich ein paar Mal, dann kann ich überhaupt nicht mehr umtauschen, selbst wenn er schlecht sein sollte, weil der Verkäufer gleich denkt, ich will ihn auf den Arm nehmen. | |
| 1492 | Arbeitet bei Deinem Tagshop nur ein Verkäufer? Wenn nicht, musst Du doch nur einen anderen Verkäufer wählen. | |
| 1493 | Es gibt aber mit Sicherheit mehr Tage als Verkäufer in dem Laden arbeiten. Irgendwann werde ich also nicht mehr in der Lage sein, ohne Gesichtsverlust einen Tag umtauschen zu können. | |
| 1494 | Bist Du dann der Mann ohne Gesicht? | |
| 1495 | Zumindest, bis man das Gesicht gefunden und auf dem Fundbüro abgegeben hat. Nur, wie weist man nach, dass das aufgefundene Gesicht auch sein eigenes ist? Ich meine, man sieht wohl täglich in den Spiegel, aber durch den Gewöhnungseffekt nimmt man sich doch gar nicht mehr richtig war, da fällt die Beschreibung doch sehr schwer. | |
| 1496 | Da hat die Regierung mitgedacht, dafür gibt es jetzt biometrische Pässe. Damit finden die Dein Gesicht, selbst wenn es ein anderer trägt. Und die können Dir auch sogar sagen, wo Du schon überall warst, und mit wem. Ganz praktisch. | |
| 1497 | Aber wie unterscheiden sie, ob jetzt nicht z.B. ein Terrorist mit meinem Gesicht herumläuft oder ob es tatsächlich nur ich selbst bin? Am Ende werde ich wegen meines Gesichts verhaftet, obwohl ich doch gar nichts dafür kann. | |
| 1498 | Also ehrlich gesagt, wenn der Terrorismus Dein Gesicht tragen würde, fände ich es schon OK, wenn Du verhaftet wirst. Das ist Beihilfe. Deine Unschuld ist bedauerlicher Kollateralschaden. | |
| 1499 | Wenn der gesamte Terrorismus nur ein Gesicht tragen würde, wäre dessen Bekämpfung doch relativ einfach. Einfach jeden, der das Gesicht hat, vom Fleck weg verhaften. Und es gäbe nur eine Person als Kollateralschaden. Es sei denn, es wäre das Gesicht von eineiigen Zwillingen oder Drillingen. | |
| 1500 | Haben eineiige Drillinge jeweils ein Ei, oder zusammen eines? | |
| 1501 | Kenn ich mich etwa in den Kühlschränken von Drillingen aus? Oder welchen Diätplan sie haben? | |
| 1502 | Bist Du nicht ein international anerkannter Drillingologe? | |
| 1503 | Drill Sergeant. Ich bilde sie aus. | |
| 1504 | Woran erkennt man schlecht ausgebildete Drillinge? | |
| 1505 | Schlicht daran, dass sie sich nicht ähnlich sehen. | |
| 1506 | Nature or nurture? | |
| 1507 | Nurture nur auf Wunsch und sofern die Natur noch nicht ihr Übriges dazu beigetragen hat. | |
| 1508 | Heißt das in dem Fall, dass sie den selben Schönheitschirurgen haben? | |
| 1509 | Ich wüsste nicht, dass die Natur einen Schönheitschirurgen beschäftigt. Obwohl sie dringend einen nötig hätte, bedenkt man all die Faltengebirge. | |
| 1510 | Das lustige an Gebirgen ist, dass sie um so faltiger sind je jünger sie sind. | |
| 1511 | Das ist genauso wie beim Menschen: gleich nach der Geburt und im Alter sind sie faltig, nur in der Mitte ihres Lebens sind sie glatt. Jetzt müsste man nur noch herausfinden, ob die Gebirge im Mittelalter auch geglättet waren. | |
| 1512 | Ich denk schon, denn sagte nich schon Goethe, über allen Gipfeln sei Ruh'? Was soll er sonst gemeint haben? | |
| 1513 | Vielleicht war er auch nur unerträglich spielende Straßenmusikanten leid, und der einzige Ort, an dem er sie nicht mehr wahrnehmen konnte, waren eben die Berggipfel. Beethoven hat das ja so ähnlich gemacht, aber da er nicht aus der Stadt wegziehen wollte, hat er es vorgezogen, taub zu werden. | |
| 1514 | Ich dachte, Tauben seien in der Stadt eine Plage? | |
| 1515 | Umgekehrt dürften wohl auch die Tauben denken, die die Stadt bzw. ihre Bewohner als Störung in ihrer natürlichen Entfaltung sehen. Damit ist immerhin eine Grundlage vorhanden, auf der sich die bilateralen Beziehungen zu den Tauben verbessern lassen, für eine bessere und friedlichere Zukunft. | |
| 1516 | Gegenseitige Verachtung als Grundlage für bilaterale Gespräche? | |
| 1517 | Natürlich. Traditionell ist doch bekannt, dass die besten Einigungen dann getroffen werden, wenn man die beiden Streithähne in einen Schrank sperrt und erst wieder herauslässt, wenn sie sich wieder vertragen haben. Wenn nur ein Streithahn dabei ist, gibt es Mord und Totschlag. | |
| 1518 | Das muss aber schon ein stabiler Schrank sein. | |
| 1519 | Natürlich. Nur werden heutzutage leider keine robusten Schränke mehr gebaut. Woran man wieder einmal sieht, dass am falschen Ende gespart wird. Würden sie stabileres Holz zum Schrankbau verwenden, gäbe es mehr Frieden auf der Welt. | |
| 1520 | Aber das stabilere Holz ist nicht nur teurer, es ist auch viel umweltschädlicher es zu benutzen. Stabile Holzsorten wachsen nämlich viel langsamer. Und dadurch sterben sie eher aus. Das heißt, wir können entweder für Frieden sorgen, oder die Umwelt retten. | |
| 1521 | Das heißt, Sprüche wie "in Frieden mit der Umwelt leben" sind per se schon geheuchelt, weil es so etwas nicht geben kann? | |
| 1522 | Na, doch schon, aber wer will das schon? Ich meine, Frieden auf der Alb ist der langweiligste Ort der Welt (nach Ipswich), und mit der guten Frau Unka Umwelt zusammenzuleben ist zwar sicher ganz nett, aber es macht es nur noch viel langweiliger, oder? | |
| 1523 | Gibt es dafür eigentlich wissenschaftliche Untersuchungen? Ich meine darüber, dass jene Frau Umwelt Langeweile emittiert? Und ließe sich diese Eigenschaft zum Wohle der Menschheit verwenden? | |
| 1524 | Eine hoch interessante Idee. Mit einem Langweilometer müsste man die Langeweile messen... ich frage mich, was wohl die Einheit für Langeweile ist? | |
| 1525 | Recht simpel: Langeweile wird in Seufz gemessen. Ein Seufz drückt dabei die Schwere des Nichtstuns und des Uninteresses pro Minute aus, die auf einer Person lastet. Ein Kiloseufz wieder nennt man Gähn, und ein Kilogähn sind ein Schnarch. Allerdings glaube ich kaum, dass man Langeweile messen kann, denn durch die Messung hat man ja wieder etwas zu tun, wodurch die Langweile vertrieben wird. Stellt sich nur noch die Frage, wieso es dann überhaupt eine Einheit für Langweile gibt, wenn sie sich nicht messen lässt. | |
| 1526 | Wahrscheinlich ist das nur eine Unschärfetheorie. Zwar ist das Messen der Langeweile ein Zeitvertreib, aber halt auch nur die ersten paar Mal. Die durch die Messung beobachte Dämpfung sinkt dann halt bis unter ein paar centiseufz. Das ist dann OK. | |
| 1527 | Aber sobald das Interesse an der Messung sinkt, wird auch die Bereitschaft abnehmen, die Messung überhaupt noch durchzuführen. Insofern macht also Langweile die Messung derselben unmöglich. | |
| 1528 | Und wenn man eine kurzweilige Messung von Langeweile über Langwelle anstrebt? | |
| 1529 | Man kann eine Messung nicht von vornherein als kurzweilig ansetzen, denn der Akt des Messens ist wahrlich nicht interessant oder anregend. Viel eher müsste man, um die Situation kurzweiliger zu gestalten, die Messung in ein Rahmenprogramm z.B. mit Revuemusik oder Discobeleuchtung einbetten. Aber dann wiederum würde solcher Firlefanz die Messung verfälschen, da die Langeweile selbst davon beeinträchtigt wird, egal ob über Lang-, Kurz- oder Dauerwelle. | |
| 1530 | Discobeleuchter als Firlefanz? Ja weißt Du denn nicht dass mein Großvater mütterlichseits ein ausgebildeter Discobeleuchtungstechnikassistent war! Er würde sich im Grabe umdrehen, wäre er schon tot! |